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Volksbanken und Raiffeisenbanken in Thüringen kurbeln Kreditvergabe an

Erfurt, 08.03.2017 – Mit einem Plus von 291 Mio. Euro auf 2,8 Mrd. Euro bei den Krediten (+11,7 %) und 183 Mio. Euro auf 5,5 Mrd. Euro bei den Einlagen (+3,5 %) sind die 13 Volksbanken und Raiffeisenbanken Thüringens abermals ein Garant für die wirtschaftliche Dynamik im Freistaat. Von der steigenden Kreditvergabe profitieren vor allem die Bereiche Maschinen- und Fahrzeugbau (+28,7 %) sowie der Dienstleistungsbereich (+24,9 %). Im Ergebnis legt das gewerbliche Kreditgeschäft um 13,8 % zu. Auch die Kredite an Privatpersonen steigen mit 5,2 % weiter an. Die genossenschaftlichen Kreditinstitute blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück, die gesamte Bilanzsumme im Bundesland beträgt nun knapp 7,1 Mrd. Euro (+6,5 %).

„Die Zahlen zeigen, dass die genossenschaftlichen Kreditinstitute ein wichtiger Partner der Realwirtschaft sind. Durch ihre Bankdienstleistungen sorgen sie für funktionierende Wirtschaftskreisläufe in den Regionen“, fasst Oskar Dieter Epp, Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG Gera • Jena • Rudolstadt und Sprecher der thüringischen Kreditgenossenschaften zusammen. Das betreute Kundenvolumen unter Einbeziehung des Vermittlungsgeschäfts an Unternehmen der FinanzGruppe wie der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der R+V Versicherung und der Fondsgesellschaft Union Investment legt um 5,9 % auf 10,9 Mrd. Euro zu. Große Steigerungen gab es bei den Depots der Union Investment (+8,6 % auf 686,6 Mio. Euro) auf Seiten der vermittelten Einlagen und bei den an easyCredit vermittelten Krediten (+9,5 % auf 109,3 Mio. Euro). Die Volksbanken und Raiffeisenbanken verzeichnen damit weiterhin ein dynamisches Wachstum im Kundengeschäft.

Kreditvergabe legt deutlich zu

Die Rolle der Volksbanken und Raiffeisenbanken als Motor der Wirtschaft wird besonders durch die stark steigende Kreditvergabe deutlich. Nachdem die Kredite bereits 2015 deutlich um 6,5 % zulegten, beschleunigte sich das Wachstum nochmals auf nun 11,7 %. Der Bestand an langfristigen Krediten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren stieg um 10,2 % und macht aktuell 84,9 % des bilanziellen Kundenkreditvolumens aus (2015: 86,0 %).

Überproportional legten die gewerblichen Kredite zu. Sie machen nun einen Anteil von 57,4 % an den Krediten aus, nach 55,5 % ein Jahr zuvor. Doch auch die privaten Kredite verzeichneten ein Wachstum. Sie stiegen um 5,2 % auf 1,1 Mrd. Euro, wobei Konsumentenkredite mit 13,3 % auf 90,5 Mio. Euro überproportional stark zulegten. Immobilienfinanzierungen verzeichneten ein Wachstum von 4,9 %. „Die Kunden nutzen die niedrigen Zinsen zur Erfüllung lang gehegter Wünsche“, sagt Epp. Bei den Immobilien steht dem Wunsch die Entwicklung der Grundstückspreise gegenüber. Immerhin 37 % der Banken sehen laut einer verbandsweiten Umfrage des Genossenschaftsverbands bei anhaltend niedrigen Zinsen für ihre Region die Gefahr einer Blasenbildung.

Auf der Einlagenseite dominieren Sichteinlagen

Auf der Einlagenseite nehmen die täglich verfügbaren Sichteinlagen einen immer höheren Anteil ein. Mit einem Plus um 8,1 % auf 3,4 Mrd. Euro sind inzwischen fast zwei Drittel der Einlagen (62,9 %) in einer solchen durch die historisch niedrigen Zinsen kaum bis gar nicht verzinsten Anlageform gebunden. „Die Kunden suchen Sicherheit und nehmen dabei reale Einbußen hin. Eine Beratung, die Anlagealternativen aufzeigt und dabei Sicherheit und Ertrag berücksichtigt, spielt daher eine immer größere Rolle“, sagt Epp. Eine wieder steigende Inflation verstärkt den Effekt noch. Die EZB-Politik der Negativzinsen bedeutet dabei auch für die Volksbanken und Raiffeisenbanken eine immer größere Herausforderung. Seit August gibt die DZ Bank, bei der die Häuser zuvor überschüssiges Geld kostenlos deponieren konnten, den EZB-Strafzins weiter. Auch die Kreditgenossenschaften selbst müssen solche Überlegungen anstellen. Eine eigens zu diesem Thema initiierte Umfrage des Genossenschaftsverbands unter seinen Mitgliedern zeigt immerhin, dass eine mögliche Weitergabe im Wesentlichen an Unternehmen, institutionelle Anleger und die öffentliche Hand erfolgt. „Privatkunden werden soweit wie möglich verschont“, sagt Epp.

Ertragskraft bleibt trotz Margendruck stabil

Das Niedrigzinsumfeld bringt für die Banken große Herausforderungen mit. In der Umfrage des Genossenschaftsverbands haben die Banken das Niedrigzinsumfeld als wichtigster Einflussfaktor auf die Unternehmenspolitik genannt, gefolgt von Bankenregulierung und Digitalisierung. Nach 1,14 % im Jahr 2015 wird 2016 ein weiter auf 1,06 % der durchschnittlichen Bilanzsumme (dBS) rückläufiges Ergebnis erreicht. Dank der gestiegenen Kundenvolumina bleibt das Betriebsergebnis der 13 Banken in Thüringen absolut aber mit 75 Mio. Euro stabil. Das Eigenkapital der Banken legte um 12,2 % auf 524 Mio. Euro zu, die Eigenkapitalquote der thüringischen Kreditgenossenschaften steigt von 7,1 % auf 7,4 %.

Volksbanken und Raiffeisenbanken bieten flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen

Aktuell sind die 13 Kreditgenossenschaften in Thüringen mit 169 Filialen, 62 SB-Stellen und 259 Geldautomaten überall in der Nähe ihrer Kunden vertreten. Dazu kommen zahlreiche digitale Angebote wie Internetbanking. Ihre 446.000 Kunden unterhalten dabei mehr als 718.000 Konten. „Als regionale Banken mit genossenschaftlicher Tradition sind wir unseren Kunden und Mitgliedern verpflichtet. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sorgen im Freistaat Thüringen für eine flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen“, sagt Epp.

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