25.07.2018

Ein solides Bankensystem braucht angemessene Berichtspflichten und Bilanzierungsstandards

Ein Beitrag von…

Siegfried Mehring

Die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gehören zu den stabilsten Bankengruppen in Europa. Als Genossenschaftsbanken ist es ihr Ziel, Nutzen für ihre Mitglieder, zum Beispiel mittelständische Unternehmer, zu schaffen. Deswegen streben sie langfristige Solidität an und keine kurzfristige Gewinnmaximierung. Ein solches Geschäftsmodell erfordert passende Rahmenbedingungen. Dazu gehören angemessene Berichtspflichten und Bilanzierungsstandards.

Eine besondere Herausforderung stellt die Verschärfung der externen Berichtspflichten für kleinere Kreditinstitute dar, die seit der Finanzmarktkrise stattgefunden hat. Regionale Banken, die die Krise gar nicht verursacht haben, werden überproportional mit Bürokratie belastet. In unserer Stellungnahme zu einer Konsultation der EU zum Vorschriftenrahmen in der Unternehmensberichterstattung fordern wir die Regelsetzer deswegen auf, die Umsetzung neuer Berichtspflichten (wie aktuell zum Beispiel zum Thema Nachhaltigkeit) zunächst für einen angemessenen Zeitraum zu beobachten, anstatt in kurzen Abständen immer wieder neue Anforderungen einzuführen. Unnötige und übermäßig kostspielige Anforderungen sollten zügig gestrichen werden.

Sorgfältig analysieren sollten die Regulierer auch die Bedeutung von Bilanzierungsstandards für die Geschäftsmodelle der Banken. Für die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken hat sich die Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) als besonders gut geeignet erwiesen, wie wir in unserer Stellungnahme betonen. Daher sollten die Regulierer Kreditinstitute mit langfristig ausgerichteten Eigentümern und konservativen Geschäftsmodellen dazu ermutigen, nach bewährten Standards wie HGB zu bilanzieren, und für eine sinnvolle Weiterentwicklung dieser Standards sorgen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag für einen langfristig stabilen Bankensektor.