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Schwerpunkt Bergisches Land | Veröffentlicht am 10.12.2021

„Wir wollen den Wald der Zukunft entwickeln“

Markus Wolff ist Vorstandsvorsitzender der Waldgenossenschaft Remscheid und und setzt sich mit seinen Mitgliedern für den ökologischen Umbau des Waldes ein.

m Jahr 2013 hat Markus Wolff mit einigen Mitstreiter*innen die Waldgenossenschaft Remscheid eG gegründet, deren ehrenamtlicher Vorstandvorsitzender er seitdem ist.„Fast 50 Prozent des deutschen Waldes sind in privater Hand“, erklärt er. „Wenn die Waldbesitzer*innen ihren Wald nicht mehr bewirtschaften wollen oder können, verkaufen sie oft an Spekulanten oder Holzhändler. Diese gehen rein ökonomisch vor, kaufen und holzen meist nur ab. Dieses Spekulantengeschäft bedeutet in der Regel das mittelfristige Aus für diese Waldstücke und führt zu Konflikten mit der Bevölkerung.“

Die Waldgenossenschaft bietet ihren Mitgliedern die Möglichkeit, über das eingezahlte Kapital gemeinsam auch solche Waldflächen zu kaufen oder sich mit eigenem Wald in die Genossenschaft einzubringen. Aber auch jeder Mensch, der den Wald ideell unterstützen will, kann Mitglied werden. Im Falle der Waldgenossenschaften sind es Bürger*innen, ökologische und ethische Stiftungen, der Forstverband Remscheid oder auch das Land NRW. Denn neben der Vergrößerung der Waldflächen ist es auch Ziel, den Wald ökologisch so umzubauen, dass er dem Klimawandel Rechnung trägt, aber auch als Freizeit- und Rückzugsort für Bürger*innen weiterentwickelt wird. Wolff: „Wälder sind Horte der Biodiversität. Menschen sind auf ihre Ökosystemleistungen angewiesen. Sie sind Orte der Erholung und Inspiration, sind Rohstofflieferanten, Wasserspeicher, Klimasenker und -regulatoren und vieles mehr.“

Mit der Corona-Pandemie und dem gewachsenen Klimabewusstsein der Menschen ist auch die Wertschätzung der Menschen für Wälder stark gewachsen. Wolff merkt es an den steigenden Mitgliederzahlen in seiner Genossenschaft, inzwischen gibt es 350 Anteilseigner*innen – mit weiterer Tendenz nach oben. 2019 ist die Stadt Remscheid auch für ihr Engagement für die Genossenschaft mit dem NRW-Preis „Wald der Zukunft“ ausgezeichnet worden. Auch woanders denkt man darüber nach, das Remscheider Genossenschaftsmodell zu übernehmen. So plant Oliver Saake von der DZ Bank ebenfalls, mit Mitstreiter*innen in Baden-Württemberg Waldgenossenschaften zu gründen.

Besonders freut es Wolff, dass ein großes Industrieunternehmen aus der Region auf Nachhaltigkeit setzen will und deshalb eine mehrjährige Kooperation mit der Waldgenossenschaft bereits abgeschlossen hat. Zusammen wollen die Partner dann mit wissenschaftlicher Begleitung den Wald 2.0 schaffen. Dabei wollen sie neue Erkenntnisse über das Ökosystem Wald gewinnen und diese Politik und Wissenschaft wie auch Bürger*innen zugänglich machen. Unter Wald 2.0 versteht Wolff einen Mischwald mit vielen heimischen Laub- und Nadelbäumen, der viel resilienter sei als beispielweise eine Monokultur aus Fichten: „Wenn in einem reinen Fichtenwald der Borkenkäfer zuschlägt“, so der Förster und Leiter des Forstamtes Remscheid, „so befällt er vermutlich gleich alle.“ Das sei in einem Mischwald nicht der Fall. Der Genossenschafts-Chef wünscht sich einen Wald, der natürlich wächst, sich natürlich verjüngt, naturgemäß bewirtschaftet und gepflegt wird. „Dabei fällt natürlich jede Menge Holz an, das verkauft und zum Beispiel zu Papier oder Möbeln verarbeitet wird. Solange das naturgemäß und nachhaltig geschieht, spricht überhaupt nichts dagegen.“

Kahlflächen müssen aufgeforstet werden
Großen Handlungsbedarf sieht Wolff bei den inzwischen über 100.000 Hektar Kahlflächen allein in NRW – eine Folge von Klimawandel, Dürre, Borkenkäfer, Stürmen und danach erfolgter Abholzung. Diese Flächen müssten dringend wiederbewaldet werden. Das geht nicht ohne den steuernden Eingriff von Waldbesitzer*innen, Forstleuten und Jäger*innen. Sorgen macht sich Wolff über den hohen Wildbestand. Vor allem Rehe und Hirsche fressen die Sämlinge weg, mit denen sich ein Wald erneuert. Selbst die inzwischen rund 1.000 Wölfe in Deutschland könnten dagegen nichts ausrichten. „Wir müssen jährlich und dauerhaft viel mehr Rehe und Hirsche zum Wohle der Waldentwicklung erlegen als bislang“, ist Wolff überzeugt.

Gespannt blickt Wolff auf die Umsetzung der Ergebnisse des Klimagipfels in Glasgow. „Denn wenn wir hier in Deutschland langfristig eine Erwärmung bis 4 Grad bekommen, haben wir hier nur noch Wüste und Steppe. Dann brauchen wir über Wald nicht mehr zu reden.“ Deshalb setzt er auf die Vernunft und die Verantwortung aller: „Wir haben die ethische und moralische Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation, eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Deshalb müssen weiter gegen den Klimawandel und für einen ökologischen Wald kämpfen.“

Sabine Bömmer


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