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Attraktives Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften beschleunigt Wachstum bei Einlagen und Krediten

Erstmals seit Euro-Krisenjahr 2010 legen Einlagen stärker zu als Kredite – Verbraucher suchen Sicherheit, Nähe und Verlässlichkeit
Attraktives Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften beschleunigt Wachstum bei Einlagen und Krediten

Vorstandsmitglied Horst Kessel (l.) und Verbandspräsident Michael Bockelmann (m.) bei der Pressekonferenz zur Entwicklung der Volksbanken Raiffeisenbanken

Frankfurt, 03.03.2017 – Ein stark anziehendes Einlagengeschäft sowie ein vor allem dank der Gewerbefinanzierung boomendes Kreditgeschäft kennzeichnen das Geschäftsjahr 2016 bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken: Dabei wird das Plus von 5,2 % auf 131,1 Milliarden Euro bei den Krediten noch übertroffen von 5,5 % auf 162,5 Mrd. Euro bei den Einlagen.

Die durchschnittliche Bilanzsumme der Volksbanken und Raiffeisenbanken im 13 Bundesländer umfassenden Verbandsgebiet des Genossenschaftsverbands springt um 12 % auf 818 Mio. nach oben, während die gesamte Bilanzsumme um 4,5 % auf 214,4 Mrd. Euro zulegt. Mit einem Rückgang von 281 auf 262 Kreditgenossenschaften hat sich das Fusionstempo gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht. Die Zahl der Mitglieder wächst 2016 erneut: um 26.470 auf 4.290.289.

„Die Verbraucher suchen Sicherheit, Nähe und Verlässlichkeit. Deshalb ist unser Geschäftsmodell für sie so attraktiv“, kommentiert Verbandspräsident Michael Bockelmann die Wachstumsdynamik im Kundengeschäft. „Ihr Vertrauen sorgt für einen starken Einlagenzustrom. Die Zuverlässigkeit als Finanzierungspartner in meist langjährigen Kundenbeziehungen beflügelt das Kreditgeschäft. Allerdings zeigt das Fusionsgeschehen, dass besonders kleinere Häuser sich im Zangengriff sinkender Erträge durch die Niedrigzinsphase und steigender Kosten durch die Regulierung befinden.“

Immer höherer Anteil der täglich fälligen Gelder an den Einlagen

Der Einlagern-Zustrom geht fast ausschließlich auf das Konto der täglich fälligen Sichteinlagen – diese legen um 9,2 % auf 106,5 Mrd. Euro zu. Der Strukturanteil der täglich fälligen Gelder an den Kundeneinlagen ist allein 2016 von 63,3 % auf 65,5 % gestiegen. Im Zehn-Jahres-Zeitraum seit 2007 beträgt die Veränderung 26 Prozentpunkte. Seit 2015 hat sich das Einlagenwachstum durch diese Gelder deutlich beschleunigt. Es übertrifft 2016 erstmals seit dem Euro-Krisenjahr 2010 das der Kredite, obwohl diese ebenfalls deutlich zulegen.

Gewerbliche Kredite sind Wachstumstreiber

Das Plus von 5,2 % bei den ausgereichten Krediten liegt wie die Zuwächse bei den Einlagen deutlich über der Entwicklung des Gesamtmarkts in Deutschland. Der Bestand an langfristigen Kundenkrediten erhöht sich um 6,0 % auf 113,3 Mrd. Euro. Auf sie entfallen aktuell 86,4 % des bilanziellen Kundenkreditvolumens (2015: 85,8 %). Stärkster Wachstumstreiber sind wie schon in den vergangenen Jahren die gewerblichen Kredite (+ 6,4 %). Ihr Anteil am Kundenkreditvolumen steigt von 54,5 auf 55,1 %. Die Zunahme im gewerblichen Kreditgeschäft übertrifft die bei den privaten Krediten um 2,6 Prozentpunkte. Deren Wachstum wird von den Immobilienfinanzierungen mit einem Plus von 5,6 % getragen. Ihr Anteil an den gesamten privaten Krediten steigt auf 85,7 %. Für die Zeit seit 2011 zeigt sich eine deutliche Erhöhung um über 4 Prozentpunkte. „Die Kunden wollen die Chance niedriger Zinsen für die Erfüllung ihrer Eigenheimwünsche durch langfristige Finanzierungen nutzen“, sagt Michael Bockelmann. Allerdings stehe dem die Entwicklung der Grundstückspreise gegenüber. Immerhin 37 % der Banken sehen laut der Umfrage des Genossenschaftsverbands  bei anhaltend niedrigen Zinsen für ihren regionalen Markt die Gefahr einer Blasenbildung.

