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Ukraine: Wirtschaften und überleben

Seit dem 1. August ist Anastasia Buchna für sechs Monate Teil unseres Teams im Bereich Kommunikation & Change. Anastasia stammt aus der Region Priazovya, Ukraine, und musste nach der russischen Besetzung mit ihrem neunjährigen Sohn und ihrer Mutter aus ihrer Heimat fliehen.

Sie ist Journalistin und war in ihrer Heimatstadt Berdyansk als Herausgeberin verschiedener Tageszeitungen tätig. Bei uns wird Anastasia über die Situation in ihrer Heimat berichten und dafür ihre Netzwerke vor Ort nutzen. Schwerpunkt wird die Landwirtschaft und die Lage von Genossenschaft im besetzten und unbesetzten Teil der Ukraine sein. Dabei wollen wir persönlich werden und Menschen aus der Ukraine zu Wort kommen lassen.

Die ersten Wochen in unserem Team hat Anastasia genutzt, um Geschichten zu recherchieren. Erstes Ergebnis ihrer journalistischen Arbeit ist ihre Geschichte über eine Organisation von rund 200 Frauen, die zu großen Teilen genossenschaftlich organisiert sind und deren Felder auf beiden Seiten der Frontlinie liegen. Wir wünschen eine interessante Lektüre dieses Artikels und aller anderer in loser Folge erscheinenden Inhalte dieser Seite.

Heute, wird Russland den Beitritt des besetzten Teils der Region Saporischschja zu seinem Hoheitsgebiet erklären. Parallel trauert der freie Teil der Region um die von der Russischen Föderation getöteten Menschen. Diese Ereignisse werden zusätzlich noch durch einen schweren Militärschlag gegen die freie Zentralstadt Saporischschja in der gleichnamigen Region überschattet: Mehrere russische Raketen schlugen dort ein und töteten dort nach Angaben der ukrainischen Staatsanwaltschaft (Stand 12.25 Uhr) 25 Zivilisten, 50 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern sind auch Kinder. Die Menschen hatten sich hier in 250 Autos und Bussen versammelt, um in das russisch besetzte Gebiet der Region zu fahren. So wollten sie dort unter anderem humanitäre Hilfe leisten und Angehörige und Freunde aus besetzten Gebieten zu retten. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine gab es um 12 Uhr 25 Tote und 50 Verletzte. Unter ihnen sind Kinder. Dier nachfolgende Bericht spielt im besetzten Teil genau dieser Region vor dem erzwungenen russischen Referendum.

Nach der Befreiung der ukrainischen Region Charkiw vom russischen Militär sieht die Welt neue Beweise für den Terror der vertriebenen russischen Besatzer an der ukrainischen Bevölkerung: Zerstörte Häuser, Massengräber, Folterkammern und Geschichten darüber, wie sie während der sechsmonatigen Besetzung in Angst lebten. Das berichten Menschen, die in den besetzten Gebieten leben oder aus ihnen geflohen sind, wie Bürgermeister Stanislav Zakharevich. Er lebt heute in der freien ukrainischen Stadt Saporischschja, die in der gleichnamigen Region liegt und in die viele Menschen aus den besetzten Gebieten geflüchtet sind. Die Region ist in einen freien und in einen russisch besetzten Teil geteilt, der letztere wird heute (30. 09.2022) zum russischen Staatsgebiet erklärt. Der Bürgermeister von Sofiyivska Hromada in der besetzen Region erzählt, wie die Menschen unter den Besatzern leben und wie sie unter anderem trotz Lebensgefahr versuchen, Informationen über Militärausrüstung und Soldaten an den ukrainischen Geheimdienst weiterzugeben

Russische Besetzer unterdrücken die ukrainische Bevölkerung

Stanislav Zakharevich, der Bürgermeister von Sofiyivska Hromada in der Region Saporischschja, erzählt, wie die Menschen leben, die gezwungen sind, in der Besatzung zu bleiben. Stanislav selbst konnte nach einem Monat in einem russischen Gefängnis in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet ausreisen. Von dort aus schickt er humanitäre Hilfe und versucht, die Menschen zu unterstützen.

Stanislav Zakharevich: "In meinen Heimatdörfern herrscht jetzt echter Terror. Die Russen haben ihre eigenen Leute in alle Führungspositionen gebracht. Vor Beginn des Schuljahres setzen sie die Lehrer unter Druck, mit russischen Lehrplänen zu arbeiten. Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder eine russische Schule besuchen, wird gedroht, ihnen die Kinder wegzunehmen. Diese Schulen dienen nicht dem Lernen. Aber diese Schule dient nicht dem Lernen, sondern der Umerziehung durch russische Propaganda.“.

