03.06.2019

Politik-Update: Baukindergeld endlich für Genossenschaftsanteile öffnen

Kaum Wohnungen, wenig Quadratmeter, hohe Preise: In der Stadt bezahlbaren Wohnraum zu finden, wird immer schwieriger. Besonders junge Familien finden kaum ein Zuhause, das Kindern Platz bietet und das sie sich leisten können. Schon gar nicht als Eigentum – auch nicht mit dem Baukindergeld.

Genossenschaftliche Wohnprojekte sind deshalb für immer mehr Eltern eine Alternative. Urban und gemeinschaftlich leben, einander unterstützen, gleichzeitig Mieter und Miteigentümer der eigenen vier Wände sein – für viele Menschen gute Argumente, mit anderen eine Genossenschaft zu gründen, um die eigene Vorstellung vom Wohnen und Leben umzusetzen. Aber anders als das Eigenheim wird der Erwerb von Genossenschaftsanteilen nicht mit dem Baukindergeld gefördert.

Seit Mitte Februar liegt der Bundesregierung ein Entschließungsantrag des Bundestages vor, der fordert, „das Baukindergeld innerhalb des bestehenden Kostenrahmens auch für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu öffnen – soweit sie zur Selbstnutzung einer Genossenschaftswohnung erforderlich sind.“ Der Antrag wurde vom Plenum mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen angenommen.

Seitdem ist – leider – nichts geschehen. Kritiker werfen dem Baukindergeld vor, keine echten Impulse für Neubauten zu setzen, den Antragsstellern zu wenig Zeit zu lassen und dadurch nur Mitnahme-Effekte zu erzeugen. All das wäre bei Genossenschaften nicht der Fall. Ein zweites Manko der Förderung: Dem Großteil der Familien ist es unmöglich, in der Stadt zu bauen oder zu kaufen. Daher greift die Förderung nur in den Vorstädten und am Stadtrand. Viele müssen deshalb auch immer längere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen, wenn sie lieber im Eigenheim statt in einer teuren Mietwohnung leben wollen. Genossenschaften hingegen bieten insbesondere in Städten Wohnraum.

Viele Familien warten. Deshalb ist es Zeit, jetzt zu handeln. Dass sein Förderziel, „Ersterwerb von selbstgenutzten Wohneigentum“, nicht mit Genossenschaften vereinbar sei, ist kein gültiges Argument: Denn bei der Eigenheimzulage wurden Genossenschaftsanteile mitgedacht und gefördert. Es lohnt sich immer noch, die Bedingungen des Baukindergelds jetzt zu ändern und für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu öffnen. Der Zuschuss kann in vielen Projekten den entscheidenden Unterschied in der Finanzierung ausmachen und Familien ein Leben in Gemeinschaft in der Stadt ermöglichen.

Der Genossenschaftsverband fordert…

  • die kurzfristige Umsetzung der Aufforderungen des Entschließungsantrags und damit die Öffnung des Baukindergelds für den Erwerb von Genossenschaftsanteilen.
  • die Kombinierbarkeit vom Baukindergeld-Zuschuss mit anderen Fördermitteln.
  • die Entwicklung eines Instruments zur Förderung genossenschaftlichen Wohnens, insbesondere für Familien.

Ansprechpartner

Inken Schrammen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit / Politische Interessenvertretung
Referentin

0211 16091-4654 inken.schrammen@­genossenschaftsverband.de