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Barkey: EZB gefährdet Altersvorsorge in Deutschland

© panthermedia

Zinspolitik: Seit 2010 331,6 Mrd. Euro Einbußen bei Zinseinkünften auf Einlagen – bei Volks- und Raiffeisenbanken bis Mai Einlagen-Plus im Vorjahresvergleich von fast sechs Prozent

„Die EZB hatte anfangs den richtigen Ansatz, den hochverschuldeten Staaten Luft zu verschaffen, damit diese ihre Verschuldung zurückfahren können. Doch es ist zu wenig geschehen und die EZB hält bis in die Gegenwart an ihrer Politik des billigen Geldes fest. Die Zeche hierfür zahlen die Sparer“, kommentiert Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbands – Verband der Regionen, die EZB Zinspolitik. “Die EZB trägt auch eine soziale Verantwortung. Es kann nicht sein, dass aufgrund politisch motivierter Negativzinsen gerade die kleinen und mittleren Vermögen einen Substanzverlust hinnehmen müssen.“

Nach aktuellen Berechnungen der genossenschaftlichen Zentralbank DZ Bank beträgt die Einbuße der privaten Haushalte gegenüber einem für den Zeitraum 1999 - 2009 ermittelten Normalzinsniveau von 2,3 Prozent insgesamt 331,6 Mrd. Euro. Durch die wieder gestiegenen Inflationsraten schrumpft spätestens seit 2017 sogar der reale Wert des Geldvermögens. Im laufenden Jahr dürfte den Berechnungen zufolge der Wertverlust bei 47 Mrd. Euro liegen. „Die EZB gefährdet zunehmend die Altersvorsorge. Denn die steigende Inflation trifft vor allem den Durchschnittsparer. Besonders betroffen sind gerade die unteren Einkommensklassen, bei denen die Bankeinlagen beim Geldvermögen dominieren“, beklagt Barkey. „Bei einem monatlichen Sparbetrag von 100 Euro und einer Verzinsung von 0,1 Prozent bleiben dem Anleger bei einer Inflationsrate von 1,6 Prozent zum Jahresende real nur 1.182 Euro. Schon ohne Berücksichtigung von Zinseszinseffekten hätte er binnen 10 Jahren einen realen Wertverlust von 180 Euro auf das netto angesparte Kapital.“ Der Trend zu sicheren und liquiden Anlagen, für die dieses Szenario realistisch ist, hält bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Verbandsgebiet unvermindert an: Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres verzeichneten sie bei den Einlagen einen Mittelzufluss von 8,2 Mrd. Euro auf 343,6 Mrd. Euro. Das ist ein Zuwachs um 2,5 Prozent. Gegenüber Mai 2018 beträgt das Plus sogar fast 6 Prozent.

„Sparen muss sich wieder lohnen“, fordert Barkey. „Der Gesetzgeber muss dafür Rahmenbedingungen schaffen, welche die private Altersvorsorge auf Basis von Sparplänen in Aktien oder Fondssparplänen steuerlich fördern und dem Sparer Rechtssicherheit bis ins Rentenalter garantieren. Der Sparerfreibetrag könnte dafür so aufgebaut werden, dass er den Sparern bei der Auflösung der jahrelang für den Aufbau der Altersvorsorge genutzten Kapitalanlagen zur Verfügung steht.“ Da der Staat durch die Nullzinspolitik viel Geld spare, könne er entsprechende Mittel bereitstellen, um einer späteren Überforderung entgegenzuwirken. „Es ist an der Zeit, dass den Sparern etwas zurückgegeben wird“, resümiert Barkey.

Ansprechpartner
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Dr. Volker Hetterich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung
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