Die Menschen in den besetzten Gebieten werden zusätzlich gezwungen, sich russische Pässe zu besorgen, berichtet der Bürgermeister. Stanislav: „Das russische Militär leistet humanitäre Hilfe nur im Austausch gegen persönliche Daten. Diese werden benutzt, um deren Abstimmung über den Beitritt zu Russland zu fälschen.“

Am 24. und 27. September haben die Russen in den besetzten Gebieten ein gefälschtes Referendum organisiert. Viele Bewohner versuchen, nicht daran teilzunehmen, haben aber keine andere Wahl. Für die Dorfbewohner ist es besonders schwer, sich zu entziehen. Denn die Wahlhelfer kommen direkt an ihre Haustür, begleitet von Soldaten mit Maschinengewehren. Auf diese Weise werden die Dorfbewohner gezwungen, für den Anschluss an Russland zu stimmen. Wer sich weigert, hat harte Strafen oder die Deportation zu fürchten.

Russen übernehmen die Wirtschaft in den besetzten Regionen

Zakharevich erzählt, dass Bauern und andere Geschäftsleute gezwungen werden, ihre Betriebe nach russischem Recht anzumelden und Steuern an die Besatzungsbehörden zu zahlen. Wer dies nicht tut, wird enteignet und inhaftiert. Außerdem verbieten die Russen, die geernteten Erzeugnisse in die Ukraine zu exportieren. Der Bürgermeister: "Sie sagen den Bauern: 'Ihr müsst uns eure Ernte verkaufen, sonst nehmen wir sie euch weg.“ Wenn die Landwirte an die Russen verkaufen, erhalten sie beispielsweise 700 Griwna (20 Euro) pro Tonne Gerste, vor dem Krieg konnten die Landwirte die Tonne für 3.000-5.000 (80-150 Euro) pro Tonne verkaufen.

Bisher haben die ukrainischen Landwirte mit Maschinen von Weltmarken gearbeitet. Jetzt gibt es für sie keinen Service, keine Teile und keine Ersatzteile mehr – auch nicht aus Russland. Die Besatzer raten den Landwirten hartnäckig, russische und weißrussische Mähdrescher mit russischem Treibstoff zu kaufen. Die Landwirte haben so nur die Wahl, nach russischen Regeln zu arbeiten oder zu gehen. Ohnmächtig müssen sie auch oft zusehen, wie russische Soldaten ihre Höfe plündern und Maschinen und ernten einfach mitnehmen. Im Rahmen einer allgemeinen russischen Verstaatlichung sind viele Bauern und Getreidehändler von der russischen Besatzungsverwaltung auch einfach enteignet worden. Dies bestätigen der Sicherheitsdienst der Ukraine, aber auch viele Aussagen von Kolloborateuren.t.

Die Situation ist in allen besetzten Gebieten sehr ähnlich. Ein Landwirt aus Nowa Kachowka in der besetzten Region Cherson, der anonym bleiben will, bestätigt dies. Die Soldaten haben ihm im Frühjahr seinen Betrieb und seine gesamte landwirtschaftliche Ausrüstung weggenommen. Nachdem er und seine Familie die besetzte Region verlassen hatten, wurde auch noch sein Haus geplündert.

Täglicher Kampf ums Überleben

Nachdem die Russen die Russen die Postautomaten mit Geld ausgeraubt hatten, stellte der ukrainische Postdienst, der die Renten und Sozialleistungen an die Bevölkerung ausliefert, seine Arbeit ein. Viele Menschen sind jetzt arbeitslos und haben kein Bargeld mehr. Denn die ukrainischen Banken haben geschlossen, deshalb ist es fast unmöglich in den besetzten Gebieten mit ukrainischen Bankkarten zu bezahlen. Die Menschen in den Dörfern können nur von dem leben, was sie in ihren eigenen Gärten und Obstplantagen anbauen. Die Bewohner können auch nur schwer mit humanitären Hilfsgütern aus der Ukraine beliefert werden. Das russische Militär verbietet die Versorgung in größeren Mengen. Daher müssen ukrainische Freiwillige Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente in kleinen Mengen unter dem Deckmantel privater Pakete verschicken. Medikamente sind auf dem freien Markt schwer zu bekommen und dreimal so teuer wie in nicht besetzten Gebieten der Ukraine. Das Einzige, was in den besetzten Gebieten billig ist, ist Obst und Gemüse, das die örtlichen Bauern mangels Märkten fast umsonst verkaufen müssen.

Die Bevölkerung berichtet auch immer wieder von Übergriffen der russischen Soldaten. Zakharevich: "Sie haben begonnen, Ausrüstung und Munition in den Dörfern zu platzieren, direkt neben den Häusern. Betrunkene russische Soldaten schießen nachts, und das macht den Einheimischen, vor allem den Frauen, wirklich Angst." Die Russen nutzen diese in den besetzten Gebieten gelagerten Waffen, um Raketenangriffe auf andere ukrainische Städte, wie die freie ukrainische Stadt Saporischschja zu starten.

