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Im Fokus: Sichere Versorgung mit Genossenschaften | Veröffentlicht am 13.05.2022

Der Sonne entgegen

Sie gestalten gemeinsam eine nachhaltige Zukunft, in der Energie günstig und sauber vor Ort produziert wird: Die Mitglieder der Bergischen Bürgerenergiegenossenschaft eG und der
BEG-58 eG erzeugen Strom aus der Sonne und treiben die so wichtige Energiewende im Großen wie im Kleinen voran.

Die Aussichten im Bergischen Land und in der Region rund um Hagen und den Ennepe-Ruhr-Kreis werden zunehmend sonniger. Zu verdanken ist dies zwei Bürgerenergiegenossenschaften, die immer mehr Menschen ermutigen, sich mit vereinter Power für einen praktischen, regionalen Klimaschutz einzusetzen: die Bergische Bürger-energiegenossenschaft eG und die BEG-58 eG errichten große Photovoltaikanlagen auf zumeist öffentlichen Dächern vor Ort. Beide erzeugen damit Strom aus Sonnenenergie – und zwar lokal, klimaschonend und mit Wertschöpfung in der Region. „Die Energiewende ist ein Gemeinschaftsprojekt, das wir nur schaffen, wenn wir alle mitmachen und uns dafür einsetzen“, betont Beate Petersen. Die Diplom-Finanzwirtin engagiert sich seit vielen Jahren für einen zukunftsweisenden Wandel, für Bürgerenergie sowie Gemeinwohl-Ökonomie und im BUND. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im Fachrat für Energie, Immobilien und Versorgung des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen und zudem in beiden Energiegenossenschaften die Aufsichtsratsvorsitzende sowie bundesweit und auf europäisch-internationaler Ebene für das Bündnis Bürgerenergie aktiv.

2012 formierte sich die Bergische Bürgerenergiegenossenschaft eG (bbeg). Sechs engagierte, umweltbewusste Bürger*innen aus Wuppertal und Umgebung fanden damals zusammen – und holten sich für die Gründung von der benachbarten BEG-58 eG zahlreiche Tipps. Diese war bereits zwei Jahre zuvor aus der Taufe gehoben worden und konnte gleich von Beginn an auf ein großes Lokale-Agenda-Netzwerk in Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis (also dem Postleitzahlengebiet 58) bauen. Diesem Netzwerk gehören inzwischen zirka 35 verschiedene Organisationen und Vereine an, die sich gemeinsam für Nachhaltigkeit stark machen. So sind beispielsweise Wohnungsunternehmen dabei, die bei der Sanierung ihrer Dächer neben den Dachflächen auch die Gerüste zum Bau von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen.

Investition in regionale Sachwerte
Heute betreibt die BEG-58, die jüngst ihr 500. Mitglied begrüßt hat, 128 Photovoltaikanlagen, mit denen rechnerisch ungefähr 1.100 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden können. „Der Strom wird zu fast 100 Prozent in das öffentliche Netz eingespeist“, berichtet Beate Petersen. Dies ist bei der Bergischen Bürgerenergiegenossenschaft anders: Sie finanziert, plant und baut eine Photovoltaik-anlage, die Besitzer*in des jeweiligen Gebäudes pachtet diese und kann den damit erzeugten Strom dann selber nutzen. Die bbeg und ihre rund 100 Mitglieder fokussieren sich vor allem auf die Installation von Photovoltaik-anlagen auf öffentlichen Gebäuden, wie beispielsweise Schulen oder einem Schwimmbad. Durch das Pachtmodell wird dort zumindest der Eigenverbrauch optimiert und der Sonnenstrom direkt vor Ort genutzt. „Das schafft die Möglichkeit zur niederschwelligen Investition in regionale Sachwerte und garantiert gleichzeitig Preisstabilität, Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit – regionale Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze inklusive“, sagt Beate Petersen. Zudem kooperiert die bbeg mit den Wuppertaler Stadtwerken: Kund*innen können direkt über die Online-Plattform „Tal.Markt“ den Solarstrom einer Photovoltaikanlage der bbeg beziehen.

Neben den großen Anlagen setzen beide Bürgerenergiegenossenschaften seit zirka zwei Jahren verstärkt auch auf kleine: Die sogenannten Stecker-Solarmodule vermitteln sie seither erfolgreich an private Haushalte. Damit können beispielsweise auch Mieter*innen die Sonnenstrahlen direkt für sich nutzen und den externen Strombezug mindern, denn die Module lassen sich auch auf Balkonen, Terrassen oder Garagen aufstellen. „Die eigenen Stromkosten können auf bis zu 25 Prozent reduziert werden – und jede*r kann sich damit sofort an der Energiewende beteiligen“, weiß Beate Petersen. Für beide Genossenschaften sind die Stecker-Solarmodule, für die Workshops und Sammelbestellungen angeboten werden, längst zum zweiten Aktionsfeld geworden.
Für ihr Engagement bei den SteckerSolarmodulen sowie in Schulen, in denen sie für saubere Sonnenenergie und Solaranlagen wirbt, wurde die bbeg im vergangenen Jahr von der EnergieAgentur.NRW ausgezeichnet. Beim Ideenwettbewerb „Energiegenossenschaft der Zukunft NRW“ im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gewann die bbeg ein dreitägiges Coaching. „Die Beratung, bei der es um Stärken, Ausbau unserer Geschäftsfelder, neue Ideen und die Professionalisierung von internen Strukturen ging, war sehr hilfreich“, berichtet Beate Petersen.

Dringender Paradigmenwechsel
Vor dem Hintergrund einer sich zuspitzenden Energiekrise – aktuell verstärkt durch den russischen Krieg in der Ukraine – sowie der weiteren bedrohlichen Erderwärmung erhoffen sie und ihre engagierten Mitstreiter*innen sich nun ganz viel positive Energie und Rückenwind, auch von der Politik: „Die Ampel muss auf Grün gestellt werden“, fordert die Aufsichtsratsvorsitzende. Die Zeichen vor Ort sind vielversprechend: Die Stadt Wuppertal hat jüngst eine Solaroffensive beschlossen, und auch mit einzelnen Städten im Ennepe-Ruhr-Kreis sei man in gutem Austausch. „Vor allem muss aber ein Paradigmenwechsel in Brüssel, Berlin und den Parlamenten vor Ort kommen, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien wirklich gewollt ist und umgesetzt wird – und zwar jetzt“, so Beate Petersen. Schließlich scheine die Sonne überall und man komme so von atomar-fossilen, abhängig machenden Energiequellen weg. „Zu Ende gedacht heißt das: Erneuerbare Energien sind Friedens- und Freiheitsenergien, denn dafür muss keiner mehr kämpfen.“

Anja Scheve

www.bbeg.de
www.beg-58.de


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