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Im Fokus: Wald und Genossenschaften

Holz: just in time und über das ganze Jahr

Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft (v. l. n. re.) : Vorstand Matthias Clemens, Vorstand Dr. Susanne Wolf, Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Riechen, Geschäftsführer Torsten Winkler, Vorstand Dr. Denie Gerold, Aufsichtsrat Ullrich Furchner

Torsten Winkler ist seit 2006 Geschäftsführer der genossenschaftlichen Holzvermarktungsgemeinschaft Lausitz in Hohendubrau. GENiAL sprach mit ihm über die überregionale Holzmobilisierung.

Herr Winkler, wer sind Mitglieder Ihrer Genossenschaft?
Torsten Winkler: Das sind zurzeit 37 Anteilseigner, darunter private, kirchliche und kommunale Waldbesitzer. Unsere größten Mitglieder sind die Zisterzienserinnen-Abtei Kloster St. Marienstern mit 2.200 Hektar Waldfläche und das Domkapitel St. Petri in Bautzen mit 1.300 Hektar.

Wo liegen Ihre Waldflächen?
Wir bearbeiten mehrere, teilweise nicht zusammenhängende Waldflächen von insgesamt 4.542 Hektar mit unterschiedlichen Baumbeständen. Das sind hauptsächlich Fichten, aber auch Kiefern, Ahorn und Buchen. Sie sind über die Landkreise Bautzen und Görlitz in Ostsachsen verteilt.

Wie kam es zur Gründung der Genossenschaft?
In den späten 1990er Jahren wurden die großen enteigneten Volkswaldflächen der ehemaligen DDR wieder an ihre Eigentümer zurückgegeben. Doch die einzelnen Forstbetriebe und Privatwaldbesitzer waren oft mit der Bewirtschaftung und vor allem der Holzvermarktung überfordert. Wie sollte man als einzelner Waldbesitzer gute Rahmenverträge mit guten Preisen nach vorgebündelten Mengen hinbekommen? Wie sollte man als Einzelner eigene unabhängige Lieferstrukturen aufbauen und die Holzzusammensetzungen bestimmen? Da war die Genossenschaft eine gute Lösung. Den Genossenschaftsgedanken gibt es ja hier schon seit über 160 Jahren; er war den Menschen hier nicht fremd. Sie sympathisierten von Anfang an mit seinen demokratischen Grundgedanken gepaart mit strammer Wirtschaftsführung. So gründeten die Waldbesitzer 2004 diese Genossenschaft zur gegenseitigen Unterstützung und gemeinsamen Holzvermarktung.

Was ist Ihre Aufgabe?
Zusammen mit dem Vorstand schließe ich regionale Rahmenverträge über Stammholz, Langholzabschnitte und Industrieholz mit größeren Holzabnehmern wie Sägewerken und Papierwerken ab. Dabei wissen wir genau, wie viel Holz wir von jedem Mitglied erwarten können. So bündeln wir virtuell oder auf dem Papier für die Abnehmer die jeweiligen Holzpolter, die an den Waldstraßen abfahrbereit lagern. Von dort wird das Holz dann in unserem Auftrag zum Käufer gefahren oder von diesem abgeholt. Käufer, Verkäufer und wir organisieren gemeinschaftlich die Holzübergaben. Anschließend erhalten wir dann die Übergabe- oder Werksprotokolle, die nicht nur über die Holzmenge, sondern auch über die Holzqualität Auskunft geben. Danach erstellen wir die Rechnungen und leiten sie an Käufer und Verkäufer weiter.

Was erwartet die Holzindustrie von den Waldbesitzern?
Sehr viel. Die Holzindustrie will Holz „just in time“ und kontinuierlich über das ganze Jahr und hält in der Regel auch keine großen Lagerkapazitäten vor. Diese Ansprüche können nur mit Rahmenverträgen und einer Kräftebündelung wie in unserer Genossenschaft erfüllt werden.

Wald und Klimawandel: Ist das für Sie ein wichtiges Thema?
Auf jeden Fall. Wir sehen, dass extreme Witterungsverhältnisse häufiger werden. So hatten wir 2018 statt 20.000 Festmetern 46.000 Festmeter Holz. Zurzeit arbeiten wir noch die Folgen der Schneebruchschäden vom Januar und des Sturmtiefs Eberhard vom 10. März ab. Große Sorgen bereiten uns Borkenkäferschäden. Das Klima ändert sich, die Natur schlägt zurück. Wir befürchten, dass sich durch den Klimawandel auch die Verbreitungsgebiete der Baumarten verschieben und sich in einigen Regionen die bisherigen Zusammensetzungen der Baumarten verändern.

Sabine Bömmer


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