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„Faule“ Kredite in Europa: Wall Street Journal warnt vor versteckten Risiken

newsroom | Veröffentlicht am 23.07.2019
Ralf W. Barkey
Vorstandsvorsitzender

Notleidende Kredite – gemeint sind Forderungen, bei denen die Schuldner seit einiger Zeit in Verzug sind oder Anzeichen für eine drohende Nichtzahlung vorliegen – stellen bei etlichen systemrelevanten Banken in Europa ein Problem dar. Die Europäische Zentralbank bezifferte den Bestand an solchen „faulen“ Krediten Ende März mit insgesamt rund 590 Milliarden Euro bei den gut 100 größeren, von ihr direkt beaufsichtigten europäischen Instituten.

Politik und Aufseher streben eine Reduktion dieser Risiken an. Auf den ersten Blick sind viele der betroffenen Institute hierbei erfolgreich: In den vergangenen zwölf Monaten sank der Bestand an notleidenden Krediten laut EZB um 16 Prozent.

Doch sind die Risiken für diese Institute – und dadurch auch für die Steuerzahler – in vergleichbarem Umfang zurückgegangen? Ein aktueller Bericht des „Wall Street Journal“ weckt Zweifel: Zumindest einige Kreditinstitute haben sich demnach nicht komplett von den Problemkrediten getrennt. Über komplexe Verbriefungstransaktionen oder andere Umwege trügen sie weiterhin einen Teil der Ausfallrisiken dieser Kredite, so der Zeitungsbericht.

Dies bestätigt meine Vermutung, dass im europäischen Bankensektor anhaltende Fehlanreize bestehen. Insbesondere für private Institute, die „Too big to fail“ sind und im Krisenfall auf Staatshilfen hoffen können, lohnt es sich weiterhin, erhöhte Risiken einzugehen, um kurzfristig ihre Gewinne zu maximieren.

Solche Fehlanreize auszuräumen, muss für Bankenregulierer höchste Priorität haben. Selbstorganisierte Einlagensicherungssysteme, die die Prävention in den Mittelpunkt stellen, sind hier ein möglicher Weg. Dies trifft auf die über 80 Jahre alte Sicherungseinrichtung der Volksbanken und Raiffeisenbanken klar zu. Solche Systeme sollten gestärkt werden – und weiteren Banken in Europa als Vorbild dienen. Eine zwangsweise Vergemeinschaftung der EU-Einlagensicherung, bei der solide Regionalbanken für systemrelevante Institute mit riskanten Geschäftsmodellen haften müssten, ohne im Rahmen präventiver Maßnahmen auf diese Einfluss nehmen zu können, würde die Fehlanreize dagegen weiter verstärken.

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