14.05.2018

Nachhaltigkeitsberichte sind Herausforderung und Chance für Genossenschaftsbanken

Ein Beitrag von…

Siegfried Mehring

Ab dem Geschäftsjahr 2017 müssen größere Volksbanken und Raiffeisenbanken regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. Auf diese Weise will die EU die Transparenz über ökologische und soziale Aspekte in Unternehmen erhöhen. Für Genossenschaftsbanken stellt die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung Herausforderung und Chance zugleich dar: Einerseits steigt der bürokratische Aufwand, der schon infolge der vielen aufsichtlichen Meldepflichten immens ist, weiter. Andererseits können Volksbanken und Raiffeisenbanken mit ihren Nachhaltigkeitsberichten die Chance nutzen, noch stärker herauszuarbeiten, wie nachhaltig positiv sie für ihre Mitglieder und in ihren Regionen wirken.

Bereits im Genossenschaftsgesetz ist der besondere Förderauftrag der Genossenschaften festgelegt. Ihre Aufgabe ist es, den Nutzen für ihre Mitglieder zu maximieren und nicht den Gewinn. Deswegen sind die Volksbanken und Raiffeisenbanken zum Beispiel weit überproportional in der regionalen Mittelstandsfinanzierung aktiv und unterstützen damit die Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen vor Ort. Im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements machen sich Genossenschaftsbanken unter anderem für Kinder und Jugendliche sowie für regionale Vereine und Initiativen stark.

Viele Volksbanken und Raiffeisenbanken treiben zudem aktiv die Energiewende in Bürgerhand voran. Sie unterstützen regionale Genossenschaften, die Photovoltaik- und Windkraftanlagen, Bioenergiedörfer oder Nahwärmenetze betreiben. Eine wichtige Rolle übernehmen die Volksbanken und Raiffeisenbanken auch im Rahmen der Programme, mit denen öffentliche Förderbanken nachhaltige Vorhaben von Unternehmen und Privatpersonen unterstützen. Als Finanzierungspartner sorgen sie dafür, dass diese Mittel denjenigen zu Gute kommen, die sie besonders effektiv und kompetent nutzen.

Genossenschaftsbanken haben also beste Voraussetzungen, um interessante und informative Nachhaltigkeitsberichte zu verfassen, die weit über das hinausgehen, was andere Unternehmen unter dem Stichwort Corporate Social Responsibility verfolgen. Die Co-operative Social Responsibility hat Markenqualität.

Bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten müssen jedoch einige auslegungsbedürftige Regeln beachtet werden. Diese beschreibe ich gemeinsam mit meinen Kollegen beim Genossenschaftsverband, Volker Hartke und Konstantin Pieper, in einem Beitrag der Zeitschrift "WPg - Die Wirtschaftsprüfung", den Abonnenten in der Ausgabe 8/2018 nachlesen können (kurzer Textauszug hier). Bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten können die Volksbanken und Raiffeisenbanken aber auch direkt auf die Expertise des Genossenschaftsverbands zurückgreifen. Unsere Berater, Betreuer und Prüfer bieten vielfältige Informationen und Dienstleistungen zu diesem Thema.

Ich freue mich auf spannende Diskussionen über die nachhaltige Wirkung von Genossenschaftsbanken – sowohl innerhalb unserer Finanzgruppe als auch in der Öffentlichkeit.