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Im Fokus: Sichere Versorgung mit Genossenschaften | Veröffentlicht am 13.05.2022

Agrarpolitik auf den Prüfstand stellen

Der Angriffskrieg auf die Ukraine hat starke Auswirkungen auf die Agrargenossenschaften. Diese wünschen sich laut einer aktuellen Verbandsumfrage eine Kurskorrektur in der Agrarpolitik.

Marco Schulz, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen e.V.

Die mittel- bis langfristigen Folgen des russischen Angriffskrieges sind für die Ukraine, aber auch für Deutschland und Europa noch unabsehbar. Klar ist allerdings, dass viele politische Ziele, die bis zum russischen Angriff in Deutschland als unverrückbar galten, nun auf dem Prüfstand stehen müssen.

Um die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges näher zu beleuchten, haben wir im März 2022 eine Kurzbefragung unter unseren Agrargenossenschaften durchgeführt. Sie ist auf große Resonanz gestoßen und bestätigt die Sorgen und den sehr großen politischen Handlungsdruck: über 60 Prozent der Agrargenossenschaften sind „sehr stark“ beziehungsweise „stark“ betroffen. Fast ein Drittel ordnet sich als „betroffen“ ein. Gründe sind vor allem die drastisch steigenden Preise für Dünge- und Futtermittel sowie für Energie und Kraftstoffe. Rund zwei Drittel (66,3 Prozent) haben bereits geschäftspolitische Konsequenzen gezogen und zum Beispiel Investitionen zurückgestellt oder Versuche unternommen, um neue Bezugsquellen zu erschließen. In den wenigen Bereichen, in denen die Agrargenossenschaften auf die Preise Einfluss nehmen können (beispielsweise Direktvermarktung), haben 67,8 Prozent diese bereits angepasst.

Diese Ergebnisse machen nachdenklich und können nicht ohne politische Antwort bleiben – insbesondere dann nicht, wenn man von der Landwirtschaft künftig viel stärker als bisher erwartet, dass sie zur Ernährungssicherheit national und global beiträgt. Vor diesem Hintergrund sprechen sich 82 Prozent der Agrargenossenschaften dafür aus, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geplante Stilllegung von vier Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ab 2023 auszusetzen, um sie für die Produktion von Lebensmitteln zu nutzen. Zudem sprechen sich 82 Prozent unserer Mitglieder dafür aus, die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges, gerade wegen der enorm gestiegenen Preise für Kraftstoffe, Futtermittel und Energie, finanziell abzufedern. Das kann über ein unbürokratisches Programm zur Liquiditätssicherung, ähnlich dem „KfW-Sonderprogrammen 2020“ der Bundesregierung anlässlich der Corona-Pandemie, geschehen.

Für unsere Agrargenossenschaften gilt es nun also kurzfristige Maßnahmen auf den Weg zu bringen, damit diese den hohen Ansprüchen gerecht werden können. Mittel- bis langfristig wünsche ich mir, dass sich der hohe Anspruch auch in einer hohen Wertschätzung für die Landwirtschaft in Gänze niederschlägt und eine echte Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Politik entsteht. Dazu zählt, dass die Stimmen und Standpunkte der Agrarbetriebe in politischen Entscheidungsprozessen stärker berücksichtigt werden, dass die Betriebe Planungssicherheit und eine langfristig tragfähige, wirtschaftlich auskömmliche Perspektive erhalten und dass der in vielen Bereichen anstehende Transformationsprozess hin zu mehr Tierwohl, Ökolandbau etc. eng von der Politik begleitet wird und insbesondere den Besonderheiten der Genossenschaften Rechnung getragen wird.


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