19.02.2018

Genossenschaftsbanken als Treiber für digitale Infrastruktur

In einer aktuellen Umfrage des Genossenschaftsverbands bei den Mitgliedsinstituten sagen 43 Prozent der Banken, das digitale Netz in ihrer Region sei unzureichend, weitere 37 Prozent halten es gerade mal für ausreichend. Nur ein Fünftel spricht von einem guten Stand. Neue Möglichkeiten bieten hier Breitbandgenossenschaften: Nach ersten Gründungen in 2017 eröffnet dieser Lösungsansatz Kreditgenossenschaften die Chance, den Mittelstand in ihrer Region fit zu machen für die digitale Zukunft.

„Geschäftspotenziale für die Volksbanken und Raiffeisenbanken durch neue genossenschaftliche Lösungen sehe ich bei der Schaffung einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur“, betont Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverband – Verband der Regionen. „Bürger, Unternehmen und Kommunen können sich in Breitbandgenossenschaften zusammenschließen, um gemeinschaftlich den Ausbau voranzutreiben und von einer kostengünstigen Versorgung zu profitieren.“

Zukunftsfähige Glasfasertechnologie zielgenau fördern

In Paderborn wurde vor kurzem die bundesweit einzige Breitbandgenossenschaft auf öffentlich-rechtlicher Basis gegründet. Kurz zuvor hatte bereits dank der Breitbandgenossenschaft Hagen für rund 200 Unternehmen in einem Gewerbegebiet ein neues Zeitalter der Datenübertragung begonnen. Wichtig sind Barkey zufolge aber auch geeignete politische Rahmenbedingungen für dieses bürgerschaftliche Engagement: „Die bestehenden Förderkulissen für solche Projekte sind leider unzureichend gestaltet. Die derzeitigen Aufgreifschwellen von 30 bis 50 Mbit/Sekunde sind zu niedrig bemessen, um die Glasfasertechnologie in einer Region voranzubringen. Wenn eine Deutsche Telekom mit dem von ihr verwendeten Vectoring per Kupferkabel bereits vor Ort ist, wird diese im Grunde schon veraltete Technologie subventioniert. Um zukunftsfähige Glasfasertechnologie zielgenau zu fördern, sollten diese Schwellen in Richtung 100 Mbit/Sekunde angehoben werden.“

Lebensfähige Regionen sind Voraussetzung für erfolgreiche Kreditgenossenschaften

Auch für weitere zentrale Herausforderungen der ländlichen Räume biete die genossenschaftliche Rechtsform innovative Lösungsansätze: vom demografischen Wandel über die medizinische Versorgung und die Energiewende bis hin zu Schulen. „Lebensfähige Regionen sind eine Voraussetzung für erfolgreiche Kreditgenossenschaften überall in diesen Regionen. Insofern können die Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht nur Treiber für die digitale Infrastruktur, sondern auch Inkubator für Neugründungen in anderen Zukunftsthemen sein“, ist Barkey überzeugt. Der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbands begrüßt, dass dem ländlichen Raum in der politischen Diskussion wieder Aufmerksamkeit geschenkt werde: „Ich glaube, dass wir mit unserem genossenschaftlichen Grundverständnis sehr viel beitragen können zur Belebung ländlicher Räume. Das Raiffeisenjahr 2018 bietet dafür eine hervorragende Plattform.“

Ansprechpartner

Dr. Volker Hetterich

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung

069 6978-3163 volker.hetterich@­genossenschaftsverband.de