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Aus den Regionen

Juniormärkte – junges Gemüse im Konsum Dresden

Der Konsum Dresden hat für seine Lehrlingsausbildung viele Auszeichnungen erhalten. Besonders gelobt wird dabei auch das innovative Konzept der zwei Juniormärkte, die von den Auszubildenden selbstständig geleitet werden.

Die zwei Juniormärkte des Konsum Dresden: Das sind keine Einkaufsparadiese für Kinder und Jugendliche, sondern Märkte, die von Auszubildenden eigenverantwortlich geleitet und organisiert werden. Dabei werden sie von fachkundigen Ausbildern unterstützt. „Die Juniormärkte sind sehr wichtig für unsere Lehrlingsausbildung im Einzelhandel. Denn hier können unsere Azubis, die Kaufleute im Einzelhandel, Verkäufer oder Fachverkäufer für Fleisch und Wurst werden wollen, viel in der Praxis lernen, Verantwortung übernehmen und eigenständig Entscheidungen treffen. Das kommt bei unseren jungen Leuten gut an“, sagt Gunther Seifert, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft Konsum Dresden. Zurzeit bildet der Konsum Dresden 68 Auszubildende vom ersten bis dritten Lehrjahr aus, darunter auch Bürokaufleute und Fachinformatiker. Mehr als 6.000 junge Menschen hat die Genossenschaft in den letzten 30 Jahren durch die Lehre geführt. Insgesamt hat die Genossenschaft 816 weibliche und männliche Mitarbeiter, 92 Prozent von ihnen arbeiten in den 34 Märkten des Unternehmens. Auch der Großteil der neuen Auszubildenden wird die nächsten Jahre in der Berufsschule und in den beiden Juniormärkten verbringen. „Dort können sie das Einzelhandelsgeschäft und den Fachverkauf von A bis Z lernen und trainieren“, so der Vorstandsvorsitzende. Dazu gehören unter anderem die Beratung an der Fleisch- und Obsttheke, die fachkundige Bedienung im Getränkemarkt, das Arbeiten an der Kasse, aber auch die Abrechnung der Einnahmen sowie das Nachbestellen der Ware.

Kunden reagieren positiv

„Besonderen Wert legen wir in unseren Konsum-Märkten nicht nur auf regionale Produkte, sondern auch auf die Service-und Beratungsqualität.“ An diesem Punkt werde sich künftig die Spreu vom Weizen im Einzelhandel trennen, sagt Seifert und setzt hier besonders auf die Zukunftsfähigkeit des Konsum Dresden. Deshalb gibt sich der Konsum auch bei der Bewerberauswahl große Mühe: „Schließlich wollen wir, dass es sowohl für die jungen Bewerberinnen und Bewerber wie auch für den Konsum eine Win-win-Situation wird.“ Der Konsum setzt hierbei auf Schulabgänger, die gute Umgangsformen haben und ein gewisses Verkaufstalent mitbringen.
Und wie reagieren die Kundinnen und Kunden beim Einkauf auf die jungen Menschen in Ausbildung? „Sehr positiv“, unterstreicht Vorstandskollege Roger Ulke. „Alle zeigen viel Geduld und Verständnis, wenn mal was nicht auf Anhieb klappt. Und vor allem unsere älteren Kundinnen und Kunden genießen den frischen jungen Wind in unseren Juniormärkten.“


Bisher hat der Konsum Dresden keine Nachwuchssorgen, seine ausgebildeten jungen Leute sind heiß begehrt – auch bei den Mitbewerbern. „Es hat sich eben herumgesprochen, dass unsere Leute top ausgebildet, sehr serviceorientiert und motiviert sind“, so Ulke. Mögliche Abwerbeversuche versuche der Konsum zu verhindern, indem er seinen Lehrlingen möglichst früh eine Übernahme, Weiterbildung und Aufstiegschancen signalisiere. Als gutes Beispiel einer gelungenen Unternehmenskarriere nennt Ulke seinen Vorstandskollegen Sören Goldemann, der vom Azubi über den Bezirksleiter bis zum Vorstandsmitglied aufgestiegen ist.
„Unsere Auszubildenden sind sehr wichtig für die Zukunftssicherung unserer Genossenschaft“, betont Seifert. Aufgrund der demografischen Entwicklung müsse sich die Branche bewegen. So bietet der Konsum jährlich bis zu 30 Schülerpraktika an und ist regelmäßig auf Ausbildungsmessen aktiv. Wer sich für eine Ausbildung beim Konsum entscheidet, wird von seinen Ausbildern auch bei den Prüfungsvorbereitungen unterstützt – fachlich wie auch mental. Darüber hinaus sind dem Vorstand Respekt und Wertschätzung in der Zusammenarbeit wichtig. „Wir sind eben eine Genossenschaft und wollen diese Werte im Alltag leben“, so Seifert. Das scheint bei den jungen Azubis anzukommen: „Unsere Abbrecherquote geht praktisch gegen null.“


Sabine Bömmer

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