Die ukrainische Regierung schätzt, dass täglich bis zu 1.500 Menschen die besetzten Gebiete verlassen. Diejenigen, die bleiben, haben entweder kein Geld für eine Evakuierung oder können ihre alten Eltern nicht verlassen. Die Fluchtwege sind meist zerstört: So haben die Russen die Straßen in das ukrainische Gebiet zerstört. Die Autos müssen durch ein Feld fahren, dass durch den Regen ständig überspült. Hinzu kommen ständige und oft erniedrigende Kontrollen durch das russische Militär. Zur Einschüchterung werden Männer oft direkt an dieser Straße gefangen genommen.

Die Russen verkomplizieren ständig die Regeln für die Einreise in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet. So erlauben sie jungen Männern zwischen 18 und 35 Jahren nicht mehr, dorthin zu reisen. So steigt die Befürcjhtung, dass diese jungen ukrainischen Männer bald in die russische Armee gezwungen werden könnten.

Die Räumung und Befreiung großer Teile der Ukraine von den Russen im letzten Monat hat die Menschen in anderen besetzten Gebieten sehr ermutigt. Doch nicht alle Ukrainer*inner erfahren von den Rückeroberungen der ukrainischen Armee., bedauert der Bürgermeister. Der Angriffskrieg auf die Ukraine ist seiner Meinung nach vor allem ein Informationskrieg. Immer wieder erzählen die russischen Propagandisten den Dorfbewohnern m besetzten Teil der Region Saporischschja, dass die Ukraine sie im Stich gelassen habe und Europa die Ukraine nicht mehr unterstütze. Stanislav: Viele Menschen, die keine anderen Informationen haben, glauben dies verzweifelt und geben auf.“ Deshalb ermutigt der Bürgermeister seine Dorfbewohner: "Jede Nacht kommuniziere ich über das sehr schlechte Internet mit Menschen, die in unseren Dörfern geblieben sind. Während des Zweiten Weltkriegs war unser Gebiet mehr als zwei Jahre lang besetzt. Ich bitte die Menschen, durchzuhalten und an den Sieg zu glauben."

Stanislav Zakharevich ist erst 30 Jahre alt und schon seit 2020 Bürgermeister von Sofiyivska Hromada, einer Gemeinde mit elf Dörfern. Diese landwirtschaftlich geprägte Region im Südosten der Ukraine, die zwischen dem Donbas und der Krim liegt, wurde bereits kurz nach der russischen Invasion besetzt.

Der junge Bürgermeister hat Geschichte studiert. Für jeden Historiker wäre es ein Segen, eine Epoche mit bedeutenden historischen Ereignissen nachzuzeichnen, für ihn persönlich wurde es jedoch ein Drama. Wie die meisten Ukrainer*innen wurde auch Stanislaw vom Ausbruch des russischen Angriffskrieges nachts im Bett überrascht. Morgens um 6 Uhr rief ihn die Leiterin der Dorfschule an und fragte, ob es wahr sei, dass der Krieg begonnen habe. Der Bürgermeister: "Sie weinte, und ich antwortete automatisch, dass das nicht sein kann. Aber dann habe ich in den Internet-Nachrichten gesehen, dass es stimmt.“

In den Dörfern, die zur Gemeinde von Stanislav Zakharevich gehören, lebten vor Kriegsausbruch 5.000 Menschen, darunter viele Landwirte und Landwirtinnen. Sie bauten hier Gerste, Raps, Weizen, Sonnenblumen und Erbsen an und finanzierten mit ihren Steuern den lokalen Haushalt. Die Bauern genießen ein hohes Ansehen in der Ukraine und sind deshalb mit die ersten, die von den Russen unter Druck gesetzt werden. Die russischen Besatzer fordern vehement die Zusammenarbeit mit ihnen ein und verlangen Maschinen und Getreide. Außerdem werden die Bauern und Bäuerinnen oft von den Russen inhaftiert und dann wieder gegen Lösegeld freigelassen, denn sie gelten als wohlhabend. So waren zum Zeitpunkt dieses Gespräches sieben Bewohner der Dörfer in russischer Gefangenschaft.

Russen zwingen mit Drohungen und Verhaftungen zur Zusammenarbeit

Wie der Bürgermeister berichtet, versucht das russische Militär in den besetzten Gebieten, Kolloborateure für die Bildung lokaler Behörden zu finden, doch bisher mit wenigem Erfolg. Zunächst bieten die Russen viel Geld und hohe Posten an, dann folgen Drohungen und Verhaftungen.

Zakharevich: "Meine Kollegen aus anderen Dörfern und Städten haben mich gewarnt und mir geraten zu fliehen. Aber ich beschloss, bei meinen Leuten zu bleiben. Die Russen hatten bereits andere Dorf- und Gemeindevorsteher festgenommen. Aber viele von ihnen wurden nach drei Tagen wieder freigelassen. Ich hoffte, dass es so auch bei mir sein würde." Doch Stanislav Zakharevich wurde 34 Tage im Gefängnis festgehalten.

