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Pauschalwertberichtigungen: Deutsche Kreditwirtschaft warnt vor überhöhter Komplexität

newsroom | Veröffentlicht am 18.06.2019
Siegfried Mehring
Vorstandsmitglied

Das Adressenausfallrisiko gehört im Bankgeschäft zu den wesentlichen Risikoarten. Aufgrund des sehr langen und guten Konjunkturverlaufs sind bei den Instituten deutlich weniger Kreditausfälle in der jüngeren Vergangenheit zu beobachten. Dennoch müssen auch latente Ausfallrisiken im Jahresabschluss sachgerecht abgeschirmt werden.

Die Regelungen zur Bildung sogenannter Pauschalwertberichtigungen, die auf das Risiko abstellen, dass nicht als akut ausfallgefährdet angesehene Kredite oder Kreditteile zu einem späteren Zeitpunkt ganz oder teilweise ausfallen können, sollen daher weiterentwickelt werden. Die Details, die vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) erarbeitet werden, sind derzeit Gegenstand einer intensiven Debatte.

Ebenso wie wir hält die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), der Zusammenschluss der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände, eine angemessene Überarbeitung der Regelungen für sinnvoll. Die vorgeschlagene Berechnung auf Basis eines Lifetime-Expected-Loss unter Anrechnung von Bonitätsprämien kritisiert die DK als zu komplex. Als Alternative befürwortet sie die auch von uns empfohlene Berechnung der Pauschalwertberichtigungen auf Basis des Einjahres-Expected-Loss. Zurecht weist die DK zudem auf die dem Bilanzierungsstandard HGB immanente Methodenfreiheit hin, die auch bei der Schätzung des erwarteten Verlustes beibehalten werden sollte.

Von sinnvoll ausgestalteten neuen Regelungen zur Bildung von Pauschalwertberichtigungen wird die Bankenbranche langfristig profitieren. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Diskussion sehr zu begrüßen. Der Genossenschaftsverband wird Mitglieder und Kunden weiterhin über den aktuellen Stand informieren und bei Bedarf entsprechende Unterstützungsmaßnahmen entwickeln.

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