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Zehn Jahre Lehman: Gegenmodell Genossenschaftsbank

Neu-Isenburg. 2,3 Millionen neue Mitglieder haben die deutschen Genossenschaftsbanken gewonnen, seitdem am 15. September 2008 die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmeldete – ein Plus von 14 Prozent. „Der Mitgliederzuwachs seit 2008 ist kein Zufall. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken waren in der Finanzmarktkrise die stabilste und verlässlichste deutsche Bankengruppe“, bekräftigt Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen. „Zehn Jahre Lehman steht auch für die ganz bewusste Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger, ein Bankenmodell zu wählen, das nicht für Zocken und Geschäfte am anderen Ende der Welt steht. Mitglied statt Aktionär, regional statt global, Eigenverantwortung statt Staatshilfe – all das sind zentrale Wesensmerkmale von Genossenschaftsbanken“, ergänzt der Verbandschef.

„Die Genossenschaftsbanken zeichnet aus, dass sie in der Finanzkrise keine Staatshilfen in Anspruch genommen haben. Zudem waren sie jederzeit zuverlässige Kreditgeber des Mittelstandes. Sogar auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise steigerten sie ihre Kredite an Unternehmen und Selbständige, während die Kreditbestände bei anderen Bankengruppen stagnierten oder sogar schrumpften.“

Ihre besondere Stabilität und Verlässlichkeit verdanken die Volksbanken und Raiffeisenbanken nach Barkeys Überzeugung vor allem ihrer genossenschaftlichen Rechtsform. „Anders als börsennotierte Kreditinstitute maximieren Genossenschaftsbanken den Mitgliedernutzen und nicht den Gewinn. Daher waren sie kaum auf dem US-Subprime-Hypothekenmarkt aktiv und konzentrierten sich stattdessen auf das regionale Mittelstands- und Privatkundengeschäft“, erklärt der Verbandschef. „Als kleinere regionale Institute sind sie auch nicht ‚Too Big To Fail‘. Sie konnten also nie darauf spekulieren, im Krisenfall vom Staat gerettet zu werden.“

Bankenregulierer sollten dieser Tatsache Rechnung tragen und stärker zwischen systemrelevanten Großbanken einerseits und risikoarmen Regionalbanken andererseits differenzieren, fordert Barkey. „Derzeit müssen die Volksbanken und Raiffeisenbanken viele regulatorische Anforderungen und Meldepflichten umsetzen, die eigentlich auf systemrelevante Großbanken zugeschnitten sind. Das stellt für sie eine überproportionale bürokratische Belastung dar – und es erhöht nicht die Finanzstabilität, da kleinere Banken ja gar kein systemisches Risiko darstellen.“

Ansprechpartner
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Stefanie Schulte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung
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