Die Gemeinde des jungen Bürgermeisters wurde am 27. Februar besetzt, trotzdem setzten er und seine Kollegen ihre Arbeit für die Bürger*innen fort. Am 25. April standen Vertreter der Besatzer- Polizei vor seiner Haustür. Zwei von ihnen waren ehemalige ukrainische Polizeibeamte, die übergelaufen waren. "Man sagte mir, sie seien gekommen, um mir den Posten des Bürgermeisters von Primorsk (einer Küstenstadt am Asowschen Meer) anzubieten. Und dass ich in Zukunft sogar den Föderationskreis Taurida leiten könnte (eine Verwaltungseinheit der Russischen Föderation, der Russland die besetzten Gebiete im Süden der Ukraine angliedern will). Sie lobten mich als gute Führungsperson, die von vielen Menschen unterstützt werde. Natürlich habe ich abgelehnt. Damit waren sie nicht zufrieden." Während ihn die russische Polizei unter Druck setzte, sammelten sich die Dorfbewohner vor seinem Haus. Der Bürgermeister: "Es kamen etwa 20 Leute, darunter auch Frauen mit Kindern. Die Landwirte drohten mit ihren Autos die Straße zu blockieren, falls die Polizei mich mitnehmen würde. Die russische Polizei drohte im Gegenzug mit ihrem Militär, das viel Leid über das ganze Dorf bringen könnte. Ich bat deshalb die Dorfbewohner zu gehen. Die russische Polizei versprach mir, nur ein paar Stunden mit mir zu reden und mich dann laufen zu lassen.“

Während des Gesprächs bot Stanislav, sein Amt als Bürgermeister niederzulegen, verweigerte aber weiter die Zusammenarbeit: "Man sagte mir, dass ich nach der Folter sowieso zustimmen würde." Nach stundenlangem Verhör wurde er schließlich mit einer Plastiktüte über dem Kopf ins Gefängnis abgeführt und durfte seine Mutter informieren, dass er noch am Leben sei. Auch seine Mutter wurde unter Druck gesetzt, um ihn zur Zusammenarbeit mit den Russen zu überreden.

Folterungen im russischen Gefängnis

Stanislav wurde in ein ehemaliges ukrainisches Gefängnis in Berdjansk - der zentralen Stadt des Bezirks – gebracht, das die russischen Militärs sofort am ersten Tag der Besetzung übernommen hatten. Viele Zeugen bestätigen inzwischen die schrecklichen Dinge, die die Russen den inhaftierten Ukrainer*innen antun. Um im Gefängnis zu landen, genügt es, ein Foto der ukrainischen Flagge im Smartphone zu haben oder einen kritischen Beitrag in den sozialen Medien zu veröffentlichen. Stanislav erzählt, dass unter seinen Mitgefangenen auch ukrainische Militärs, zivile Aktivisten und Geschäftsleute, Frauen, 16-jährige Jugendliche und alte Menschen waren. Die Gefangenen fürchteten vor allem die Ankunft der Beamten vom Föderalen Sicherheitsdienst der Russischen Föderation, der Organisation, die Putin vor seiner Präsidentschaft leitete. Die Ankunft des Sicherheitsdienstes bedeutet Folter, erzählt der junge Mann. "Normalerweise sieht man die Emotionen von Menschen auch in den Augen. Doch die Augen dieser Menschen waren glasig und zeigten keine Gefühle mehr…“ Stanislav berichtet, wie ein älterer Mann aus einer benachbarten Zelle geholt wurde und die nächsten anderthalb Stunden lang alle Häftlinge schreckliche Schreie und Foltergeräusche hörten. Danach trugen ihn die Peiniger bewusstlos in seine Zelle. Die Einwohner von Berdjansk und ukrainische Gesetzeshüter berichten übereinstimmend, dass das russische Militär mehrere speziell für Folterungen ausgerüstete Fahrzeuge nach Berdjansk mitgebracht hatten.

Auch Stanislav musste in den Folterraum und wurde großem psychischem Druck ausgesetzt. "Es war eine kleine Zelle mit Folterinstrumenten, die auf Regalen lagen: von Messern und Schneidewerkzeugen bis hin zu verschiedenen elektrischen Geräten. In der Ecke befanden sich riesige Pfützen mit bereits eingedicktem menschlichem Blut.“ Seine Peiniger zeigten ihm, wie man mit einem großen Hammer die Beine brechen konnte. Doch der junge Mann hatte Glück und ist eine Ausnahme: Denn es gelang ihm, schwerer körperlicher Folter zu entgehen. Wahrscheinlich, so meint er, glaubte die Besatzungsverwaltung wirklich, dass der Bürgermeister mit der Zeit für sie arbeiten würde. Außerdem hatten Freunde, Dorfbewohner wie auch ukrainische Medien die Nachricht über seine Verhaftung bereits überall verbreitet. Die Russen befürchteten Protestwellen und hatten deshalb kein Interesse daran, ihn zu töten und ihn zum ukrainische Helden zu machen.

