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Bankenpolitik muss sich am Bedarf der Realwirtschaft ausrichten

Pressemitteilungen | Veröffentlicht am 03.09.2018

Neu-Isenburg. „Eine Bankenpolitik im Interesse der Realwirtschaft muss regionale Kreditinstitute in den Mittelpunkt stellen.“ Das betont Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen, angesichts aktueller Äußerungen von Bundesfinanzminister Olaf Scholz, laut denen Deutschland größere Banken benötige, um die heimische Wirtschaft zu begleiten. „Daten der Bundesbank zeigen, dass kleinere regionale Kreditinstitute als Finanzierungspartner für die Mehrheit der deutschen Unternehmen viel wichtiger sind als Großbanken“, erklärt Barkey. Lediglich 9,4 Prozent der Bilanzsummen der privaten Großbanken in Deutschland entfielen auf Kredite an inländische Unternehmen und Selbstständige. Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken seien es dagegen 28,8 Prozent.

„Kleinere Kreditinstitute sind nah an der regionalen Wirtschaft und kennen ihre Kreditnehmer gut. Die starke Präsenz regionaler Banken ist daher der Hauptgrund, weshalb der deutsche Mittelstand gut finanziert ist und auch die Finanzmarktkrise vor zehn Jahren ohne Kreditklemme überstanden hat“, erklärt Barkey.

Um auch in Zukunft eine optimale Kreditversorgung der Realwirtschaft sicherzustellen, sollte die Politik daher kleinere Kreditinstitute stärken. „Eine Klientelpolitik im Interesse systemrelevanter privater Großbanken muss vermieden werden.“ Es könne nicht sein, dass Bankenpolitik überwiegend an den Anforderungen weniger global tätiger Unternehmen ausgerichtet werde, so Barkey weiter. Erforderlich sei unter anderem eine Bankenregulierung, die stärker als bisher zwischen größeren und kleineren Banken differenziere, um überproportionale Belastungen für kleinere Institute auszuräumen, bekräftigt der Verbandschef. Als Beispiel nennt er Melde- und Offenlegungspflichten, die seit der Finanzmarktkrise stark ausgeweitet wurden. „Bei kleineren Banken mit soliden Geschäftsmodellen leisten umfangreiche Melde- und Offenlegungspflichten keinen Beitrag für mehr Finanzstabilität. Sie erhöhen aber den bürokratischen Aufwand und führen dadurch zu überproportionalen Belastungen für diese Institute.“

Mehr zu diesem Thema: http://www.genossenschaftsverband.de/proportionale-regulierung

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Stefanie Schulte
Bereich Kommunikation & Change
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