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Schwerpunkt Westfalen | Veröffentlicht am 22.04.2020

Von der „KuhVision“ bis zum „HerdScan“

© Rinder-Union West eG

Besamung, Vermarktung und Zucht – in diesen drei Geschäftsfeldern wollen die beiden Geschäftsführer der RUW Dr. Jürgen Hartmann und Dr. Michael Steinmann Werte für die Zukunft schaffen. Dabei setzen sie in Zusammenarbeit mit dem Verband stark auf die Digitalisierung.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit digitaler Technologien ist rasant. Inwieweit will die Rinder-Union West davon profitieren?

DR. JÜRGEN HARTMANN: Bei der Rinder-Union West eG haben wir die Entwicklungsgeschwindigkeit digitaler Technologien bereits vor einigen Jahren erkannt und praktische EDV-Lösungen etabliert. Eine große Herausforderung ist aktuell jedoch die intelligente Vernetzung vorhandener Systeme sowie deren Weiterentwicklung. Unser klares Ziel ist es, unsere Mitgliedsbetriebe im Reproduktionsmanagement und bei der Zuchtrindervermarktung möglichst kundenorientiert und effizient zu unterstützen.

Wie und in welcher Form begleitet Sie der Genossenschaftsverband?

DR. MICHAEL STEINMANN: Der Genossenschaftsverband unterstützt uns durch die Unternehmensberatung Grunenberg & Comp. GmbH passgenau bei der Weiterentwicklung digitaler Technologien. Auf einer Vorstudie aufbauend, haben wir im Herbst 2018 das Projekt „Digitalisierung – RUW 2.0“ initiiert. Im operativen Geschäft werden wir im Sommer 2020 durch praktische App-Lösungen unsere Geschäftsvorfälle in der Rindervermarktung digital abbilden. Eines der wichtigsten Teilprojekte befasst sich aktuell mit der Frage der Kundenbeziehung. Hierzu werden wir alle Mitarbeiter im Spermavertrieb und der Rindervermarktung mit modernen Endgeräten ausstatten.

„KuhVision“ und „HerdScan“ sind zwei Serviceangebote, die sie Ihren rund 8.000 aktiven Mitgliedsbetrieben anbieten. Was verbirgt sich dahinter?

Hartmann: Ziel von „KuhVision“ ist es, regelmäßig Gesundheitsdaten von Kühen der Rasse Holstein in den Betrieben des Projektes erfassen zu lassen und gleichzeitig alle Tiere zu genotypisieren. Hierdurch ist es möglich, genomische Zuchtwerte mit hoher Genauigkeit für diese Merkmale zu berechnen. Die so erzeugten Gesundheitszuchtwerte gehen ganz gezielt in die Selektion von Besamungsbullen, aber auch in die Remontierungsentscheidungen der Betriebe ein. Auf diese Weise wird nachhaltig Zuchtfortschritt zur Verbesserung der Robustheit und Widerstandsfähigkeit der Kühe erzeugt. Ebenso werden tierärztliche Behandlungen und der Medikamenteneinsatz reduziert.

Bei dem Projekt „HerdScan“ bieten wir den Betrieben an, zu überschaubaren Kosten ihr Jungvieh und ihre Kühe ähnlich wie im Projekt „KuhVision“ komplett zu genotypisieren. Diese Betriebe erfassen keine zusätzlichen Daten, können aber auf Basis der dann für alle Tiere vorliegenden mit hoher Sicherheit versehenen Genomzuchtwerte und der Anwendung von modernen, computergestützten Anpaarungsprogrammen eine sehr gezielte Selektion der für die Remontierung benötigten weiblichen Tiere vornehmen. An beiden Programmen zusammen beteiligen sich bereits mehr als 500 Betriebe, die etwa ein Viertel der registrierten Herdbuchkühe halten.

Drei weitere neue Angebote in Ihrem Online-Service sind die „RUW Web-App“ mit dem kompletten Bullenangebot, die „BOS-App“ für Besamungen und die Datenbank „netRindKB“. Ist das der Weg in die Zukunft?

Steinmann: Mit der „RUW Web-App“ liefern wir Mitgliedern und Kunden schnell, einfach und mobil Informationen über unser Genetikangebot. Außerdem können mobil Spermabestellungen abgegeben werden. Die „BOS-App“ ist für unsere Besamungstechniker, unsere Vertragstierärzte, aber auch Landwirte, die die Besamungen selbst durchführen, eine maßgeschneiderte Lösung, um mit minimierter Fehlermöglichkeit schnell, einfach und mobil Besamungsdaten an uns zu übermitteln.

Das Programm „netRindKB“ dient der Aufnahme von Besamungsdaten. Zusätzlich gibt es auch das Programm „netRindGenom“, in dem Betriebe die genomischen Zuchtwerte ihrer Tiere einsehen können. Die verschiedenen Apps und Programme dienen in moderner, flexibler und benutzerfreundlicher Weise der mobilen Datenkommunikation. Für die Mitglieder und Kunden sind sie ein unverzichtbares Werkzeug zur Integration von züchterischen Daten in das Betriebsmanagement.

Welche Vorteile versprechen Sie sich von Kooperationen wie zum Beispiel der Zusammenarbeit mit der Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung (GFS)?

Hartmann: Die RUW arbeitet auf vielen Feldern sehr eng mit anderen gleich gelagerten Zuchtorganisationen zusammen. Dieses Netzwerk in der Rinderzucht zwischen genossenschaftlich organisierten Zuchtorganisationen ist ein Grundstein für das Funktionieren gemeinschaftlicher Organisationen wie des Rechenzentrums Vereinigte Informationssysteme Tierhaltung (vit) und anderer Gemeinschaftsprojekte. Die gute Zusammenarbeit hat ihren Ursprung in dem Zwang zur gemeinschaftlichen Nutzung von züchterischen Daten für die Zuchtwertschätzung, um möglichst hohe Sicherheiten für alle zu erreichen.

Die Kooperation mit der GFS erstreckt sich sichtbar auf die gemeinsame Nutzung des „GFS Top-Animal Shop“ für den Vertrieb von Agrarprodukten. Es gibt aber auch weitere Tätigkeitsfelder, in denen ein Wissensaustausch und eine zukünftige gemeinsame Projektentwicklung lohnenswert erscheinen. Da wir auf unterschiedlichen Märkten weitestgehend unterschiedliche Mitgliedergruppen bedienen und deshalb kein direktes Konkurrenzverhältnis existiert, ist die Zusammenarbeit einfach und eine klassische Win-win-Situation für beide Seiten.

Hans-Peter Leimbach


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