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Regionen-Spezial Rheinhessen | Veröffentlicht am 07.07.2022

Für mehr Vielfalt ackern

Die Bio-Familie-Rheinhessen eG schiebt mit viel Herzblut nicht nur die regionale Vermarktung von leckeren Knollen an. Sie macht sich auch für Diversität auf ihren Bio-äckern stark und zeigt sich als Vorreiterin für regenerative Landwirtschaft.

Wächst weiter: die Bio-Familie-Rheinhessen eG rund um Karlfried Eich (v. hinten li.), Ludger Schreiber (2. Vorsitzender), Robert Wagner sowie Bertram Kalinke (vorne li.), Monika Meitzler-Stöhr und Vorstand Armin Meitzler (r.).

Gelebte Vielfallt ist das, was die Bio-Familie-Rheinhessen eG antreibt und in vielerlei Hinsicht in der Region zum Gedeihen bringt. Ob wohlschmeckende Bioland-Erdäpfel wie Agria oder Otolia, ob Urgetreide wie Emmer und Einkorn, ob Kürbisse, Spargel oder Obst – so wie die Genossenschaft selbst sukzessive wächst, so erweitert sich auch ihr Produktsortiment. Hier reihen sich verschiedenste Öle, eine breite Auswahl an Nudeln und ebenso Eier ein: alles 100 Prozent Bio. Mittlerweile gehören sieben Familienbetriebe – sechs aus Rheinhessen und einer aus der Pfalz – der eG an.

Vor rund drei Jahren gegründet, standen bei der Bio-Familie zunächst ihre tollen regionalen Knollen im Mittelpunkt. Über diese hinaus hat sich ihre fruchtbare Idee des genossenschaftlichen Miteinanders weiter fortgepflanzt. „Unsere heutige Produktvielfalt wird aus der Familie heraus produziert und regional vermarktet“, berichtet Armin Meitzler, Vorstand der Bio-Familie-Rheinhessen eG. Neben dem BioBetrieb Meitzler in Spiesheim hoben der Biohof Vollmer in Mainz-Ebersheim und die BioPforte Schreiber in Klein-Winternheim 2019 die Genossenschaft aus der Taufe.
Diese drei Gründungsfamilien, die seit Jahren zertifizierte Bioland-Betriebe haben, einte eine gemeinsame Mission: der Region, der ökologischen Landwirtschaft sowie der ökologischen Lebensmittelwirtschaft langfristig neue Wachstumsimpulse zu geben. Zugleich galt und gilt es, die Erzeuger als Genossenschaftsmitglieder zu stärken und ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, auf dem regionalen Markt vertreten zu sein und voneinander zu profitieren.

Erklärtes Gründungsziel war es, „Strukturen aufzubauen, um die Vermarktung regional erzeugter Bio-Kartoffeln zu verankern und deutlich zu verbessern“, sagt Armin Meitzler. Nicht nur das ist erfolgreich gelungen. In verschiedensten Filialen von Edeka Südwest – etwa in Heidesheim am Rhein, in Nieder-Olm oder Mainz – und in etlichen Bioläden sind nun neben Kartoffeln auch weitere Produkte der Bio-Familie zu finden. Gutes aus der Region ist somit für Verbraucher*innen direkt vor der Haustür erhältlich. Das spart unnötige Transportwege und Ressourcen.

