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Schülergenossenschaften: Volksbanken Raiffeisenbanken starten Gründungsinitiative

Newsroom | Veröffentlicht am 04.02.2022

YouGov-Umfrage als Anlass: Sehr gute Reputation von Genossenschaften. Junge Menschen signalisieren beim Thema „Genossenschaft“ Informationsbedarf. Genossenschaftsbanken wollen zwei Schülergenossenschaften je Landkreis und kreisfreie Stadt initiieren.

Kiel. „Wir freuen uns, dass das genossenschaftliche Prinzip viele Menschen in Schleswig-Holstein überzeugt und Genossenschaften wie die Volksbanken und Raiffeisenbanken einen sehr guten Ruf haben. Gleichzeitig sehen wir Nachholbedarf bei jüngeren Menschen. Daher wollen wir einen Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen die Funktionen und Stärken von Genossenschaften aus eigenem Unternehmertum heraus kennenlernen.“ So begründet Stefan Lohmeier, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank eG mit Sitz in Itzehoe und Vorsitzender des Regionaltages Schleswig-Holstein im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen, eine besondere Initiative der Genossenschaftsbanken in Schleswig-Holstein. Die Volksbanken Raiffeisenbanken wollen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten des Landes die Gründung von Schülergenossenschaften initiieren. Eine Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium ist vereinbart.

Bislang gibt es eine Schülergenossenschaft in Schleswig-Holstein, die Ruanda-Gilde eSG am Internat Louisenlund in Güby. Bundesweit bestehen rund 180 Schülergenossenschaften, vor allem in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Mit ihrer Initiative wollen die Genossenschaftsbanken zweierlei, so Lohmeier: „Die von unserem Verband initiierte repräsentative Umfrage zeigt, dass Genossenschaften ein immenses Potenzial haben, um Menschen dabei zu helfen, ihre Lebenswirklichkeit selbst zu gestalten. Damit sind sie ein aktuelles, modernes und subsidiäres Instrument für Kommunen und Bürger*innen, in gemeinsamer Verantwortung Lösungen für Versorgungsdefizite zu initiieren.“ So gaben in der YouGov-Umfrage 52 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein an, sich „auf jeden Fall“ oder „wahrscheinlich“ für genossenschaftliche Lösungen im Bereich Wohnen zu engagieren, gefolgt von Einkaufsmöglichkeiten (47 Prozent), medizinischer Versorgung (45 Prozent) und Wind-Energie (44 Prozent).

Gleichzeitig braucht es für genossenschaftliche Gründungen engagierte Menschen, die wissen, wie Genossenschaft geht. „So sehen wir die Chance, dass jüngere Altersgruppen ihre Gründungserfahrung bei Schülergenossenschaften auch bei der Gründung von eingetragenen Genossenschaften einbringen“, so Lohmeier.

„Ich glaube in der Tat, dass unserer Gesellschaft mehr Genossenschaften guttun würden. Und deshalb sollten wir alle gemeinsam daran arbeiten, dass die Vorteile des Genossenschaftsgedankens noch breiter kommuniziert werden. Im Juni vergangenen Jahres hat das Kabinett den Boden dafür bereitet, dass der Genossenschaftsverband die Ministerien der Landesregierung projektbezogen ansprechen kann. Ich freue mich, dass der Genossenschaftsverband diese Möglichkeit wahrnimmt und nun mit seiner Initiative für Schülergenossenschaften ganz aktiv auf die jüngere Zielgruppe zugehen will“ sagte Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack.

„Die Innovationsfreude der Schülergenossenschaften ist erstaunlich groß“, betont Lohmeier. „Die Geschäftsmodelle reichen vom Schulkiosk über die eigene Imkerei bis zum Verkauf von fair gehandelten Waren. Darüber hinaus sind Schülergenossenschaften nachhaltige Projekte, die auf viele Jahre und mehrere Schülergenerationen ausgerichtet sind.“ Als weitere Vorteile sieht der Volksbankvorstand: „Die jungen Menschen haben so die Möglichkeit, das solidarische und demokratische Unternehmensmodell Genossenschaft praktisch kennenzulernen und zu erproben. Außerdem lernen sie schon in jungen Jahren, wirtschaftlich und unternehmerisch zu denken und zu handeln.“

Der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen ist Träger des Projektes, führt unter anderem die Gründungsprüfung durch und organisiert die jährliche Prüfung der Schülergenossenschaften. Vor Ort unterstützt eine Partnergenossenschaft wie eine Volksbank oder Raiffeisenbank vor allem bei wirtschaftlichen und genossenschaftlichen Fragen. Das Projekt wird in Abstimmung und mit Unterstützung des Bildungsministeriums Schleswig-Holstein auf den Weg gebracht.

Weitere Informationen: www.schuelergeno.de

Ansprechpartner
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Pressesprecher Genossenschaftswesen
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