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Schwerpunkt Holstein | Veröffentlicht am 12.06.2020

New Work nicht nur im Norden

Es gibt Ideen, die bewegen viele(s), schaffen Raum für mehr Flexibilität und Kreativität. Wer träumt nicht davon, mit direktem Blick auf die Nord- oder Ostsee zu arbeiten – oder inmitten grüner Oasen und weiter Felder seiner sonstigen Bürotristesse zu entfliehen? Eine Coworking-Genossenschaft macht es möglich: Aus einem Projekt ist ihr gemeinschaftliches Netzwerk erwachsen. „CoWorkLand“ startete von Kiel aus durch und zählt mittlerweile 18 ungewöhnliche „Spaces“.

Alles begann mit einer These: Was als Coworking in vielen Städten Alltag ist, müsste sich auch im ländlichen Raum gut etablieren lassen. Das war der Ausgangspunkt eines Projektes der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein. Seit 2018 werden dabei die Bedingungen erforscht, unter denen neue Arbeitsformen in innovativen gemeinsamen Arbeitsräumen auf dem Land funktionieren können. Gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium sowie unterstützt von der „KielRegion“ nahm das Projekt „CoWork-Land“ Fahrt auf – und brachte dafür zunächst ein mobiles Pop-up-Format auf den Weg.
Um das flexible Zusammen- sowie Ko-Arbeiten unterschiedlicher Akteure, die sich einen Arbeitsbereich teilen, zu testen, rollte ein Laster mit Wechselbrücke an: Coworking im vollausgestatteten Container nebst Teeküche und Terrasse zog etliche Interessierte wie Freiberufler, Start-up-Unternehmer sowie auch Arbeitnehmer an, die nicht mehr täglich pendeln wollten. Denn „Remote Working“ (zu Deutsch in etwa Fernarbeit), das an jedem beliebigen Ort mit einem Online-Anschluss stattfinden kann, liegt im Trend. „Die Themen Digitalisierung und ländliche Räume wurden erfolgreich zusammengebracht – die Resonanz war viel, viel größer als vermutet“, berichtet Jule Lietzau von CoWorkLand rückblickend. Sie arbeitete nicht nur am Projekt mit, sondern war auch erste Angestellte der sich daraus entwickelnden Genossenschaft und ist heute für Beratung und wissenschaftliche Begleitung zuständig.

Von der perfekten Idee zu eG
Die CoWorkLand eG vereinigt viele und vieles. Denn neben verschiedenen potenziellen Nutzern sprachen die vorherigen (Feld-)Tests des Projektes noch eine weitere Gruppe an: die der möglichen Betreiber künftiger Spaces, wie zum Beispiel Unternehmen, Privatleute oder auch Landwirte. „Coworking erwies sich für diese als perfekte Idee, leerstehende Gebäude, ungenutzte Räume oder etwa auch Scheunen neu bespielen zu können“, so Jule Lietzau. Um alle Akteure unter einem Dach optimal zusammenzuführen und vernetzen zu können, wurde im Februar 2019 schließlich in Kiel die Genossenschaft gegründet.
Diese zielt auf aktive Netzwerkbeteiligung ab, bietet ihren inzwischen 51 Mitgliedern auf unterschiedlichen Ebenen Unterstützung und Beratung, steht ihnen bei der Gründung und dem Betrieb von Coworking-Spaces zur Seite. Und: Die Genossenschaft eröffnet Coworking-Kunden die Möglichkeit, an verschiedensten Orten im ländlichen Raum ortsunabhängig zu arbeiten. „Wir finanzieren uns noch zu einem geringen Teil aus Fördermitteln und hauptsächlich durch Einnahmen aus Beratungsprojekten“, erläutert Nicole Dau, die bei der eG für Beratung und Öffentlichkeitsarbeit tätig ist.
Coworking-Traumplätze gibt es heute etliche: sei es mit Meeresblick in Glücksburg oder St. Peter-Ording, sei es in einem lauschig-grünen Umfeld in Bliestorf, Felde oder Hitzacker, sei es mit Yoga zum Frühstück oder an speziellen Plätzen für agile Workshops sowie auch (virtuelle) Meetings – nicht nur in Schleswig-Holstein wird in landschaftlich schön gelegenen Spaces ko-gearbeitet. Das gilt genauso für Niedersachsen und südlichere Regionen. „Es tun sich deutschlandweit immer weitere Akteure und Gründer auf, die wir bei ihren Vorhaben unterstützen“, so Nicole Dau.

