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Beratungsgesellschaft Bain: Genossenschaftsbanken besonders ertragsstark

newsroom | Veröffentlicht am 22.01.2019
Ralf W. Barkey
Vorstandsvorsitzender

Erstaunlich?

Die Beratungsgesellschaft Bain errechnete in ihrer Analyse „Deutschlands Banken 2018“ für die Genossenschaftsbanken 2017 eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite von 7 Prozent, während die deutsche Bankenbranche im Durchschnitt nur auf 4 Prozent kam. Die offenen Rücklagen ("Fonds für allgemeine Bankrisiken“) der genossenschaftlichen Bankengruppe wuchsen seit 1998 um rund 30 Milliarden Euro. Als einzige deutsche Bankengruppe mussten die Volksbanken und Raiffeisenbanken in diesem Zeitraum weder offene Rücklagen auflösen noch zusätzliches Kapital bei Anteilseignern einwerben.

Laut Bundesbank war die Nachsteuer-Eigenkapitalrendite der deutschen Genossenschaftsbanken in den vergangenen 20 Jahren nicht nur im Schnitt um rund 4 Prozentpunkte höher, sondern auch deutlich weniger schwankungsanfällig als die der privaten Großbanken. Die Aufwand-Ertrag-Relation der Kreditgenossenschaften fiel um durchschnittlich rund 10 Prozentpunkte besser aus als die der größten privaten Geldinstitute.

Ja, es mag dem Beobachter des deutschen Bankenmarktes überraschen, dass ausgerechnet die im Vergleich relativ kleinen Genossenschaftsbanken die ertragsstärkste Bankengruppe in Deutschland bilden.

Aber: Die Zahlen sind eine klare Bestätigung für das regional ausgerichtete Geschäftsmodell der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Dabei stellen Kreditgenossenschaften nicht die kurzfristige Renditemaximierung in den Vordergrund, sondern den langfristigen Mitgliedernutzen. Dies ist ein Grund für ihr weit überdurchschnittliches Engagement für den Mittelstand.

Dennoch konnten viele Volksbanken und Raiffeisenbanken nur infolge von Fusionen in den vergangenen Jahren ihr gutes Effizienzniveau halten. Eine entscheidende Ursache waren Bankenregulierung und Meldepflichten, die bei kleinen Instituten einen überproportionalen bürokratischen Aufwand verursachen. Infolgedessen verstärkte sich der Konzentrationstrend auf dem Bankenmarkt, der insbesondere im Hinblick auf Systemrisiken problematisch ist.

Gut, dass die EU-Finanzminister zur Entlastung von kleinen und risikoarmen Banken notwendige Schritte eingeleitet haben.

Nun aber heißt es, diese Vorschläge zügig umzusetzen und die EU-Bankenregulierung mit besonderem Fokus auf der Stärkung bewährter regionaler Bankenmodelle weiterzuentwickeln. So bekommen wir starke Banken und verhindern die Monokultur aus börsennotierten systemrelevanten Großbanken.

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