Das harte Leben im Gefängnis

Jeden Tag kam Stanislavs Mutter ins Gefängnis und fragte nach ihrem Sohn. Schließlich wurde ihr erlaubt, ihn mit Kleidung und Essen zu versorgen. Stanislav wurde in eine Einzelzelle mit geschlossenen Fenstern gesteckt, das Essen bekam er durch ein Loch in der Tür. In der Zelle lief bei Sommerhitze die Heizung, es war unerträglich heiß und Stanislaw fühlte sich wie in einem Ofen: "Ich war verzweifelt und dachte, ich käme da nie wieder raus. Vor allem, als ich merkte, dass es Leute gab, die schon zwei Monate im Gefängnis saßen.“

Nach 34 Tagen ließen die Sicherheits-Offiziere Stanislav unter drei Bedingungen frei: Er sollte nach Hause zurückkehren und seine Arbeit fortsetzen, bis ein loyaler Vertreter der russischen Behörden als Ersatz gefunden worden war. Es wurde ihm außerdem verboten, in das nicht besetzte ukrainische Gebiet zu reisen. Zusätzlich durfte er nicht über seine Erlebnisse im Gefängnis berichten und sich schlecht über Russland und sein Militär äußern.

Viele Ukrainer*innen sind in Kriegsgefangenschaft

Wenige Tage nach seiner Freilassung brachte der junge Bürgermeister den Gefangenen in Berdjansk Kleidung und Lebensmittel, die seine Dorfbewohner gesammelt hatten. Er sagt: " Viele Menschen saßen schon seit den ersten Kriegstagen im Februar im Gefängnis und trugen jetzt im Hochsommer immer noch ihre Wintersachen. Ihre Familien wussten entweder nicht, dass sie dort waren oder durften sie nicht versorgen.“

Nach Angaben des Gouverneurs der Oblast Saporischschja (der Region, in der Stanislav Zakharevych lebt) wurden seit Beginn des Krieges in der Region mehr als 500 Menschen vom russischen Militär verschleppt. Davon sind noch 200 Personen in Gefangenschaft. Darunter sind ukrainische Polizisten, lokale Behördenvertreter, Freiwillige, die der ukrainischen Armee geholfen haben, und Zivilisten, die zum Beispiel Lebensmittel brachten und Menschen evakuierten. Auch Lehrkräfte von Schulen und Universitäten wurden im Gefängnis von Berdjansk festgehalten. Das Gefängnis soll sie zwingen, für Russland zu arbeiten. Ihre Schicksale sind unterschiedlich: Einige wurden nach mehreren Tagen oder Monaten der Gefangenschaft und der Verhöre freigelassen. Andere wurden von der ukrainischen Regierung gegen russische Militärgefangene ausgetauscht. So wie Iwan Fedorow, der Bürgermeister von Melitopol, der gegen drei russische Soldaten ausgetauscht wurde. Am 11. März wurde er verschleppt und tagelang verhört. Später sagte er: "Sie haben mich ins Gefängnis gebracht." Und: "Ich hörte die Schreie von gefolterten Menschen aus den Zellen nebenan.“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22.4.22)

Vom Gefängnis deutlich gezeichnet: Stanislav vor und nach der Verhaftung

Das Leid der Landwirtinnen in der Ukraine

Traditionell galt die Arbeit im Agrarbereich in der Ukraine als Männersache. Doch in den letzten Jahren haben immer mehr Frauen die Leitung von Familienbetrieben übernommen. Dazu haben auch die ukrainische Genossenschaftsbewegung und sie unterstützende Organisationen beigetragen. Immer mehr Landfrauen wollen so ihre gesellschaftliche Bedeutung stärken, für mehr Gleichberechtigung im Agrarsektor sorgen und sich stärker an der ökologischen und umweltfreundlichen Landwirtschaft orientieren. Heute hat die Landwirtinnenbewegung jedoch ganz andere Sorgen. Durch den Angriffskrieg auf die Ukraine müssen sich die ukrainischen Landwirte und Landwirtinnen nicht nur um ihre Ernten und ihr Geschäft sorgen, sondern auch um ihren Lebensunterhalt und vor allem ihr Leben. Das erleben zum Beispiel die Bäuerinnen aus der Region Saporischijja in der südlichen Ukraine.

