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Genossenschaftsverbände zeigen niederländischem Königspaar nachhaltige Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen

Mainz. Königin Máxima und König Willlem-Alexander der Niederlande trafen aus Anlass des Raiffeisen-Jubiläumsjahrs 2018 am ersten Tag ihres Besuches in Rheinland-Pfalz mit Vertretern niederländischer und deutscher Genossenschaften zusammen. Im Rahmen eines Arbeitsessens zeigten die Genossenschaften dem Königspaar innovative Ideen und nachhaltige Konzepte zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Eingeladen hatte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Der Besuch des Königspaares reiht sich ein in eine Fülle von Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag des weltweit bedeutenden Sozialreformers und Vaters des Genossenschaftsgedankens, Friedrich-Wilhelm Raiffeisen.

In seiner Tischrede betonte Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen, die Modernität genossenschaftlicher Lösungen: „Genossenschaften können in einem subsidiär verfassten Europa eine wichtige Rolle einnehmen, wenn es darum geht, dass Menschen ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lebenswirklichkeit gemeinsam gestalten. Selbsthilfe und Selbstorganisation erleben derzeit eine Renaissance.“

Unterstützung fand Barkey bei seinem niederländischen Kollegen Arjen van Nuland, Direktor des Nationale Coöperatieve Raad, NCR: „Genossenschaften zeigen seit mehr als 100 Jahren, dass sie Bürgerinnen und Bürger durch Zusammenarbeit stärken und damit eine wichtige Säule der Gesellschaft und der Wirtschaft bilden. Gerade in Zeiten des wachsenden Populismus und steigender Unsicherheit stabilisieren Genossenschaften Wirtschaft und Gesellschaft. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verteilungsgerechtigkeit und wirtschaftlichen Stabilität.

Am Rande des Besuches des Königspaares trafen sich 20 Vertreterinnen und Vertreter genossenschaftlicher Unternehmen zum grenzüberschreitenden Austausch. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Genossenschaften auf regionaler und lokaler Ebene einen Beitrag leisten können, die Lebensqualität und Wirtschaft vor Ort zu verbessern. In beiden Länder stehen Genossenschaften vor der Herausforderung, dass genossenschaftliche Lösungen von politischen Entscheidungsträgern nur dann erwogen werden, wenn privatwirtschaftliche oder staatliche Alternativen sich nicht umsetzten lassen. Dabei gibt es in den Niederlanden wie in Deutschland zahlreiche Beispiele von öffentlichen Einrichtungen wie Glasfaser- und Versorgungsnetze, Energieerzeuger, lokale Einzelhandelsstrukturen und medizinische Einrichtungen, die erfolgreich genossenschaftlich betrieben werden.

Den Besuch des Königspaares nahmen der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen und der Nationale Coöperatieve Raad zum Anlass, eine enge Kooperation zu beginnen. Außer dem Erfahrungs- und Wissensaustausch werden grenzüberschreitende Kooperationsinitiativen hierdurch besser gefördert und unterstützt. Van Nuland: „Raiffeisens Idee mag zwar mehr als 150 Jahre alt sein. Sie ist aber relevanter und aktueller denn je. Das sehen wir in unseren beiden Ländern.“ Und Barkey ergänzte: „Wir müssen daran arbeiten, dass die Genossenschaften in Europa ihr gesellschaftliches Potenzial noch besser entfalten können. Dafür brauchen wir auch mehr grenzüberschreitende genossenschaftliche Lösungen.“

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