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NRW-Bankentag: Kreditinstitute als leistungsfähiger Partner von Wirtschaft und Verbraucher unersetzlich

Mit 132 Volksbanken und Raiffeisenbanken sind die Kreditgenossenschaften überall in Nordrhein-Westfalen in der Nähe ihrer Kunden präsent. 2017 ging ihre Zahl fusionsbedingt um 16 zurück, der Bilanzsummen-Durchschnitt stieg um 18 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen kritisiert den immer stärkeren Einfluss der Regulierung und damit marktfremder Faktoren auf diesen Prozess der Strukturveränderung.

„Die Volksbanken und Raiffeisenbanken können sich mit ihrem Förderauftrag optimal auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder sowie der Wirtschaft in ihrem jeweiligen Geschäftsgebiet ausrichten“, erläutert Vorstandsmitglied Klaus Bellmann. „Gerade in der genossenschaftlichen Organisation gibt es noch viele kleinere Banken, die von der Regulierungswelle überproportional belastet werden. Wenn es durch eine zunehmende Zahl von Auflagen zu immer mehr Fusionen kommt, führt dies in logischer Konsequenz zu einer Beschränkung von Wettbewerb. Das bekommen vor allem die Verbraucher und die mittelständische Wirtschaft zu spüren.“ Zum Markenkern der Gruppe gehöre die flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen - mit örtlicher Kundennähe und Allfinanz-Dienstleistungen erhalte sie den Wettbewerb in der Fläche aufrecht. Dies sei im ländlichen Raum zunehmend gefährdet. Bellmann zufolge dokumentiert die kontinuierlich wachsende Zahl der Mitglieder der Banken die aktuell starke Verankerung überall in den Regionen Nordrhein-Westfalens: 2017 stieg sie um über 12.000 auf ca. 2.750.000.

„Die Probleme, die man dem ländlichen Raum nachsagt – von der Entvölkerung bis zum Verfall der Infrastruktur – sind Herausforderungen, denen die Volksbanken und Raiffeisenbanken sich stellen müssen“, betont das Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes. Bellmann verwies auf eine Umfrage des Genossenschaftsverbands unter den Mitgliedsbanken in 14 Bundesländern vom Februar 2018. Nur 20 Prozent der 216 Umfrageteilnehmer billigen dem digitalen Netz in der jeweiligen Region eine gute Qualität zu. „Wir müssen das Leben und Arbeiten auf dem Land attraktiv machen, denn vitale Regionen sind die Voraussetzung für erfolgreiche Kreditgenossenschaften überall in den Regionen.“ Dabei gelte es, die Alleinstellung durch eine hohe Mitgliederzahl sowie als Partner für Finanzangelegenheiten quer durch alle Branchen und Bevölkerungsschichten fruchtbar zu machen. Jedoch werde das digitale Zeitalter langfristig eine erhebliche Entgrenzung mit sich bringen. Bellmann: „Eine Studie des Genossenschaftsverbandes in Kooperation mit dem Trendforschungsinstitut 2beaHEAD zum regionalen Banking 2030 hat gezeigt: Entscheidender Ankerpunkt für die Positionierung dürfte weniger das Banking selbst, als die den Kunden umgebende Region sein. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken könnten ihm als regionale Netzwerke zum unentbehrlichen Partner für regional orientiertes Verhalten werden.“

Im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen werden schon aktuell Genossenschaften in wichtigen Zukunftsfeldern gegründet. So spielen in Nordrhein-Westfalen die 147 fast durchweg von den Volksbanken und Raiffeisenbanken initiierten Energiegenossenschaften beim Ausbau der erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle für die Energiewende. Weitere Lösungsansätze bietet die genossenschaftliche Rechtsform unter anderem für Mobilität, Wohnen, Infrastruktur und Gesundheit. „Bürger, Unternehmen und Kommunen können sich zum Beispiel in Breitbandgenossenschaften zusammenschließen, um gemeinschaftlich den Ausbau zukunftsfähiger Glasfasertechnologie voranzutreiben“, erläutert Klaus Bellmann. „Erste Breitbandgenossenschaften bzw. Richtfunkgenossenschaften wurden 2017 in der Region Paderborn und in Hagen gegründet. Eine Studie im Auftrag der NRW-Bank hat gezeigt, dass die genossenschaftliche Rechtsform sich für die Umsetzung von Breitbandprojekten besonders eignet.“

Ansprechpartner
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Asmus Schütt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung
Bereichsleiter
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