Frauen schlossen sich in Genossenschaften zusammen, aber müssen jetzt alles aufgeben

Im Jahr 2010 schlossen sich Landwirtinnen von kleinen Genossenschaften, aber auch landwirtschaftliche Einzelunternehmerinnen aus der Region Saporischijja zur Nichtregierungsorganisation The Women Farmer's Council in Zaporizhzhia (WFC-Zap/ Rat der Landwirtinnen in Saporischijja) zusammen. Die Region Saporischijja gehört zu den größten Agrarproduzenten im Land. Der Rat der Landwirtinnen entwickelte bis zum Angriffskrieg erfolgreich eine ukrainische Genossenschaftsbewegung und wurde dabei von ausländischen Genossenschaften stark unterstützt. Ziel ist es, die Landwirtinnen wirtschaftlich erfolgreich zu machen. Inzwischen sind 200 Landwirtinnen --und mit ihren Familien 1.000 Personen -- Mitglieder des Women`s Farmers Council. Sie bauen vor allem Gemüse, Obst und Beeren an, produzieren Milch, Milchprodukte und Honig. Gemeinsam richten sie Verkaufsstellen und Messen ein und kaufen Düngemittel ein. Sie lernen, neue landwirtschaftliche Technologien einzusetzen und tauschen ihre Erfahrungen und Ideen aus.

Doch nun ist fast 70 Prozent der Region Saporischijja vom russischen Militär besetzt. Ein Teil der Kleinstädte, Dörfer und Bauernhöfe liegt mitten in der Schusslinie. Der Rest der Region, einschließlich der Hauptstadt Saporischijja, wird von der Ukraine kontrolliert. Allen Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirt*innen, einschließlich der genossenschaftlichen, hat der Krieg nun in diesen russisch besetzten Gebieten ein jähes Ende bereitet.

Die Koordinatorin des Landfrauenrats Oleksandra Harmacsh lebte vor dem Angriffskrieg in der nun besetzten Stadt Melitopol und musste ihren Hof verlassen, um in die westukainische Region Lviv zu fliehen. Das erging Olha Mizina, der Leiterin des Women`s Farmers Council in Saporischijja, ebenso. Etwa ein Drittel der Landwirtinnen der Frauenorganisation hat wegen des Krieges Häuser und Betriebe verlassen, um ihr Leben und das ihrer Kinder zu retten. Sehr oft bleiben die Ehemänner oder andere Verwandte zurück und kümmern sich teilweise unter Lebensgefahr um die Höfe.

Oleksandra führte wie 90 Prozent der Landwirtinnen einen kleinen Familienbetrieb und baut Beeren an. Die Kleinstbetriebe beschäftigen bis zu 10 Mitarbeiter*innen und erwirtschaften aus ihrem Verkauf ein Nettoeinkommen von 700.000 Euro. Kleine Betrieben haben bis zu 50 Mitarbeiter*innen, ihr Nettoeinkommen beträgt bis zu 8 Millionen Euro pro Jahr.

Tonnenweise verdorbenes Gemüse und Gefahr für das Leben

Kein Geld, die Unmöglichkeit, ihre Waren zu verkaufen und die ständige Bedrohung ihres Lebens: So leben und arbeiten die Landwirt*innen heute unter der Besatzung. Und immer mehr müssen ihre Höfe und Tiere verlassen. Der ukrainische Minister für Agrarpolitik und Ernährung, Mykola Solsky, stellt fest, dass es gerade die Ukraine-treuen Landwirt*innen mit der aktivsten politischen Position seien, die als erste unter dem Druck der russischen Besatzer zu leiden haben.

Das sieht Oleksandra Harmacsh ebenso. Sie berichtet, wie sehr die nationalbewussten ukrainischen Landwirt*innen in ihren Regionen geachtet werden. Diese würden von den russischen Besatzern zuerst unter Druck gesetzt, um sie zur Zusammenarbeit zu zwingen, notfalls auch mit Folter. Ein aktives Mitglied des Rates der Landwirtinnen wurde zweimal vor den Augen ihres kleinen Kindes verhaftet, ihr Haus wurde durchsucht. Deshalb brachte sie sich und ihr Kind in Sicherheit.

Wie Oleksandra Harmacsh betont, haben die Landwirt*innen in der besetzten Region keine Möglichkeit, ihre Erzeugnisse in dem von der Ukraine kontrollierten Gebiet zu verkaufen. Die Russen verbieten die Ausfuhr von Gemüse, Obst und Getreide aus den besetzten Gebieten. So dürfen Landwirt*innen entweder nicht in die unbesetzte Ukraine fahren oder sie müssen tagelang an den Kontrollpunkten warten, so dass die Produkte verderben und weggeworfen werden müssen. Außerdem sei es völlig unmöglich, Getreide oder Sonnenblumen aus den besetzten Gebieten zu exportieren. Die Besatzer würden die Bäuerinnen und Bauern zwingen, ihre Produkte an Russland zu verkaufen. Denjenigen, die sich weigerten, werde ihr Getreide einfach gewaltsam weggenommen.

Laut Harmacsh ist der Markt in den besetzten Gebieten inzwischen mit bäuerlichem Gemüse und Obst übersättigt. Ihre Gurken und Tomaten müssen die Landwirt*innnen beispielweise für 2-3 Griwna pro Kilo verkaufen. Das sind weniger als 10 Eurocent. Auf ukrainisch-kontrolliertem Gebiet können sie dagegen den zehnfachen Preis für ihre Früchte und ihr Gemüse bekommen.

