05.12.2018

Julia Klöckner will mit „Bundesprogramm Ländliche Entwicklung“ Mobilität, Digitalisierung und Ehrenamt stärken

Bundesministerin spricht vor rund 500 Teilnehmern auf dem Wirtschaftsforum der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Speyer

Zu einem Plädoyer für mehr Wertschätzung des hohen Lebensstandards in Deutschland hat die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, ihre Rede vor rund 500 Teilnehmern auf dem Wirtschaftsforum der rheinland-pfälzischen Volksbanken und Raiffeisenbanken in der Stadthalle Speyer genutzt. Bei der Veranstaltung zum Thema „Geld und Leben“ sagte sie: “Wir müssen die Wertigkeit von vielem erkennen, was unseren Alltag ausmacht. Wenn wir sonntags Tierwohl fordern, müssen wir Montag bis Samstag auch so einkaufen.“ Der Dürresommer habe das Interesse für landwirtschaftliche Produkte und die Menschen, die sie erwirtschaften geweckt. Trotz der extremen Wetteranomalie habe der Verbraucher nicht viel von den leeren Feldern der Landwirte bemerkt: „Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen, was für eine Errungenschaft das heutzutage ist – das ist Lebensqualität.“ Nach Angaben der Ministerin lebt über die Hälfte der deutschen Bürger in ländlichen Regionen – etwa 90 Prozent der Fläche seien ländlich geprägt. Es zeige sich ein sehr unterschiedliches Bild, auch in Rheinland-Pfalz: „Während einige Regionen einen starken Zuwachs haben – hier zum Beispiel der Rhein-Pfalz-Kreis – verlieren andere Landkreise viele Bürger, zum Beispiel der Landkreis Südwestpfalz.“ Um den Standort „Land“ zu erhalten, müsse dieser lebenswert bleiben. Klöckner kündigte an, die Legislaturperiode zu nutzen, um neue Maßstäbe zu setzen: „Mit meinem Bundesprogramm ‚Ländliche Entwicklung‘ werde ich die Themen Mobilität, Digitalisierung und Ehrenamt aufgreifen, um konkrete Lösungsansätze zu erproben.“

Rudolf Müller, Vorstandssprecher der Volksbank Kur- und Rheinpfalz eG, hob im Raiffeisenjahr 2018 die ungebrochene Kraft der Ideen des Vordenkers des Genossenschaftswesens hervor. Der 200. Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens biete die Plattform, auf die Möglichkeiten seiner Ideen auch jenseits der Bankenwelt aufmerksam zu machen: „Ihre Genossenschaftsbank versteht sich nicht nur als Garant für einen funktionierenden regionalen Wirtschaftskreislauf. Wir verstehen uns auch als Impulsgeber für die Entwicklung unserer Heimat. Wir leisten unseren Beitrag, damit es sich hier gut leben lässt.“

Zum Zusammenhang zwischen Geld und Erfolg nahm Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH, Stellung. Der Erfolg seines Vereins sei nicht am Reißbrett geplant gewesen, betonte Görlich, der bis heute auch diverse Führungspositionen im Gesundheitssektor innehat. Zentral sei der richtige strategische Ansatz: „Man muss in einem Prozess zulassen, dass Fehler kommen. Rückschläge im Tagesgeschäft dürfen uns nicht von der Strategie abbringen.“

Die Lacher auf seiner Seite hatte Kabarettist Vince Ebert, bekannt u. a. als Moderator der ARD-Reihe „Wissen vor acht – Werkstatt“, in der er in weniger als drei Minuten physikalische Zusammenhänge erklärt. Er stellte sich als „der dritte deutsche Physiker nach Oskar Lafontaine und Angela Merkel vor, der sein Geld mit Kabarett und Comedy verdient.“ Auf ebenso unterhaltsame wie nachdenkliche Weise präsentierte er Gedanken über Erfolg und Zufall. Sein Fazit: „Kreativität braucht Schlendrian. Unternehmen, die nur auf Effizienz gedrillt sind, sind nicht veränderungsfähig.“

Ansprechpartner

Dr. Volker Hetterich

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung

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