Digitale Trends von der Agritechnica

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Vom E-Traktor bis zum selbstfahrenden Futtermischwagen: Während der weltgrößten agrartechnischen Fachmesse in Hannover, werden auch in diesem Jahr Trends und Neuheiten der Branche präsentiert, mit denen die Produktion effizienter und ressourcenschonender gestaltet werden und von denen auch Genossenschaften profitieren können.

Hannover. Konnte man sich noch vor einigen Jahren nicht viel unter der Digitalisierung in der Landwirtschaft vorstellen, so zählt sie mittlerweile zum festen Bestandteil der Branche. Das zeigt sich nicht nur an den Messeständen sondern auch in zahlreichen Vorträgen, in denen über die neuen technologischen Möglichkeiten informiert wird.

Zu den rund 2.800 Ausstellern gehört auch die Interessengemeinschaft Landmaschinen-Fachbetriebe eG (ILAFA) aus Peine, die 1957 als private Einkaufsgemeinschaft für Landmaschinentechnik gegründet wurde. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist für sie das Thema Sicherheit. Die steigende Zahl von Einbruchsdiebstählen in den Betrieben machte eine Erweiterung des Dienstleistungsportfolios erforderlich. Nicht ganz zufällig findet sich am Nachbarstand ein Anbieter von Sicherheitstechnik, mit dem die ILAFA zusammenarbeitet. Vernetzte Systeme und intelligente Software sollen künftig die Überwachung von Landmaschinen und Betriebseinrichtungen der Mitglieder verbessern. Aus Sicht des ILAFA Geschäftsführers Johann-Heinrich Ehlers können Genossenschaften vom großen Trend der Digitalisierung aber nicht nur in puncto Sicherheit profitieren. So stellt beispielsweise die in den letzten Jahren entwickelte Automatisierung interner Abwicklungsprozesse eine große Erleichterung für die ILAFA da. Dank digitalen Warenwirtschaftssystem und einheitlichen Schnittstellenmanagement der Vertragslieferanten, erfolgt der Rechnungsein- und ausgang komplett automatisch. „Für die rund 180 000 Rechnungen im vergangenen Jahr spart das nicht nur Papier sondern auch die Zeit der Bearbeitung“, so Ehlers.

Ein weiteres Beispiel für eine richtungsweisende Entwicklung im Bereich der Digitalisierung, stellte das Institut für Geodäsie und des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn vor. Mit dem Projekt „Cropwatch“ wird ein Informationssystem zur Kontrolle und Analyse des Pflanzenproduktionsprozesses bereitgestellt, mit dem künftig ein effizienteres Pflanzenwachstum erzielt und die Umwelt geschont werden soll. Digitale Kameras an Traktoren und Drohnen sollen die Pflanzenbestände aus rund zwei und 20 Metern Höhe aufnehmen und damit ortsgenaue Informationen über die Vitalität der Kulturen liefern. „Computeralgorithmen werden dann aus diesen Rohdaten Informationen gewinnen, zum Beispiel wie stark die Pflanzen den Boden bedecken, wie groß sie sind, ob sie unter Krankheiten oder Stresssymptomen leiden und wann der optimale Erntezeitpunkt ist“, berichtet Prof. Dr.-Ing. Heiner Kuhlmann vom Institut für Geodäsie und Geoinformation der Universität Bonn.

Unter dem Leitthema „Green Future – Smart Technology“ werden noch bis morgen zukunftsweisende Technologien und Entwicklungstrends auf der Agritechnica präsentiert, die eine nachhaltige Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft ermöglichen. Die Agritechnica findet im Zweijahresrythmus in Hannover statt.

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