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Schwerpunkt Köln | Veröffentlicht am 28.10.2021

Leben in Gemeinschaft

In einem modernen Gebäudekomplex in Köln-Widdersdorf bleiben Frauen unter sich und bau(t)en dafür auf starken Zusammenhalt. Ihre Vision von der Individualität in den eigenen vier
Wänden und dem gemeinschaftlichen Miteinander ist längst Realität. Vor einem Jahrzehnt gründeten sie die erste Frauen-Baugenossenschaft in NRW: Die Beginenhof Köln eG legte
damit das Fundament für bezahlbaren, sicheren Wohnraum in Frauenhand.

Zeichnen als Vorständinnen für die Beginenhof eG in Köln verantwortlich (v.l.): Angelika Voß, Gabriele Lennert, Rita Gabor und Marianne Bußmann.

Die Wurzeln der Beginen reichen bis ins Mittelalter zurück: Alleinstehende Frauen, die in Wohn- und Arbeitsgemeinschaften – jenseits von Ehe und Kloster – lebten, wurden seither als Begine bezeichnet. Selbstbestimmung und Solidarität waren damalige Eckpfeiler und sind es immer noch. Die heterogene Beginen-Bewegung des 21. Jahrhunderts legt Wert auf Eigenständigkeit, Unabhängigkeit von Männern und Chancengleichheit der Geschlechter. In Köln wurde die gemeinschaftliche Lebensform der Beginen gezielt weiterentwickelt und neu interpretiert. Meilensteine gab es dafür viele, 2014 wurde der Beginenhof im Stadtteil Widdersdorf offiziell eröffnet.

Im Gebäudekomplex wohnen Frauen aller Couleur und Altersgruppen unter einem Dach, leben Individualität in der Gemeinschaft. „Dass wir uns getraut haben, unsere Vision umzusetzen, selbstverantwortlich zu bauen und jetzt im eigenen Haus zu wohnen, macht uns stolz“, betont das vierköpfige Vorständinnen-Team der Beginenhof Köln eG unisono. „Indem wir unsere Genossenschaft erfolgreich gestalten und verwalten, möchten wir andere Frauen ermutigen, unserem Beispiel zu folgen“, sagen die Vorstandsfrauen Angelika Voß, Rita Gabor, Marianne Bußmann und Gabriele Lennert.

Individuelle Wohnungen mit viel Grün
27 in vielen Bereichen barrierefreie Wohnungen, mit 45 bis 75 Quadratmetern unterschiedlich groß, jeweils mit Balkon oder Terrasse, umgeben von einem großen Garten: So leben moderne Beginen in Köln heute. Ob Rechtsanwältinnen, ehemalige Lehrerinnen oder Frauen aus technischen Berufen, ob verwitwet, geschieden oder unverheiratet – so verschieden ihre Lebensläufe sind, sie alle eint der Wunsch nach einem gemeinschaftlichen Leben, nach Selbstbestimmung und -entfaltung. Vom gelebten Miteinander zeugen mehrere Gemeinschaftsräume sowie die Begegnungsstätte „Beginentreff“ und auch das vielschichtige Engagement der Frauen im Kölner Beginen e.V. und in der Beginenhof Köln eG. Letztere zählt heute 50 Genossinnen und wurde vom Beginen-Verein auf den Weg gebracht, um mit einer Genossenschaft eigenen Wohn- sowie Lebensraum in gesicherten Verhältnissen zu schaffen.
Den Wunsch dazu hegten die im Kölner Beginen-Verein organisierten Frauen schon länger. Als ihnen dafür 2011 ein passendes Grundstück im Kölner Westen angeboten wurde, entschieden sie, eine Genossenschaft zu gründen. Zumal sie als Einzelperson oder Verein keine Finanzierung auf dem Kapitalmarkt bekommen hätten. Begriffe wie Selbstverwaltung, Selbsthilfe und Selbstverantwortung prägen nicht nur per se den Genossenschaftsgedanken, sondern passen auch perfekt zur Beginenhof Köln eG. Die Genossenschaft sorgt für den baulich-technischen, finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Rahmen, um für Frauen eine qualitätsvolle sowie soziale Wohnungsversorgung zu gewährleisten.

Platz für jeden Geldbeutel
„Nur durch eine Dreiteilung konnten wir das fünf Millionen Euro teure Bauprojekt realisieren“, berichtet Vorständin Rita Gabor, die den Bereich Finanzen verantwortet und seit 2015 selbst im Beginenhof lebt: „Die Aufteilung auf öffentlich geförderte, frei finanzierte und Dauerwohnrechts-Wohnungen zeigt, dass wir in unserem Wohnprojekt Platz für alle haben.“ Neben den 27 Bewohnerinnen sind weitere Frauen, die nicht im Objekt wohnen, als Investorinnen an der Beginenhof Köln eG beteiligt. Sie tragen alle gemeinsam zum Erfolg bei, engagieren sich ehrenamtlich für das Haus und bei vielfältigen Aktivitäten darüber hinaus.
Von Frauen für Frauen: Der Beginenhof bietet mehr als nur Wohnen. Doch dies ist in einer Großstadt wie Köln in Zeiten mangelnder Wohnungsbestände und steigender Mieten ein bedeutsamer Faktor. „Wohnungen werden immer mehr zum Spekulationsobjekt, auch der Verkauf landeseigener Mietwohnungen oder der Zusammenschluss von großen Wohnungsunternehmen machen verlässlichen Wohnraum so wichtig“, sagt Angelika Voß, Vorständin für die Verwaltung der Genossenschaft: „Gerade für Frauen und im Alter ist es oftmals nicht möglich, auf veränderte finanzielle Gegebenheiten bei der eigenen Wohnung zu reagieren.“ Im genossenschaftlichen Wohnprojekt ließen sich solche Unsicherheiten, aber auch Spekulationen und das Streben nach Gewinnmaximierung ausschließen. Tür an Tür mit solidarischen Nachbarinnen und in tatkräftiger Frauen-Gemeinschaft – dieses Beginen-Konzept kommt bestens an. Nach Angaben von Rita Gabor gibt es deutlich mehr Interessierte, als tatsächlich Wohnungen vorhanden sind. „Voraussetzung für das Wohnen bei uns ist die körperliche sowie geistige Selbstständigkeit“, so Vorständin Gabriele Lennert, die sich um die Hausverwaltung, Verträge und Vermietung kümmert. Denn das Leben im Beginenhof sei ein Geben und Nehmen. „Unser hoher Anteil an Eigenleistungen sowie ehrenamtlichen Tätigkeiten macht den bezahlbaren Wohnraum erst möglich“, hebt Vorständin Marianne Bußmann (Technische Hausverwaltung) hervor.

Vielfältiges Engagement
Nicht nur die Vorstands- und Aufsichtsratspositionen sind seit Jahren in wechselnder Zusammensetzung ehrenamtlich besetzt. Auch der 950 Quadratmeter große Garten wird von den Genossinnen selbst gehegt und gepflegt. Zudem organisieren sie eine Vielzahl von Aktivitäten. Das Spektrum reicht von Meditieren über Wandern bis zu einer Dialoggruppe und einem spirituellen Gesprächskreis. Darüber hinaus hat der Kölner Beginen-Verein einen großen Raum im Gebäudekomplex angemietet. Hier finden – mit Unterstützung der Bewohnerinnen – etliche Veranstaltungen statt: darunter Filmabende, Bücherbasare sowie das regelmäßige Sonntagstreffen/Sonntagsfrühstück, das sich auch aktuellen politischen Themen widmet.

Anja Pieper


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