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Im Fokus: Sichere Versorgung mit Genossenschaften | Veröffentlicht am 13.05.2022

„Preishausse wird andauern“

Lieferketten sind zusammengebrochen, bestehende Geschäftsbeziehungen massiv gestört – auch bei der AGRAVIS Raiffeisen. GENiAL sprach im März mit dem
Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Köckler über die Folgen des Ukraine-Krieges.

AGRAVIS ist seit vielen Jahren in Osteuropa engagiert. Wie stark ist Ihr Unternehmen von den Folgen des Angriffskrieges auf die Ukraine und den Sanktionen gegen Russland und Belarus betroffen?
Dr. Dirk Köckler: Wir alle stehen unter dem Eindruck des fürchterlichen Krieges in der Ukraine und der humanitären Katastrophe, die die Invasion von Putins Armee dort anrichtet. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen vor allem bei den Menschen, die Angst um ihr Leben haben, Hab und Gut verlieren oder in der Sehnsucht nach Frieden auf der Flucht sind. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind für unseren Konzern aktuell weiterhin beherrschbar, aber dennoch maximal fordernd angesichts stark steigender Preise, knapper Verfügbarkeiten und volatiler Marktverläufe.

Die Ukraine gilt als Kornkammer Europas. Welche Produkte beziehen Sie aus dem Land?
Die Ukraine ist im globalen Agrarhandel insgesamt ein wichtiges Exportland für Agrarrohstoffe. Die AGRAVIS hatte aber schon unmittelbar vor Kriesgsausbruch keine Warenanlieferungen wie beispielsweise Mais aus dem Exportland Ukraine gehandelt. Seit dem Krieg sind die Ausfuhren ja ohnehin zum Stillstand gekommen.

Stichwort „Versorgungssicherheit“: Was bedeutet der Krieg kurz- und langfristig für unsere Bevölkerung?
Hier gibt es aktuell keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Alle Akteure entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette betonen schon seit Wochen, dass die Ernährungssicherheit in Deutschland in vollem Umfang gegeben ist. Das kann ich nur unterstreichen. Als systemrelevantes Unternehmen kommt auch die AGRAVIS ihrem Versorgungsauftrag gegenwärtig vollumfänglich nach. Falls der Krieg noch länger andauern sollte, muss die Lage sicher fortlaufend neu bewertet werden. Niemand kann in der Glaskugel lesen.

Kommt es im Agrarhandel zu Engpässen beim Bezug von Dünger und anderen Rohstoffen?
Zurzeit ist das nicht im Ansatz erkennbar. Aufgrund abgeschlossener Kontrakte und Vorverkäufe mit der Industrie und der Landwirtschaft ist die Versorgung mit Betriebsmitteln für die nächsten Monate sichergestellt. Das gilt auch für die Rohkomponenten, die für die Futtermittelherstellung in unseren Werken benötigt werden.

Die Preise – auch für Lebensmittel – sind in den letzten Wochen stark angestiegen. Ist ein Ende der Preisspirale in Sicht?
Zur Wahrheit und Klarheit in dieser Ausnahmesituation gehört, dass die Preishausse erstmal andauern wird. Das verteuert Lebensmittel, Energie- und Düngemittel, den Transport von Waren und einiges mehr. Viele dieser Preisanstiege sind bei den Verbraucher*innen noch gar nicht angekommen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass wir durch die gestörten Lieferketten aufgrund von Corona ohnehin bereits deutliche Preisanstiege erleben.

Eine – wenn man so will – positive Auswirkung des Krieges ist das steigende Bewusstsein für die Produktion von heimischen Lebensmitteln, um möglichst unabhängig von internationalen Lieferketten und gefährlichen Abhängigkeiten zu sein. Bricht hier ein neues Zeitalter an – mit Chancen für unsere landwirtschaftlichen Genossenschaften?
Zur AGRAVIS-DNA gehört, dass wir nicht jammern, sondern in Herausforderungen auch Chancen erkennen. Da ist das Thema Regionalität sicher eines, das an Relevanz deutlich zunehmen wird. Das eröffnet zusätzliche Perspektiven für die Landwirtschaft und damit auch für den genossenschaftlichen Verbund. Und ganz automatisch würde ein höheres Bewusstsein für regionale Produkte auch die Wertschätzung für die heimische Landwirtschaft erhöhen.

www.agravis.de

Die AGRAVIS Raiffeisen AG

Die AGRAVIS Raiffeisen AG mit Sitz in Münster ist ein modernes Agrarhandelsunternehmen in den Segmenten Agrarerzeugnisse, Tierernährung, Pflanzenbau und Agrartechnik. Sie agiert zudem in den Bereichen Energie und Raiffeisen-Märkte einschließlich Baustoffhandlungen sowie im Projektbau. Die AGRAVIS-Gruppe erwirtschaftet mit über 6.300 Mitarbeiter*innen 7,3 Milliarden Euro Umsatz und hat mehr als 400 Standorte überwiegend in Deutschland. Internationale Aktivitäten bestehen über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften in mehr als 20 Ländern und Exportaktivitäten in mehr als 100 Ländern weltweit.


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