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Schwerpunkt Nordsachsen | Veröffentlicht am 18.03.2022

Lebendiges Vermächtnis

In der Kreuzgasse in Delitzsch wurde einst Geschichte geschrieben – und was für eine!

Macht sich mit der Schulze-Delitzsch- und der Raiffeisen-Gesellschaft für eine Renaissance der Genossenschaften stark: Museumsleiter Dr. Thomas Keiderling.

In diesem fast 400 Jahre alten Gemäuer weht ein besonderer Pioniergeist: In allen Winkeln des Schulze-Delitzsch-Hauses ist die Genossenschaftsidee spür- und erlebbar. Hier wurde die weltweit erste gewerbliche Genossenschaft auf Initiative von Hermann Schulze-Delitzsch gegründet. Und im hier beheimateten Deutschen Genossenschaftsmuseum wird nicht nur sein Leben und Schaffen beleuchtet, sondern der Bogen bis ins Heute gespannt. Die Genossenschaftsidee ist aktueller denn je – und seit fünf Jahren Immaterielles Kulturerbe. Darüber sprachen wir mit Museumsleiter Dr. Thomas Keiderling.

Herr Dr. Keiderling, die Ursprünge der Genossenschaftsidee reichen weit zurück. Seit Ende 2016 ist sie als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Was steckt dahinter, was bringt der Titel?
Dr. Thomas Keiderling: Ermöglicht haben diesen zwei Vereine mit ihrem erfolgreichen Antrag: die Deutsche Hermann-Schulze-Delitzsch-Gesellschaft in Delitzsch, die das Genossenschaftsmuseum betreibt, und die Deutsche Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Gesellschaft in Hachenburg. Für sie war es wichtig herauszustellen, dass wir es Pionieren wie Schulze-Delitzsch und Raiffeisen verdanken, dass frühe Genossenschaften bereits um 1850 in Deutschland entstanden: Die Idee bereichert durch basisdemokratische Organisationsformen und lindert soziale Not.
Der UNESCO-Titel ist mit keinem Preisgeld verbunden, das war von Anfang an klar. Es geht allein um das Prestige und Image, um weltweite Aufmerksamkeit dieser Organisationsform, aber auch Tourismusförderung wird damit verbunden. Insofern können wir als Genossenschaftsmuseum immer wieder die Werbetrommel für uns rühren. Zugleich bemerken wir mit Stolz, dass viele Genossenschaften dies ebenso tun und mit dem Titel Werbung in eigener Sache machen.

Konnte durch den Titel die Genossenschaftsidee noch weiter verbreitet werden?
Es gibt in der Statistik der Genossenschaftsmitglieder in Deutschland einen leichten Aufwärtstrend. Aber das ist uns nicht genug. Gemeinsam mit der Raiffeisen-Gesellschaft haben wir im vergangenen Jahr die Tagungsreihe „Genossenschaftsidee leben!“ gestartet, die alle zwei Jahre an verschiedenen Orten durchgeführt wird. Wir werden damit ein noch breiteres und vor allem jüngeres Publikum ansprechen, dem diese Idee (noch) nicht so vertraut ist. Viele Unternehmensgründer*innen werden beispielsweise nicht darüber aufgeklärt, dass sie neben einer GmbH oder Aktiengesellschaft auch eine Genossenschaft gründen können. Es geht uns um eine Renaissance der Genossenschaften und der Genossenschaftsidee. Diesen Weg wollen wir begleiten.

„Der Geist der freien Genossenschaft ist der Geist der freien Gesellschaft“ lautet ein Zitat von Schulze-Delitzsch. Was hat er uns heute zu sagen?
Als Kenner zeitgenössischer Probleme sollte er nicht als eine Art Guru verstanden werden, der auf alle Fragen der Zukunft Antworten weiß. Aber Genossenschaften sollten sich einfach mal an ihre Anfänge erinnern. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn sie sich von wichtigen Grundsätzen wie beispielsweise der Basisdemokratie in der alltäglichen Arbeit entfernt haben und nur noch Befehle von oben nach unten durchstecken.

genossenschaftsmuseum.de


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