23.03.2018

Volksbanken und Raiffeisenbanken bauen digitale Angebote aus

Neu-Isenburg. Mit dem Ausbau digitaler Angebote entsprechen die Volksbanken und Raiffeisenbanken dem Wandel im Kundenverhalten. Dabei folgen sie einem Ansatz, der neue digitale Wege mit dem genossenschaftlichen Geschäftsmodell verzahnt. Das ist das Fazit einer Umfrage des Genossenschaftsverbands – Verband der Regionen unter den Mitgliedsbanken in 14 Bundesländern. So erwarten 63 Prozent der Banken für sich eine rückläufige Bedeutung der Bargeldversorgung und zugleich hohe Bedeutung für Mobile Payment mit dem Smartphone (66 Prozent) und der Girocard (49 Prozent). Dagegen glaubt nur 1 Prozent, dass Krypto-Währungen für die eigene Bank wichtig sein werden.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind bodenständig und innovativ zugleich: Mit der Integration digitaler Leistungen bleiben sie im Markt erfolgreich, indem sie ihren genossenschaftlichen Markenkern zeitgemäß umsetzen“, kommentiert Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbands, die Umfrageergebnisse. „Das zeigt sich auch daran, dass 42 Prozent unserer Mitgliedsbanken der Beratung mit digitalen Medien wie Video Chat hohes Gewicht einräumen. Unterschiedliche strategische Prioritäten in den Häusern spiegeln dabei die differenzierte Marktaufstellung nach Regionen und Kunden wider.“ In der Umfrage des Genossenschaftsverbands rechnen 45 Prozent der Mitgliedsbanken mit einer hohen Bedeutung der Internet-Giganten Google, Apple, Facebook und Amazon als neue Wettbewerber. Dagegen kommen die Fintechs hier nur auf 14 Prozent. Nach Einschätzung Barkeys zeigt das, dass die Finanzgruppe bereits an vielen Stellen erfolgreich mit jungen Akteuren in der Finanzszene kooperiere.

Bedenklich ist Barkey zufolge, dass nur 20 Prozent der 216 Umfrageteilnehmer dem digitalen Netz in der jeweiligen Region eine gute Qualität zubilligen. Dabei schneidet Hessen von den Flächenstaaten mit 36 Prozent klar am besten ab, gefolgt mit deutlichem Abstand von den in etwa auf gleichem Niveau liegenden Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. In den ostdeutschen Bundesländern bewerten nicht einmal 10 Prozent der Volksbanken und Raiffeisenbanken das Netz mit „gut“. „Diese Ergebnisse zeigen, wie weit wir entfernt sind von gleichwertigen Lebensverhältnissen“, kritisiert der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbands. „Die Kreditgenossenschaften sind mit ihrer dezentralen Ausrichtung, Entscheidungszentren und persönlicher Beratung überall in den Regionen ein wichtiger Faktor für den Erhalt leistungsfähiger regionaler Wirtschaftsstrukturen. Wir brauchen aber dringend Fortschritte bei der digitalen Infrastruktur, weil die ländlichen Räume sonst im Standortwettbewerb weiter zurückfallen. Vielfach leisten die Volksbanken und Raiffeisenbanken als Treiber für neue genossenschaftliche Lösungen einen Beitrag“, so Barkey. „Bürger, Unternehmen und Kommunen können sich zum Beispiel in Breitbandgenossenschaften zusammenschließen, um gemeinschaftlich den Ausbau voranzutreiben und von einer kostengünstigen Versorgung zu profitieren.“ Erste Breitbandgenossenschaften wurden 2017 bereits in Paderborn und Hagen gegründet. Allerdings muss Barkey zufolge „die öffentliche Hand zukunftsfähige Glasfasertechnologie zielgenau fördern.“

Charts: Umfrage Volksbanken Raiffeisenbanken

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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung

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