Inzwischen hätten die Menschen in den besetzten Gebieten auch nicht mehr das Geld, um die Preise zu zahlen. Außerdem müssen sich die Landwirtinnen laut Oleksandra Harmcsh entscheiden, ob sie ihre Erzeugnisse einsammeln und kostenlos verteilen, ob sie sie für wenig Geld verkaufen oder sie einfach auf den Feldern liegen lassen. Denn der Treibstoff für die Ernte kostet inzwischen mehr als die Ernte selbst.

Anastasia Buchna

Mitglieder des Rates der Landwirtinnen in Saporischijja betreiben Landwirtschaft für den Lebensunterhalt ihrer Familien und bedürftiger Menschen.

Vor dem Krieg: Der Rat der Landwirtinnen (UWFC-Zaporizhzhia) nahm an Ausstellungen, Messen und Festivals teil, um die Landwirtinnen, ihre Betriebe und Genossenschaften zu fördern.

Seit 2010 arbeiten Landwirtinnen aus der Region Saporischijja in der südlichen Ukraine, die sich zu großen Teilen in kleinen Genossenschaften zusammengeschlossen haben, mit der Nichtregierungsorganisation The Women Farmer's Council in Zaporizhzhia (WFC-Zap/ Rat der Landwirtinnen in Saporischijja) zusammen. Ziel ist es, noch erfolgreicher zu wirtschaften. Die Region Saporischijja ist eine der größten Agrarproduzenten der Ukraine. Seit vielen Jahren arbeiten die Landwirtinnen der Organisation mit ausländischen Genossenschaften daran, die Genossenschaftsbewegung in der Ukraine weiterzuentwickeln. Diese gewachsene Partnerschaft erweist sich auch in Kriegszeiten als sehr hilfreich.

Als der Krieg begann, zeigten die Genossenschaften aus anderen Ländern sofort Solidarität und unterstützten die ukrainischen Landwirt*innen vor allem in den ländlichen Gebieten. Oleksandra Harmacsh, Koordinatorin des Landwirtinnen-Rats, erzählt: „Unsere ausländischen genossenschaftlichen Partner schickten uns viel humanitäre Hilfe. Aber genauso wichtig war ihre Informations- und Kommunikationshilfe. So unterstützten sie uns auch dabei, die Wahrheit über diesen Angriffskrieg Russlands zu erzählen. Denn die russische Regierung versuchte, ihre Propaganda über die Notwendigkeit des Krieges auch im Ausland zu verbreiten. Unsere Landwirtinnen engagierten sich deshalb in Online-Veranstaltungen für Genossenschaftsmitglieder und klärten sie über die russische Aggression gegen die Ukraine auf.“

Zur Zeit konzentriert sich die internationale Unterstützung, die früher zur Entwicklung der ukrainischen Bauernkooperativen beigetragen hat, ganz auf die humanitäre Hilfe. Das versetzt den Rat der Landwirtinnen in die Lage, ihre Mitglieder mit Lebensmitteln, Saatgut, Treibstoff für die landwirtschaftliche Arbeit und Zahlungen für Strom und Wasser zu unterstützen. Die in der Nichtregierungsorganisation organisierten Bäuerinnen kümmern sich außerdem um Steuerfragen, die Gewerbeanmeldung und die Registrierung von Entschädigungen für die im Krieg zerstörten Maschinen und Geräte. Sie helfen den Vertriebenen, aber auch der ukrainischen Armee.

Der Rat der Landwirtinnen schaut jedoch auch schon in die Zukunft und bereitet sich auf die Zeit nach Kriegsende vor: Oleksandra Harmacsh geht davon aus, dass sich Genossenschaften und andere Bauernverbände in der Ukraine aktiv am Wiederaufbau der ukrainischen Landwirtschaft beteiligen werden. „Die Genossenschaftsbewegung wird hierbei definitiv eine Rolle spielen. Außerdem werden sicherlich der ukrainische Staat, aber auch das Ausland den Verbänden der landwirtschaftlichen Erzeuger Hilfe leisten.“

Problematischer sieht es mit den Menschen aus, die in der Landwirtschaft arbeiten: Viele hätten ihre Heimatorte verlassen, viele seien ins Ausland gegangen. Es sei schwer zu sagen, wer in die Ukraine zurückkehren und wer im Ausland bleiben werde. Harmacsh: „Damit die Landwirte und Arbeiter zurückkehren können, müssen wir eine Basis schaffen, dass sie ihre Betriebe wiederaufbauen können. Dafür können Genossenschaften die finanzielle und kommunikative Unterstützung dafür bieten.“

Eine gute Zukunftsperspektive für die Kleinbauern und -bäuerinnen sieht sie auch in der gemeinschaftlichen Verarbeitung von Produkten. Schon vor dem Krieg schlossen sich Landwirte zusammen und mieteten Maschinen zur Herstellung von Grütze, Mehl oder Sonnenblumenöl. So hätten Bäuerinnen außerdem eine Käserei gegründet.

