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Regionen Spezial Eifel | Veröffentlicht am 13.05.2022

Saftiges Engagement

Streuobstwiesen sind tierisch anziehend, ökologisch enorm wertvoll und daher besonders schützenswert. In der Nordeifel setzt sich die SoNNe eG für deren Erhalt ein, indem sie Interessierte berät, zum Thema Streuobstwiesen fortbildet und zudem eine ganz besondere Pressearbeit anbietet.

Sie sind wahre Hot Spots der biologischen Vielfalt und ein einzigartiges Kulturgut: Mit mehr als 3.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sowie über 6.000 Obstsorten spielen Streuobstwiesen nicht nur hierzulande eine herausragende Rolle für die Landschaftspflege und den Naturschutz. Seit 2021 haben sie einen festen Platz auf der deutschen Liste „Immaterielles Kulturerbe“, stehen als Biotop aber auch auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen. Diese besondere Kulturlandschaft mit ihren Obstwiesengürteln zu schützen, zu erhalten und auch auszuweiten ist seit mehr als zehn Jahren Ziel der gemeinnützigen Genossenschaft Streuobstwiesen Netzwerk Nordeifel eG, kurz SoNNe. Ihre Geschichte beginnt schon einige Jahre vor der eigentlichen Gründung 2011.

Ausgangspunkt war LEADER, ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. So auch die Ausbildung von 120 Obstbaumwart*innen in der Region Euskirchen, Düren und Aachen. „Viele Teilnehmer*innen haben sich gewünscht, auch danach in einem Netzwerk verbunden zu bleiben, auch um das Projekt Streuobstwiesen zu verstetigen“, berichtet Astrid Heistert-Klink, eines von fünf Vorstandsmitgliedern der SoNNe eG.

Support der VR-Bank Nordeifel
Diesem Wunsch folgte schließlich die Suche nach einer passenden Rechtsform für das gemeinsame Ansinnen – die in Form einer Genossenschaft recht schnell gefunden war. „Uns haben der Solidaritätsgedanke und die demokratische Form sehr gefallen, aber auch die finanzielle Einlage, die jede*r durch den Erwerb von Anteilen erbringt“, so die gelernte Baumschulgärtnerin. Dies hatte einen im wahrsten Wortsinn saftigen Hintergrund, denn schon vor der Gründung stand in der Nordeifel eine gebrauchte mobile Saftpresse zum Verkauf: „Und diese wollten wir uns unbedingt sichern, denn neu muss man dafür einen sechsstelligen Betrag hinlegen.“ Drei spätere Genossenschaftsmitglieder haben die Saftpresse schließlich zunächst vorfinanziert, die dann später über einen Darlehensvertrag an die SoNNe eG übergegangen ist. Hilfreiche Unterstützung kam zudem von der VR-Bank Nordeifel eG, die eine Bürgschaft übernahm und so unter anderem den Kauf des notwendigen Verpackungsmaterials für den Apfelsaft ermöglichte.

Den offiziellen Grundstein für die gemeinnützige Genossenschaft SoNNe eG legten dann im September 2011 15 Gründungsmitglieder. Heute gehören ihr mehr als 200 Personen an. Damals wie heute ist das wirtschaftliche Standbein der gemeinnützigen Genossenschaft die Saftpresse, die von ehrenamtlichen Mitgliedern betrieben wird. Ab August steht sie regelmäßig an verschiedenen Standorten in der Nordeifel zwischen Ostbelgien und Köln. Streuobstwiesen- und andere Apfelbaumbesitzer*innen können ihre frisch geschüttelten oder gepflückten Früchte nach vorheriger Terminabsprache dort zum Verarbeiten anliefern. Das Obst wird gewaschen, zerkleinert und ausgepresst – und zum Schluss direkt in sogenannte Bag-in-Box-Behälter in 3- sowie 5-Liter-Gebinden abgefüllt und so für gut ein Jahr haltbar gemacht. „Über diese Dienstleistung haben wir im Laufe der Jahre zunächst die Saftpresse finanziert, heute fließt das Geld in die Genossenschaft, die davon beispielsweise die Referent*innen und verschiedene Dienstleistungen bezahlt“, erzählt Astrid Heistert-Klink. Die mobile Saftpresse, in der vorwiegend Äpfel, aber auch Birnen und Quitten verarbeitet werden, kommt in der Region sehr gut an – und direkt zum Obst. Obstbesitzer*innen müssen nach vorheriger Terminvereinbarung eine Mindestmenge von 50 Kilogramm Früchten bringen.

Umfangreiches Infoprogramm
Neben dem Betrieb der Saftpresse sowie der Baumpflege bieten die Mitglieder der SoNNe eG ein umfangreiches Seminar- und Infoprogramm an. Dazu gehören auch die Beratung und Hilfestellung bei der Anlage, Pflege sowie dem Erhalt von Obstwiesen. „Bei all dem ist es unser Ziel, das Kulturgut Streuobstwiesen in der Eifel zu erhalten, zu fördern und wieder in Wert zu setzen – und somit den Menschen nahezubringen, was für einen Schatz wir hier haben“, erläutert die Vorständin. Zwar hat die Pandemie auch der SoNNe eG in den vergangenen zwei Jahren zugesetzt, da das Kursprogramm nicht so durchgeführt werden konnte wie üblich oder gar ganz ausfallen musste. Mit entsprechendem Hygienekonzept und mit vorheriger Anmeldung konnten jedoch einige Termine stattfinden. Die Themen sind immer äußerst vielfältig und reichen vom Winter- oder Sommerschnitt an Obsthochstämmen über einen Workshop zum Nistkastenbau bis hin zur Obstsortenbestimmung oder dem Mähen von Hand (Dengeln und Sensen). Zudem gehen Streuobstpädagog*innen in Schulen und Kindergärten der Region, um schon bei den Kleinsten jede Menge Wissen rund um Äpfel, Bäume, Wiesen oder Bienen zu säen.

Jüngst hat die Genossenschaft eine Ölmühle erworben, mit der auch Walnüsse verarbeitet werden können. Sie hat ihre Feuertaufe bestanden und soll in Zukunft zu einem weiteren Standbein werden. Zum zehnjährigen Bestehen im vergangenen Jahr hat die Genossenschaft einem Lohnessighersteller den Saft ihrer drei eigenen Pachtwiesen geliefert, der daraus Balsamico hergestellt hat. Dieser ist bei den Mitgliedern, die zum Jubiläum je eine Flasche erhalten haben, so gut angekommen, dass der Balsamico zukünftig dauerhaft angeboten werden soll.
Und nicht nur in der Nordeifel geben die Mitglieder der SoNNe eG ihr Streuobstwiesenwissen vielfältig weiter, sondern befruchten sich auch international: Als deutscher Vertreter gehört die gemeinnützige Genossenschaft seit 2019 einem Erasmus+-Projekt an, das in verschiedenen europäischen Ländern Leitfäden für Multiplikator*innen zu Themen aus dem Streuobstwiesenbereich entwickelt und erstellt. „Darauf sind wir mächtig stolz und es ist unglaublich bereichernd und spannend zu sehen, wie unterschiedlich unsere Nachbarländer mit dem Thema Streuobstwiese umgehen“, sagt Astrid Heistert-Klink.

Anja Scheve

www.sonne-streuobstwiesen.de


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