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Im Fokus: Urlaub im Genossenschaftsland | Veröffentlicht am 18.06.2018

Hof (er)halten anno 1813

© Sven Götze

In historischem Gewand: Die Ortsgeschichte spielt in der Hofgenossenschaft Stiftsgut Liebertwolkwitz eG unweit von Leipzig eine Hauptrolle.

Auf diesem Hof gedeiht Geschichtsträchtiges und das in mehrfacher Hinsicht. Mitten in Liebertwolkwitz, einem vor Jahren nach Leipzig eingemeindeten Dorf, erwächst heute ein – zuvor dem Verfall und Abriss preisgegebenes – Grundstück zu neuer alter Blüte. 2.000 Quadratmeter misst das Stiftsgut, das die Hofgenossenschaft Liebertwolkwitz nicht nur vor dem endgültigen Aus bewahrt hat. Mehr noch: Seit April 2012 wird der ursprüngliche Vierseitenhof mit viel Liebe zum Detail zu einem Historischen Gewerkehof entwickelt und ausgebaut.
„Als Erbpächter haben wir den Hof von der Stadt Leipzig übernommen und seither fehlende Gebäudeteile ersetzt, authentische Handwerkerstätten und auch eine Fachwerkscheune errichtet“, erzählt Dr. Lutz Zerling, geschäftsführender Vorstand der Hofgenossenschaft. Vor acht Jahren hat er diese mit engagierten Mitstreitern gegründet. „Wir sind eine kleine Genossenschaft, die besonders stark auf den Gemeinnützigkeitsgedanken in unserem Dorf ausgerichtet ist“, so der Vorstand. Für den Erhalt und Ausbau des Hofes setzen sich mittlerweile 50 Mitglieder ein – ihr Ziel ist ebenso die „touristische Vermarktung des Lebens um 1800“.

Dorfleben zur Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig

Alle Mitglieder der Hofgenossenschaft vereint neben der tiefen Verwurzelung mit dem Ort und seiner Geschichte noch ein weiteres, identitätsstiftendes Gemeinschaftsprojekt: „Liebertwolkwitz – ein Dorf im Jahre 1813“ zeigt als Historiendarstellung seit nunmehr einem Jahrzehnt anschaulich das Dorfleben zur Zeit der Völkerschlacht bei Leipzig auf. Herzstück und Heimstatt der Veranstaltung ist das Stiftsgut der Hofgenossenschaft. „So wie unsere Vorfahren damals auch die Soldaten bewirteten, sind wir die zivile Seite, die dann für die Einquartierung und Verpflegung der militärhistorischen Vereine sorgt“, berichtet Lutz Zerling. Ob Franzosen, Russen, Preußen oder Österreicher: Alljährlich im Oktober reisen um die 600 Militärdarsteller aus ganz Europa an, um die Völkerschlacht und Napoleons Niederlage nachzustellen, um die Erinnerungen wachzuhalten und die Ereignisse verstehen. Das geschieht auf dem Flächendenkmal „Südliches Schlachtfeld“, sozusagen vor den Toren des Dorfes.
In Liebertwolkwitz selbst geht es weniger militärisch zu. Im Stiftsgut, rund um den historischen Marktplatz und in neun angrenzenden Gehöften dreht sich vom 19. bis 21. Oktober alles um das hautnahe Erleben des einstigen Dorfalltags. Dafür mobilisiert die Genossenschaft etliche Helfer aus Liebertwolkwitz – vor und hinter den Kulissen. Es wird gedroschen, geschmiedet, geflochten, gesungen, gebunden – und da werden selbstverständlich auch deftige Speisen serviert. Das kommt hervorragend an. Vor allem junge Familien aus der Stadt zieht es ins historische Dorf. Für den Nachwuchs werden Märchenlesen auf dem Getreideboden oder etwa auch historischen Kinderspiele auf dem Marktplatz zur unterhaltsamen Zeitreise zurück in die Vergangenheit. „Wir rechnen in diesem Jahr mit bis zu 8.000 Besuchern“, sagt Lutz Zerling.

Unterhaltsame Zeitreise

Basierend auf alten Urkunden, Quellen und Berichten lassen rund 400 Dorfbewohner alte Zünfte und Handwerkskünste aufleben, schlüpfen in Kostüme, stellen ihre eigenen Ahnen oder historisch verbürgte Persönlichkeiten des Ortes dar. Lutz Zerling wird dann zum „Pferdner“ Johann Gottfried Liebner, der „größere Ländereien besaß und sich die sich einst sehr teuren Pferde leisten konnte“. Andere nehmen die Rollen des Dorfschmieds, Nachtwächters, Bürgermeisters, Besenbinders und vieler mehr ein. Der Erlös der Veranstaltung fließt in den weiteren Ausbau des Stiftsguts, das mittlerweile über 17 historische Werkstätten sowie Handwerkshütten verfügt.
Hier tummeln sich sonst übrigens auch häufig Schulklassen: Bei Vorführungen historischer Gewerke wie dem Buchdruck oder dem Erstellen, dem sogenannten Schlagen, von Seilen wird seit zwei Jahren der Hof zum Schul-Hof. Etliche weitere Veranstaltungen sind mittlerweile Tradition – vom Hof-Sommer mit Live-Musik (30. Juni) bis hin zum Hof-Advent.
Die Idee zu einer leibhaftige


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