Ivan Vyshnevskiy, stellvertretender Leiter des USAID/Credit for Agriculture Producers Project in der Ukraine, berichtet, dass die logistischen Probleme während des Krieges die Landwirt*innen bereits dazu veranlasst hätten, Verarbeitungsmöglichkeiten für ihre Erzeugnisse zu entwickeln. Zum Beispiel für die Herstellung von Mehl oder das Einfrieren von Beeren.

Auch Olha Mizina, die Leiterin des Rates für Landwirtinnen, geht von dem Wiederaufbau der ukrainischen Landwirtschaft nach Kriegsende aus. Sie erzählt, dass sie vor dem russischen Angriff einen Zuschuss zum Aufbau ihrer Familienkooperative erhalten hat. Sie hofft, dass sie bald nach Hause zurückkehren und ihren Plan umsetzen kann: sobald die Ukraine den Krieg gewonnen hat. Sie auch wie viele andere Ukrainer*innen ziehen hier keine andere Option in Betracht.

Anastasia Buchna
Foto-Credits: Women`s Farmers Council

Mitglieder des Women`s Farmers Council bei ihrer Arbeit vor dem Krieg

Oleksandra Harmasch & Olha Misina

  • Ernte von rund 67 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten erwartet

In diesem Jahr plant die Ukraine, 65-67 Millionen Tonnen an Getreide und Ölsaaten zu ernten, obwohl das Land durch aktive Militäroperationen und die russische Besetzung der südöstlichen Regionen 25 Prozent ihrer Anbauflächen verloren hat. 2021 hatte die Ukraine eine Rekordernte von 106 Millionen Tonnen Getreide und Ölsaaten. 2020 fiel die Ernte durch Dürre und die Coronapandemie auf 65,4 Millionen Tonnen, in den Jahren zuvor pendelte sich die Ernte zwischen 70 und 75 Millionen Tonnen ein.

Quelle: Denys Shmyhal, ukrainischer Premierminister | Прогнози збору врожаю цьогоріч покращилися до 65-67 млн тонн - результати селектору під головуванням Прем'єр-міністра | Кабінет Міністрів України (kmu.gov.ua)

  • 102 Schiffe mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen liefen bis Anfang September aus ukrainischen Häfen aus

Am 1. August wurden im Rahmen der von der UNO unterstützten Getreideinitiative die ukrainischen Häfen Odessa, Chornomorsk und Pivdenny am Schwarzen Meer geöffnet. Bis zum 7. September liefen dort 102 Schiffe mit 2,37 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Erzeugnisse für den Export aus.

54 Schiffe mit 1,04 Millionen Tonnen wurden in asiatische Länder geschickt. 32 Schiffe mit 0,85 Millionen Tonnen Getreide fuhren nach Europa, 16 Schiffe mit 0,47 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Erzeugnisse gingen nach Afrika.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur der Ukraine | Міністерство інфраструктури інформує щодо географії експорту в рамках "зернової ініціативи" - Новини - Міністерство інфраструктури України (mtu.gov.ua)

  • 10 Millionen Tonnen landwirtschaftliche Erzeugnisse exportiert

In den 5,5 Kriegsmonaten hat die Ukraine fast 10 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Erzeugnisse exportiert. 2020 waren es mit 19,5 Millionen Tonnen mehr als doppelt so viel. Das am meisten exportierte Getreide ist Mais.

Quelle: Amt für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine

  • Größte Anzahl von Schiffen mit Getreide aus Donau-Häfen

In diesem Jahr schickt die Ukraine die größte Anzahl von Getreide-Schiffen aus den Häfen an der Donau. Davor konnten die ukrainischen Donauhäfen nur über den Sulina-Kanal erreicht werden, der durch Rumänien läuft. Nach der Befreiung der Schlangeninsel wurde der direkte Zugang zum Schwarzen Meer von den Häfen an der Donau über den Bistrij-Kanal möglich

Quelle: Ministerium für Infrastruktur der Ukraine | За минулу добу у напрямку українських Дунайських портів пройшла рекордна кількість суден - Новини - Міністерство інфраструктури України (mtu.gov.ua)

  • Wegen der russischen Aggression im Schwarzen und Asowschen Meer hat die Ukraine in diesem Jahr ihre Getreideexporte auf der Schiene erhöht.

Die erste Lieferung landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus der Ukraine kam am 23. August per Bahn in Deutschland an. 1.200 Tonnen Mais wurden im Seehafen Rostock angeliefert. Die Eisenbahnwaggons mussten an der Grenze zu Polen umgeladen werden.

Quelle: NDR

Anastasia Buchna
Foto-Credits: Ministery of Infrastructure of Ukraine

Ansprechpartner
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Pressesprecherin Schülergenossenschaften
Sabine Bömmer
Bereich Kommunikation & Change
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