Mehr Bewusstsein, mehr Zusammenhalt
Die Genossenschaft will noch weitaus mehr bewegen. „Die heimische Bevölkerung für gesunde Biolandwirtschaft zu begeistern und viel stärker einzubinden“ ist für den Vorstand ein wichtiges Zukunftsthema. „Heute sind Verbraucher*innen und Landwirtschaft weit voneinander entfernt“, so Armin Meitzler. Die Bio-Familie hat sich aufgemacht, (wieder) mehr Zusammenhalt zu schaffen: „Wir wollen Verbraucher*innen von unserem Weg, unseren Werten überzeugen und werben auch gezielt dafür, dass sie sich an unserer Genossenschaft beteiligen können.“
Um ins Bewusstsein zu rücken, was alles auf den Biofeldern wächst und gedeiht sowie zusätzlich kriecht, summt und brummt, fand beispielsweise Ende Mai beim BioBetrieb Meitzler eine Vielfältigkeitswanderung statt. Ein Filmmitschnitt wird demnächst auf die Website der Bio-Familie gestellt. Denn genauso wie die anderen Mitglieder der Genossenschaft ist Familie Meitzler auf Vielfalt spezialisiert. Bei ihr in Spiesheim geht Biodiversität mit regenerativer Landwirtschaft einher, die humusbildende Prozesse und die Bodenbiologie fördert. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die möglichst ganzjährige Begrünung des Ackers. „Deshalb sind gerade Kartoffeln, die erst relativ spät eingepflanzt werden, für regenerativen Ackerbau sehr gut geeignet“, erläutert Armin Meitzler.

Regenerativer Kartoffelanbau
In seinem Betrieb finden bereits seit Langem auch Seminare dazu statt. Um das System und die Bestandteile regenerativer Landwirtschaft weiter publik zu machen, ist der Vorstand der Bio-Familie- Rheinhessen-eG oftmals bei Vorträgen als Gastredner aktiv. Ihm geht es darum, sein Wissen zu teilen: Denn er beweist in der Praxis, wie mit gezielten Humusaufbau und „wenig Energie von außen sich sehr gute Erträge“ beim Kartoffelanbau erzielen lassen. Was seit Juni auf den Feldern in voller Kartoffelblüte steht, wurde im April ausgepflanzt. „Unsere Haupternte beginnt je nach Witterung ab August und September“, berichtet Armin Meitzler.

Sehr divers mit rund zwölf Sorten zeigt sich das Speisekartoffel-sortiment der Genossenschaft. So gesellt sich zum Beispiel zur festkochenden Montana die mehlige Karelia – und zur aromatischen, älteren Sorte Agria kommt die noch neuere Allians mit feiner Konsistenz hinzu. Eines ist allen gemein: „Die Verbraucher*innen sagen uns häufig, dass unsere Kartoffeln geschmacklich in einer anderen Liga spielen“, erzählt der Vorstand. Rund 45 Hektar misst die gesamte Anbaufläche für die leckeren Knollen der Bio-Familie. Pro Hektar werden zirka 20 Tonnen Kartoffeln pro Jahr geerntet. Um die Erdäpfel ganzjährig vermarkten zu können, wird ein neues, deutlich größeres Lager gebaut. Die eG beschäftigt einen Produktions- und Lagerleiter, zwei Festangestellte für die Sortierung und Verpackung sowie Teilzeitkräfte beispielsweise für Verwaltung und Büro.

Knackiges Gemüse von der SoLaWi
Neue, vielfältige Ideen gedeihen in den Reihen der Bio-Familie noch etliche. Aktuell bringt Armin Meitzler mit engagierten Mitstreiter*innen ein besonderes Projekt auf den Weg: die Gründung einer „Solidarischen Landwirtschaft“, kurz SoLaWi genannt. Mit Bürger*innen baut die genossenschaftlich organisierte Gemeinschaft regionale, saisonale und nachhaltige Nahrungsmittel in Bioland-Qualität an. „SoLaWi-Mitglieder bezahlen einen festen monatlichen Beitrag und erhalten dafür wöchentlich einen Anteil der gemeinsam erzeugten Ernte“, berichtet Armin Meitzler. Die SoLaWi Spiesheim eG i.G. zählt bereits 74 Mitglieder und soll künftig weiterwachsen. Auf dem rund vier Hektar großen Gelände steht biologische Vielfalt im Vordergrund: Rund 135 gepflanzte Arten und Sorten an Bäumen und Sträuchern sowie zirka 30 verschiedene Gemüsesorten sorgen dann für Abwechslung – nicht nur in der Gemüsekiste der Mitglieder.
Anja Pieper

www.biofamilie-rheinhessen.de
www.solawi-spiesheim.de


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