03.04.2018

Regionale Banken erheben ihre Stimme – auch in der Schweiz

Ein Beitrag von…

Ralf W. Barkey

Eine Regulierung, die nicht hinreichend zwischen risikoarmen regionalen Instituten und systemrelevanten Großbanken unterscheidet, schadet den regionalen Häusern. Um als regionale Banken bei der Politik verstärkt Gehör zu finden, setzen sich die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gemeinsam mit ihren Verbänden für eine differenzierte Bankenregulierung ein. Eine zentrale Bedeutung nehmen regelmäßige Gespräche der Volksbanken und Raiffeisenbanken mit Abgeordneten, Ministern und Vertretern der Aufsichtsbehörden ein, bei denen der Genossenschaftsverband seine Mitglieder intensiv unterstützt.

Dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken mit dieser Herausforderung nicht allein sind, zeigen aktuelle Entwicklungen in der Schweiz. In unserem südlichen Nachbarland wollen sich Regionalbanken – darunter auch Genossenschaftsbanken – zu einem eigenen Verband zusammenschließen, um gemeinsam und zielgerichtet Interessenvertretung zu betreiben. Ihre Motivation: In der Schweiz müssen auf das regionale Unternehmens- und Privatkundengeschäft fokussierte Kreditinstitute komplexe neue regulatorische Vorgaben erfüllen, die eigentlich auf internationale Großbanken zugeschnitten sind. Das wollen die Regionalbanken in der Alpenrepublik ändern.

Aktuelle Entwicklungen in der EU machen Mut. Die Hinweise der Regionalbanken haben dazu geführt, dass inzwischen auf EU-Ebene konkrete Vorschläge für mehr Proportionalität in der Bankenregulierung entwickelt worden sind. Auch im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD auf Bundesebene wird ausdrücklich das Ziel formuliert, in der Bankenregulierung zwischen Banken mit unterschiedlichen Größen und unterschiedlichem Risikogehalt zu unterscheiden.

Auch wenn die vorliegenden Vorschläge an einigen Stellen ergänzt werden sollten: Dass das Thema in der politischen Diskussion angekommen ist, zeigt, dass es sich lohnt, wenn regionale risikoarme Banken ihre Stimme erheben.