Genossenschaften und Europa: Diskussionsrunde mit Alexander Graf Lambsdorff

Am 23. Mai haben sich Vorstände aller drei Fachvereinigungen – Kreditgenossenschaften, landwirtschaftliche und gewerbliche Genossenschaften – mit Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident und Mitglied des Europäischen Parlaments, zum Gespräch getroffen. Gemeinsam mit Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), haben sie über die Bedeutung von Genossenschaften und die Herausforderungen, denen sie sich gegenüber sehen, diskutiert.

In puncto Regulatorik waren sich alle Diskutanten einig: Es gilt, die Auflagen praktikabler zu gestalten und die Hemmnisse gerade für kleine Organisationen zu reduzieren. „Das hohe Maß an regulatorischen Maßnahmen, das wir zur Zeit bei den Banken – aber nicht nur dort, sondern in allen Bereichen, in denen unsere Genossenschaften tätig sind – beobachten, schafft großen Organisationen strukturelle Vorteile. Kleine und mittlere Unternehmen werden dadurch aus dem Markt gedrängt“, kritisierte Barkey.

Klaus Geurden, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Krefeld eG und Vorsitzender des Verwaltungsrates des RWGV, fügte hinzu: „Die Regulatorik führt dazu, dass der Verbraucher bevormundet wird. Darüber hinaus zeitigen die umfangreichen Anforderungen einen erheblichen personellen wie finanziellen Aufwand für die Kreditgenossenschaften.“

Alle über einen Kamm zu scheren ist einfach. Damit Genossenschaften und mit ihnen die Diversität der Wirtschaft weiterhin gedeihen können, müssen komplexe Aufgaben differenziert gelöst werden.