Know-how-Transfer und Netzwerken
Zu CoWorkLand gehören derzeit bereits 18 feste Spaces. So unterschiedlich sie auch sind, die Genossen setzen alle auf gemeinsames Netzwerken. Sie bauen auf den Austausch und die Erfahrung anderer Mitglieder, profitieren vom Know-how ihrer eG und auch von deren überregionaler Vermarktung. Dafür steht eine gemeinsame Buchungs- und Abrechnungsplattform bereit.
Hier buchen sich freiberufliche Dauermieter, interdisziplinäre Teams oder auch Unternehmen ein. Es gibt ebenso flexible Tarife, auf die Kunden für einige Tage oder auch länger zugreifen können. „Es sind nicht primär digitale Hipster oder IT-Spezialisten, die sich einmieten, sondern Kreative im weitesten Sinne“, erzählt Jule Lietzau: „Wir bieten zum Beispiel auch Platz für Näherinnen, Handwerker oder eine freie Theatergruppe, die einen unserer Spaces als Headquarter nutzt.“
Die Vielfalt dieser Zusammenarbeitsräume sowie die berufliche Diversität der Arbeitenden machen Coworking zum Erlebnis: Es wirkt durch und durch inspirierend und fördert die Kreativität. Ob auf einem ehemaligen Heuboden oder mitten auf dem Bauernhof, ob im einstigen Gasthaus, in einer alten Ölmühle oder in historischen Sälen eines Landgerichts – allein „wegen ihrer besonderen Settings bieten unsere Spaces große Mehrwerte“, sagt Jule Lietzau. Ein insgesamt siebenköpfiges Team arbeitet für die Genossenschaft und macht sich für nachhaltige, gemeinschaftliche Werte stark. Als geschäftsführender Vorstand zeichnet Ulrich Bähr verantwortlich, der auch das CoWorkLand-Projekt leitet, während Jean-Pierre Jacobi als Vorstand für Architektur und Logistik zuständig ist.

Keine Einheitskonzepte
Individuelle Beratung ist elementarer Eckpfeiler der eG: Das Spektrum reicht von der Gestaltung und Einrichtung der Arbeitsräume über technische und infrastrukturelle Notwendigkeiten bis zum sogenannten Community-Management. Es sind Fragen wie diese, bei denen das CoWorkLand-Team für passende Antworten sorgt: Was ist elementar, damit Coworking funktioniert? Welche zusätzlichen Angebote und Veranstaltungen sollen über das gemeinsame Arbeiten hinaus geschaffen werden? Wer kümmert sich um die Gemeinschaft vor Ort? Jede Region hat einen unterschiedlichen Bedarf, genauso wie die Nutzer. Deshalb gilt es, Spaces keine Einheitslösungen überzustülpen, sondern individuelle Konzepte mit den dort beteiligten Akteuren zu entwickeln. „Damit die Wertschöpfung vor Ort bleibt, ist der lokale Bezug auf vielen Ebenen wichtig“, betont Jule Lietzau. Nicht nur die angeschlossene Community und die Arbeitsraum-Gastgeber machen CoWorkLand zu etwas Außergewöhnlichem: Es findet sich landauf, landab keine vergleichbare eG. „Wir sind die einzige Genossenschaft für mehrere Spaces an verschiedenen Orten und weiten uns immer stärker auf ganz Deutschland aus. Mobiles Arbeiten sollte unserer Ansicht nach immer und von überall aus möglich sein“, unterstreicht Nicole Dau.
Gute Vernetzung und Flexibilität sind auch aktuell in Corona-Zeiten wichtige Themen. CoWorkLand bietet Nutzern den passenden Raum und technischen Rahmen, im Coworking-Space statt allein im Homeoffice zu arbeiten. „Unsere Spaces sind hierfür teils mit Zelten oder flexiblen ‚Tiny Houses‘ ergänzt worden, um Sicherheitsabstände einhalten zu können“, sagt Jule Lietzau.

www.coworkland.de

Tipp
So läuft ortsunabhängiges Arbeiten bestens

• Teamwork systematisieren: Damit bei aktuellen Projekten alle den Überblick über To-dos behalten, helfen digitale Kanban-Boards wie beispielsweise „Trello“.
• Kommunikation: Chats, mit denen man auch Dokumente teilen kann (wie etwa Slack), bringen Teams zusammen, wo auch immer sie sind.
• On- und offline arbeiten: neben virtuellen Konferenzen auch genügend Zeit für eigene konzentrierte Arbeitsphasen einplanen.
• Austausch: Wer sein Wissen im Team teilt, kommt weiter und generiert bei Stand-up-Meetings auch neue Ideen.
• Bewegung: Ob beim Yoga, beim Spaziergang oder auf dem Rad – den Kopf durchzulüften kurbelt die Kreativität an.


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