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Schwerpunkt Ruhrgebiet | Veröffentlicht am 26.04.2021

Erfolgreich aufs Eis geführt

Als im November 2014 bekannt wurde, dass ihre Eissporthalle geschlossen werden soll, froren die Mienen vieler Menschen in Hamm ein. Also begaben sie sich gemeinsam aufs Eis und machten aus der Not nicht nur eine Tugend, sondern auch eine Genossenschaft. Und das mit Erfolg.

Von einem auf den anderen Tag hatte man uns die Lebensgrundlage entzogen“, fasst Jan Koch in einem Satz zusammen, was damals zahlreiche eissportbegeisterte Bürger*innen im westfälischen Hamm empfanden. Aus der Presse hatten sie hier am Nordostrand des Ruhrgebietes im November 2014 erfahren, dass der seinerzeitige Betreiber, die Maximilianpark Hamm GmbH, das Eis nach Ende der Saison im April 2015 für immer abtauen wollte. Und eine neue Heimat für die Profi-Eishockeyspieler der Hammer Eisbären, für die Nachwuchsmannschaften und die vielen Eiskunstläufer*innen und Eisstockschießer*innen ward im nahen Umkreis nicht in Sicht.

Also formierte sich ein Krisenstab. „Mit acht Leuten aus dem erweiterten Umfeld des Eishockeyvereins haben wir sämtliche Zahlen gewälzt, Konzepte und Ideen entwickelt, Betreibermodelle von der GmbH bis zur GbR durchgespielt und recherchiert“, erinnert sich Jan Koch. Dabei stießen sie auch auf die Stadt Basel in der Schweiz, in der die Eishalle von einer Genossenschaft betrieben wurde. „Das hat uns, auch wenn es ein paar Unterschiede zum deutschen Genossenschaftsmodell gab, sehr gut gefallen“, erinnert sich der 37-Jährige. Nicht nur, dass eine eG einfache Möglichkeiten bot, Eigenkapital zu besorgen. „Uns hat überzeugt, dass man durch die Prüfungen und gesetzlichen Vorgaben sehr transparent ist und zudem jedes Mitglied ein Mitbestimmungsrecht hat“, so der Versicherungskaufmann und begeisterte Eishockeyfan.

Hand in Hand mit der Stadt Hamm
Vom ersten Vorhaben bis zur Eintragung ins Genossenschaftsregister dauerte es dann noch ein paar Monate. „Dabei und bei allen Formalitäten hat uns der Genossenschaftsverband sehr unterstützt“, betont Jan Koch. Im September 2015 war es schließlich so weit: Unter der Flagge der eingetragenen Genossenschaft nahm die Hammer Eis eG offiziell ihre Arbeit auf. Die Stadt Hamm fungiert seither weiter als Eigentümer der Halle, die jetzt „beta Finanz Eissportarena“ heißt, die Genossenschaft wiederum als Pächterin. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt, die uns einen jährlichen Zuschuss für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten gibt, ist gut“, berichtet Jan Koch, der neben Philipp Alberti als Vorstand der eG verantwortlich zeichnet. 318 Mitglieder haben mittlerweile Anteile gezeichnet – viele, weil sie mit der Eissporthalle seit Langem verbunden sind, andere, weil sie von der Idee überzeugt waren und sind.

Seit der Übernahme durch die Genossenschaft ist viel passiert. Eine neue elektronische Steuerung für die Kälteanlagen wurde angeschafft, ebenso eine neue Lichttechnik sowie eine Photovoltaikanlage. Kabinen, Duschen und WCs erstrahlen mittlerweile in neuem Glanz. Zudem wurde die komplette Gastronomie – neben dem Eishockeysport und den öffentlichen Laufzeiten eine der drei Haupteinnahmequellen – kernsaniert, neu konzipiert und aufgesetzt, und zwar in Form einer Sportsbar. „Die Blueliner Pistenbar, die einen Blick auf die Eisfläche ermöglicht, ist nicht nur zu den Eiszeiten gut besucht, sondern auch zu den Übertragungen der Fußball-Bundesligaspiele“, meint Jan Koch. Darüber hinaus kann man sowohl die Eisfläche, als auch die gesamte Halle für besondere Events buchen.

Neben den Profi-Eishockeyspielern der Hammer Eisbären, die in der 3. Liga (Oberliga Nord) spielen, wird die 30 mal 60 Meter große Eisfläche von zahlreichen Eiskunstläufer*innen und Eisstockschießer*innen genutzt. Auch viele Hobbymannschaften schnallen sich hier die Kufen unter und mieten eigene Eiszeiten. Darunter eine 20-köpfige Truppe, die einmal in der Woche ab 22 Uhr für zwei Stunden extra aus dem mehr als 100 Kilometer entfernten Minden nach Hamm anreist.

Gemeinsam die Zukunft gestalten
Zu den elf öffentlichen Laufzeiten gehört auch die beliebte „Disco on Ice“, die jeweils samstagabends steigt und viele Jugendliche anzieht. Kein Wunder, denn die DJs stehen dabei nicht etwa starr an ihrem Mischpult hinter der Bande, sondern sind in einem selbstgebauten Auto, das über die Eisfläche kurvt, unterwegs. „Die alte Karosse haben wir vom Schrottplatz geholt, das Dach weggeflext sowie ein DJ-Pult samt Beleuchtung eingebaut“, schildert der Vorstand.

Natürlich trifft die Corona-Pandemie auch die Hammer Eis eG hart – neben den Mitarbeiter*innen und Aushilfen aus der Gastronomie auch alle Eissportfans. Denn beim ersten Lockdown im März 2020 war klar, dass das Eis direkt abgetaut wird – und auch bleibt. Damit war diese Saison gelaufen. Mit einem strikten Hygienekonzept konnte die Halle dann im September 2020 wieder eröffnet werden. 250 Besucher*innen waren genehmigt, Desinfektionsmaßnahmen und eine elektronische Datenerfassung Pflicht. „Das war ein enormer Aufwand, aber wir wollten für unsere Mitarbeiter*innen und unsere Kund*innen da sein“, erläutert Jan Koch. Dann kam der zweite Lockdown im Dezember. Seither dürfen nur die Profisportler der Hammer Eisbären wieder aufs Eis.
„Momentan zehren wir von den Hilfen des Staates, aber es sind schwere Zeiten für alle. Wir sind jedoch positiv gestimmt, dass wir es schaffen“, so der Vorstand. Dabei komme der eG ihr Geschäftsmodell zugute: „Durch unsere hohe Eigenkapitalquote haben wir gute Voraussetzungen bezüglich einer möglichen Finanzierung.“ So nehmen die Hammer Eissportgenossen ihren Slogan auch momentan ernster denn je: „Gemeinsam die Zukunft gestalten!“

Anja Scheve

www.hammer-eis.de
www.eishalle-hamm.de


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