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Schwerpunkt Westfalen | Veröffentlicht am 22.04.2020

Teamwork im doppelten Sinne

Sie setzt auf bestmögliche Zusammenarbeit und ist dafür zugleich das beste Beispiel: Die gemeinnützige Genossenschaft awisu eG ist ein einzigartiger „Think-and-Do-Tank“. 15 mittelständische Unternehmen im Ruhrgebiet haben sich in dieser besonderen Denkfabrik zusammengetan, um vereint die bestmögliche Form von zukunftsfähiger Zusammenarbeit, Führung und Kommunikation auszuloten und umzusetzen.

Nichts bleibt, wie es ist. Das galt schon immer, doch umso mehr, seit sich zur realen auch die digitale Welt gesellt hat. Die massiven Veränderungen, die die Digitalisierung, aber auch die Globalisierung sowie der demografische Wandel mit sich bringen, machen auch vor Unternehmen nicht Halt. Doch welche Zutaten braucht es, um vor diesem Hintergrund Strukturen zu schaffen und Veränderungsprozesse anzuschieben, die Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen begeistern? Und die Firmen zugleich erfolgreich sowie als Arbeitgeber attraktiv sein beziehungsweise werden lassen? Antworten darauf sucht und gibt Dr. Ulla Domke schon seit vielen Jahren. Seit 1999 berät sie mit ihrer Firma prometha mittelständische Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zu den Themen Kommunikation, Veränderungsmanagement und Führung. „Ich bin fest davon überzeugt, dass erfüllende Arbeit ein großes Glückspotenzial in sich birgt und dass Unternehmen Orte sind, an denen dieses gehoben werden kann und sollte“, sagt die promovierte Soziologin.

Wissen für Unternehmen
Vor rund zehn Jahren hatte sie jedoch das Gefühl, dass die damaligen Ansätze von Organisationsgestaltung einfach nicht mehr in die Zeit passten. Es gab viel Frust und Überforderung in Firmen, die sie auf diesem Gebiet beriet. „Die Bedingungen waren so, dass viele Mitarbeiter sich und ihr Wissen gar nicht eingebracht haben, weil es nicht gewollt war oder Unternehmen nicht wussten, wie sie es abrufen konnten“, so die 51-Jährige. Also begann sie, die interne Organisation von Zusammenarbeit, Kommunikation und Führung gänzlich neu zu überlegen. Damit war sie nicht die einzige. „Ich wusste nicht, dass es seinerzeit weltweit viele andere gab, die sich über dieses Thema, das seitdem enorm an Fahrt aufgenommen hat, Gedanken gemacht haben“, erinnert sich Dr. Ulla Domke. 2012 tat sie sich schließlich mit J. Martin Granica zusammen und gründete in Bochum die awisu Forschungsgenossenschaft eG (Anwendungswissen für Unternehmen). Dabei ging es den beiden nicht um schnelle Lösungen, sondern darum, neue, zeitgemäße Formen von Führung und Zusammenarbeit zu entwickeln, bei denen Leistung und Lebenslust eine Einheit bilden.
Von ihrem ursprünglichen Gedanken, ein Forschungsinstitut aufzubauen und durch die Beiträge der Genossenschaftsmitglieder einen Rahmen für eine langfristige, unabhängige Praxisforschung zu schaffen, wichen sie jedoch größtenteils ab. Stattdessen entwickelte sich die awisu eG schnell zu einer Interessengemeinschaft von und für mittelständische, innovative Firmen, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben, um an der „Begeisterungsfreundlichkeit“ ihrer Unternehmen zu arbeiten. In Zeiten von zunehmendem Fachkräftemangel sowie wachsender Schnelligkeit, Flexibilität und den steigenden Arbeitsansprüchen von Mitarbeitern ein hehres wie wichtiges Ziel.

Kooperation über alle Branchen
Mitglieder unterschiedlichster Branchen bringen in die awisu eG ihr Wissen ein – und profitieren zugleich von dem der anderen. Mit dabei sind beispielsweise ein Lebensmittelgroßhändler, ein Logistikdienstleister, zwei Banken oder eine große Apotheke. Sie alle haben zwischen 50 und 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, kommen aus Bochum, Hattingen oder Witten, aber auch aus Meerbusch und Hamm. „Die Themen Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit sind branchenunabhängig“, weiß Dr. Ulla Domke, die heute gemeinsam mit Regine Töpfer den Vorstand von awisu führt. Seit nunmehr sechs Jahren treffen sich die Mitglieder regelmäßig, um gemeinsam neue Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen zu entwickeln, ihre Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu inspirieren. Dabei geht es um unterschiedlichste Fragen: Wie müssen Unternehmen gestaltet werden, um die Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter abzurufen und einzusetzen? Welcher Unternehmenskultur bedarf es? Wie lässt sich kluge Kommunikation aufbauen? Warum sind Vorgaben und Kontrollen die Killer von Begeisterung? Und wie sieht mutige Führung aus? Antworten darauf gibt nicht nur das gemeinsame Buch von Dr. Ulla Domke und J. Martin Granica „Mutig führen“, sondern auch der bunte Reigen an verschiedensten awisu-Veranstaltungen.

Viermal im Jahr kommen die Mitglieder und Förderer der awisu eG zu sogenannten Austauschgruppen zusammen. Diese bilden den Kern der Zusammenarbeit. „Die Themen werden jeweils von Termin zu Termin von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt, die dann ihre konkreten Fragen zur Diskussion stellen können“, so Dr. Ulla Domke. Dabei geht es um Austausch, Begleitung und Entwicklungsforschung – aber auch um Bestärkung, den eingeschlagenen Weg, der nicht immer einfach ist, weiterzugehen. Neben diesen vier internen Veranstaltungen bietet die awisu eG zudem zwei bis drei Impulsveranstaltungen im Jahr an, die auch externen Interessenten offenstehen.

Hier steht jeweils ein konkretes Thema aus dem aktuellen Forschungsfeld im Fokus, das in einem Impulsvortrag vorgestellt und anschließend diskutiert wird. Diese Abende bieten nicht nur jede Menge Informationen, sondern auch die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches sowie die Gelegenheit, die Forschungsgenossenschaft näher kennenzulernen.

Immer up to date
Grundsätzlich versteht sich die awisu eG auch als eine Art „Kompass“ durch den derzeit weitläufigen Ideen-Dschungel sowie als Kompetenz-Zentrum, das die neuesten Erkenntnisse zur Gestaltung zukunftsfähiger Organisationen bündelt und diese inspirierend für Unternehmer aufbereitet. „Unser Ziel ist es, stets auf dem neuesten Stand zu sein und für unsere Mitglieder das Wichtigste herauszusortieren“, hebt die Vorständin hervor. Neuerdings wird das gemeinsam erarbeitete Wissen noch stärker in die Öffentlichkeit getragen. So gibt es auf der Homepage www.awisu.de aktuelle Artikel zum Themenbereich, außerdem sollen demnächst weitere Online-Angebote geschaffen werden.

Zusätzlich zur Regionalgruppe Bochum/mittleres Ruhrgebiet ist eine weitere für die Mittelstandsunternehmen in der Region Wuppertal/Bergisches Land geplant. Generell sei es der Anspruch von awisu, auch weiterhin ein attraktiver Kreis für Unternehmen (-sgestaltung) zu sein, so die Vorständin. Der Erfolg gibt ihr und den angeschlossenen Mitgliedsunternehmen bis dato recht. „Und es ist enorm spannend zu sehen, was man alles bewegen kann, wenn man offen ist für Neues“, sagt Dr. Ulla Domke.
Anja Scheve


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