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Schwerpunkt Berlin | Veröffentlicht am 05.03.2021

Vielseitige Detektivarbeit

Wird es tierisch unangenehm, stehen sie mit Rat und Tat zur Stelle. Seit bereits mehr als sechs Jahrzehnten kommen die Schädlingsbekämpfer der berliner bär eG immer dann, wenn Ratten, Schaben oder Marder zum Problem werden (könnten).

Bettwanzenbefall im Hotelzimmer, Mäuseplage im Mehrfamilienhaus, Eichenprozessionsspinneralarm auf dem Spielplatz, Schädlingsprävention im Lebensmittelbetrieb: Der Alltag von Torsten Pätzold und seinen Kollegen ist so vielfältig wie die Plagegeister, denen sie Tag für Tag zu Leibe rücken. „Unser Beruf ist sehr spannend, abwechslungsreich und verlangt nicht nur Fachwissen, sondern auch Genauigkeit und Umsichtigkeit“, sagt der Vorstand der berliner bär eG. Ihre Wurzeln liegen in der damaligen DDR: 1958 schrieb der Magistrat von Berlin drei bis dahin selbstständigen Kammerjäger-Meisterbetrieben vor, sich zu einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) zusammenzuschließen. Nach der Wende formierte sich diese schließlich 1991 zur eingetragenen Genossenschaft um. Der Name ist indes seit Gründung geblieben.

Heute findet das Unternehmen, das seinen Hauptsitz im Ortsteil Weißensee hat, längst nicht nur in der Hauptstadt, sondern auch in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt moderne und zuverlässige Lösungen für jedes Schädlingsproblem. 14 Experten sind dafür im Einsatz, hinzu kommen drei Büroangestellte sowie ein Auszubildener. „Wir sind mit der derzeitigen Entwicklung recht zufrieden“, sagt Vorstand Torsten Pätzold, der nicht nur ausgebildeter Schädlingsbekämpfer, sondern auch Betriebswirt ist. Zwar würde sich die Genossenschaft gerne personell verstärken, aber es gibt zu wenig Manpower. Dies betrifft sowohl Fachkräfte als auch Auszubildende. „Obwohl wir keine Raketenwissenschaft oder keine OP am offenen Herzen machen“, meint der Vorstand schmunzelnd.

Qualifizierte Ausbildung

Besonderen Wert legt die Genossenschaft auf die eigene dreijährige Ausbildung qualifizierter Schädlingsbekämpfer als Ausbildungspartner der IHK Berlin. Dabei hat sich der Beruf des Schädlingsbekämpfers enorm gewandelt – zum einen durch den technologischen Fortschritt und sich stetig ändernde Herangehensweisen, zum anderen durch immer neue gesetzliche (Umwelt-)Vorgaben. Denn der altbekannte Kammerjäger, der vor allem mit viel Chemie anrückte und nach dem Motto „Viel hilft viel“ handelte, ist längst passé. Heutzutage greift die moderne Schädlingsbekämpfung auf Monitoringsoftware und ein vielfältiges Spektrum hocheffizienter Methoden zurück. „Die Entscheidung, welche davon schließlich zielführend ist, liegt beim Schädlingsbekämpfer, der vor Ort Art und Umfang eines Befalls korrekt einschätzen muss“, berichtet Torsten Pätzold. Um dies sicherzustellen, werden die Mitarbeiter der berliner bär eG stetig aus- und weitergebildet – beispielsweise zu neuen Präparaten oder Verfahren der Schädlingsbekämpfung – und besuchen jährlich Hygieneschulungen. Die Auszubildenden wiederum werden zudem von erfahrenen Schädlingsbekämpfern umsichtig an die Einschätzung des Befalls und das Schädlingsmonitoring herangeführt.

Ob Privathaushalt, Warenhäuser, Hotels, Hausverwaltungen, Wohnungsbaugenossenschaften oder sogar das Bundeskanzleramt oder der Bundesrat: Die Liste der Auftraggeber*innen der berliner bär eG ist lang und breit gefächert. „Wir haben schlichte, aber auch spektakuläre Arbeitsorte – vom dunkelsten Keller bis hin zum tollsten Objekt mit Renommee, und genau diese Vielseitigkeit macht die Schönheit unseres Berufes aus“, so der Vorstand. So unterschiedlich die Einsatzorte und Auftraggeber auch sind, für sie gilt eines gemeinsam: der Anspruch, alle Aufträge mit fachlicher Kompetenz und Diskretion zeitnah und zufriedenstellend zu erledigen. Dabei wird nach Angaben von Torsten Pätzold besonders großer Wert auf die Erklärung der Vorgehensweise sowie auf die Transparenz der Leistungen und deren Abrechnung gelegt.

Hygiene prüfend im Blick

Fünf bis sieben Kundenaufträge wickelt jeder Schädlingsbekämpfer der berliner bär eG pro Tag ab. Dazu gehören akute ebenso wie lange geplante Termine. Denn einen Teil der genossenschaftlichen Arbeit macht auch die Erstellung und Umsetzung der in Deutschland geltenden Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) sowie der europäischen HACCP-Verordnung aus. Letztere sieht vor, dass alle Betriebe, in denen Lebensmittel verarbeitet oder vertrieben werden, ein solches Konzept umsetzen müssen. Dadurch sollen mögliche Schädlingsgefahren für Bäckereien, Restaurants oder Lebensmittel produzierende Betriebe analysiert, kritische Punkte für die Befallskontrolle und Präventionsmaßnahmen erkannt sowie bei Überschreitung der festgelegten Grenzwerte geeignete Maßnahmen der Schädlingsbekämpfung durchgeführt werden. „Dafür müssen wir das betriebsbezogene HACCP-Konzept und alle damit in Zusammenhang stehenden Hygienemaßnahmen fortlaufend dokumentieren“, erläutert Torsten Pätzold. Zudem haben Großbetriebe weitere eigene Standards, die auch regelmäßig von den Experten der berliner bär eG überprüft werden.

Zwar gibt es typische „Wespenjahre“ oder auch Zeiten, in denen der Eichenprozessionsspinner vermehrt sein Unwesen treibt. Den Großteil der Schädlingsbekämpfung machen jedoch seit Jahrzehnten die Nager aus, schließlich finden sie im städtischen Raum seit jeher reichlich Nahrung: „Neben der akuten Rattenbekämpfung spielt daher bei uns auch die regelmäßige Kontrolle der Betriebe, vor allem aus der Lebensmittelbranche, eine große Rolle“, berichtet der Vorstand. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Nage- und Plagegeister sowie aller anderen Schädlinge sind breit gefächert und beschränken sich keineswegs nur auf den Einsatz von Bioziden. „Zu unseren Aufgaben gehören neben der Befalls- und Ursachenermittlung auch notwendige Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten sowie eine Beratung des Auftraggebers“, so der 48-Jährige.
Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der Berliner Schädlingsbekämpfer kaum verändert. „Wir kommen bislang gut durch die Krise“, sagt Torsten Pätzold. Dies läge nicht nur an der breiten Aufstellung und Ausrichtung der Genossenschaft, sondern auch an „unserer duften, homogenen Truppe“.

Anja Scheve

www.berlinerbaer-eg.de


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