27.11.2017

Zur Entscheidung des Bundesrats zur Stoffstrombilanz

Ein Beitrag von…

René Rothe

Der Bundesrat hat am Freitag einer Regierungsverordnung zur so genannten Stoffstrombilanz mit einigen Änderungen zugestimmt. Die Verordnung, die bereits ab 1. Januar 2018 zur Anwendung kommt, gilt unter anderem für Betriebe mit mehr als 50 Großvieheinheiten je Betrieb oder mit mehr als 30 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bei einer Tierbesatzdichte von jeweils mehr als 2,5 Großvieheinheiten je Hektar. Damit kommt auf unsere Mitglieder ein Mehraufwand zu. Ab dem nächsten Jahr müssen sie die zugeführten und abgegebenen Mengen an Stickstoff und Phosphor bilanzieren und bewerten.

Erfreulich ist, dass die Länderkammer für die Empfehlung des Bundesratsagrarausschuss votierte. Entgegen der Vorschläge der Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein enthält die Verordnung nun eine Wahlmöglichkeit für landwirtschaftliche Betriebe. Zur Bewertung der Stoffstrombilanz können sie entweder den betriebsspezifischen, zulässigen Bilanzwert verwenden oder eine pauschale Obergrenze von 175 kg N/ha heranziehen. Die Wahlmöglichkeit gilt zunächst nur vorläufig bis Ende 2022.

Kurzfristig gilt es sicherzustellen, dass die neuen Regeln praktikabel umgesetzt werden können. Frühzeitig, nach einer ersten Erprobungsphase, müssen dann die Erfahrungen gesammelt und das Modell zielgerichtet und anwendungsfreundlich weiterentwickelt werden. Hinsichtlich möglicher Anpassungen sollten nicht wie in der Vergangenheit einzig die Interessen der Politik sondern die der betroffenen Bauern und Landwirten stehen.