Ende 2020 voraussichtlich nur noch 175 Kreditgenossenschaften im Verbandsgebiet

Die Kosten der Regulierung und der Ertragsdruck durch die Niedrigzinsphase sind entscheidende Triebfedern für den Fusionsdruck auf die Volksbanken und Raiffeisenbanken. Nach der hohen Zahl an Verschmelzungen im Vorjahr sind für 2017 bereits elf weitere gemeldet. Angesichts dieser Entwicklung passt der Genossenschaftsverband die bisherige Prognose zu Fusionen nach oben an. Bockelmann: „Nachdem wir bisher von einem Rückgang der Mitgliedsbanken auf 200 bis Ende 2020 ausgingen, erwarten wir jetzt nur noch 175. Ihre durchschnittliche Bilanzsumme dürfte auf 1,5 Mrd. Euro steigen.“

Fusion mit RWGV zum „Verband der Regionen“ stärkt die gemeinsame Positionierung

Die von seinem Verband und dem Rheinisch-Westfälischem Genossenschaftsverband (RWGV) angestrebte Fusion sieht Bockelmann als entscheidenden Schritt, um auch weiterhin den Mitgliedern das angesichts schnell wachsender Komplexität benötigte Know-how bieten zu können: „Das betrifft u.a. den Ausbau der Spezialisierung in der Fachbetreuung und Prüfung der Banken, aber auch für zusätzliche Branchen-/ Fachgruppen. Hinzu kommt die konsequente Digitalisierung des Leistungsangebots, z.B. in der Prüfung oder für mediales Lernen.“ Der künftige Verband soll den Namen „Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V.“ tragen und damit die Verpflichtung gegenüber den Mitgliedern zum Ausdruck bringen, die bewährte regionale Verankerung in der Gremien- und Standortstruktur des Verbandes nachhaltig abzusichern. Die Fusion soll im April 2017 rückwirkend zum Jahresbeginn von den Mitgliederversammlungen beschlossen werden. Die Mitgliederversammlung des Genossenschaftsverbands tagt dazu am 27. April in Mainz.


Der Genossenschaftsverband e.V. vertritt die Interessen von rund 2.200 Mitgliedsunternehmen in 13 Bundesländern, die zusammen rund 4,5 Millionen Mitglieder haben. Zudem ist er für seine Mitgliedsgenossenschaften Prüfungs- und Beratungsverband sowie Bildungsträger. Als moderner Dienstleister betreut der Verband Unternehmen aus den Bereichen Kreditwirtschaft, Landwirtschaft, Handel, Gewerbe und Dienstleistungen sowie Energie, Versorgung und Immobilien. Die Mitgliedsunternehmen stehen für rund 93.000 Arbeitsplätze. Der Genossenschaftsverband blickt auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück und hat Verwaltungssitze in Neu-Isenburg und Hannover. Dazu kommen die Geschäftsstellen in Baunatal (Nordhessen), Berlin, Leipzig, Rendsburg (Schleswig-Holstein) und Schwerin. Der Genossenschaftsverband wird vertreten durch den Verbandspräsidenten Michael Bockelmann sowie die Vorstandsmitglieder Klaus Bellmann, Horst Kessel, René Rothe, und Marco Schulz. www.genossenschaftsverband.de


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