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Umfrage: Ruhe vor dem Sturm? Bisher nur wenige Firmenkunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen

Pressemitteilungen | Veröffentlicht am 16.11.2020

Gewerbliche Kredite wachsen in den ersten drei Quartalen 2020 auf Vorjahresniveau

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken geben den Anteil der eigenen Firmenkunden, der aktuell besonders stark von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen ist, eher niedrig an. Laut einer Umfrage des Genossenschaftsverbandes unter den Mitgliedsinstituten in 14 Bundesländern sagen 38 Prozent der Umfrageteilnehmer, dieser liege unter 5 Prozent, weitere 39 Prozent sehen ihn zwischen sechs und zehn Prozent. Von mehr als der Hälfte betroffener Firmenkunden gehen nur knapp über ein Prozent der Banken aus. Zu diesen Ergebnissen passt, dass lediglich 13 Prozent der Banken angeben, aufgrund der Corona-Pandemie bisher die Standards für die Kreditvergabe angehoben zu haben. Weitere neun Prozent wollen dies zukünftig tun. „Bis zum Ende des dritten Quartals haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken ihr Volumen im gewerblichen Kreditgeschäft um 5,1 Prozent und damit in etwa auf Vorjahresniveau ausgeweitet. Die Umfrageresultate zeigen, dass dies keine aus der Not der Pandemie resultierende Kreditvergabe ist“, betont Ingmar Rega, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes. „Die Volksbanken und Raiffeisenbanken beobachten aber die Entwicklung sehr genau, denn niemand kann den Verlauf der Corona-Krise vorhersehen. Im Mittelpunkt steht dabei, ob die Kunden nachhaltig tragfähige Geschäftsmodelle haben, um dann von einer hoffentlich bald eintretenden wirtschaftlichen Erholung profitieren zu können.“

Erhebliche Spätfolgen für die Bankenbranche erwartet

Die Umfrageteilnehmer rechnen mit erheblichen Spätfolgen der Corona-Krise für Banken, wenn die derzeitigen regulatorischen Erleichterungen sowie staatlichen Hilfen für Gesamtwirtschaft und Unternehmen auslaufen. 58 Prozent erwarten große, weitere zwölf Prozent sogar sehr große Spätfolgen. „Angesichts der hohen Unsicherheit über die mittelfristigen Auswirkungen ist es wichtig, dass die EZB – gerade auch wegen der von ihr für Dezember angekündigten nochmaligen Ausweitung der expansiven Geldpolitik – die Regionalbanken entlastet. Dies ist sinnvoll, um deren hohe Kreditvergabefähigkeit weiter zu stärken“, unterstreicht Rega. „87 Prozent der Bankvorstände, die an der Umfrage teilgenommen haben, sehen hier Handlungsbedarf.“ Durch die Geldpolitik und die wegen Corona erhöhte Sparquote steigen die bei der EZB angelegten Einlagenvolumina noch einmal deutlich an. Auf diese müssen die Banken nach Abzug von Freibeträgen Negativzinsen entrichten. Rega: „Eine Erhöhung der Freibeträge bei der Zahlung der Strafzinsen auf Einlagen bei der Notenbank wäre hier ein wichtiger Schritt.“

Nur 13 Prozent glauben an planmäßiges Ende des Teil-Lockdowns

70 Prozent der 360 Mitgliedsbanken beteiligten sich zwischen dem 10. und 12. November an der aufgrund des Teil-Lockdowns kurzfristig angesetzten Umfrage. Dass dieser Anfang Dezember planmäßig gelockert wird, glauben nur 13 Prozent der Befragten. 57 Prozent erwarten dessen Andauern mindestens bis Ende Dezember, ein weiteres Viertel bis mindestens Ende Januar. Angesichts dieser Erwartungen für die nächsten Monate ist von Bedeutung, dass die Bewertung der Maßnahmen der Bundesregierung zur Unterstützung des Mittelstandes durchaus positiv ausfällt: 78 Prozent der Bankvorstände halten diese für angemessen. Dies spiegelt auch die Einschätzung zur Wirksamkeit dieser Maßnahmen bei den eigenen Firmenkunden wider, die zu einem etwa gleich hohen Anteil positiv ist.

Ansprechpartner
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Dr. Volker Hetterich
Bereich Kommunikation & Change
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