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Im Fokus: Urbanisierung und Genossenschaften | Veröffentlicht am 15.12.2022

Auf diese eG kann man bauen

Gemeinhin vertreten sie unterschiedliche Interessen, gemeinsam bringen sie nun ein einzigartiges, zukunftsweisendes und nachhaltiges Wohnprojekt auf den Weg: der Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr und Haus & Grund Bad Godesberg. Die von ihnen gegründete Zusammenstehen eG schafft bezahlbaren Wohnraum, trifft auf breite Unterstützung und hofft auf viele Nachahmer.

Stehen für die gemeinsame (Bau-)Sache und die von ihnen gegründete Genossenschaft zusammen (v.l.n.r.): Vorstand und Architekt Nikolaus Decker (Haus & Grund Bad Godesberg) sowie Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard von Grünberg und Vorstand Peter Kox (Vorstand sowie Geschäftsführer des Mieterbundes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr).

Nicht nur reden, sondern einfach mal machen: Als im Oktober 2017 im Sozialausschuss der Stadt Bonn über noch freie städtische Grundstücke berichtet wurde, war dieses Motto quasi die Initialzündung für ein bundesweit einmaliges Wohnprojekt. Denn unter den vorgestellten, für öffentlich geförderten, bezahlbaren Wohnungsbau geeigneten Grundstücken befand sich auch eines unterhalb der Bonner Godesburg. „Und da wir uns nicht nur immer beschweren dürfen, dass zu wenig gebaut wird, sind wir halt selbst aktiv geworden“, erinnert sich Bernhard von Grünberg, einstiger SPD-Ratsherr, NRW-Landtagsabgeordneter und seit vielen Jahren Vorsitzender des Mieterbundes Bonn/Rhein-Sieg/Ahr e.V. Gemeinsam mit seinem Freund Pitt Hoffmann, selbstständiger Immobilienberater und seinerzeit Vorsitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Bonn-Bad Godesberg e.V., gab er damals den Anstoß für ein Projekt, das mittlerweile auf festen Fundamenten steht: „Wohnen unter der Godesburg – bezahlbares Wohnen in Bad Godesberg“. Hier, auf dem Gelände einer seit 15 Jahren leerstehenden ehemaligen Grundschule, sollen 55 öffentlich geförderte, bezahlbare und barrierearme Wohnungen sowie ein vierzügiger Kindergarten entstehen.

Gemeinsame Verantwortung
Heute, knapp fünf Jahre nach den ersten Gedankenspielen, ist dafür mittlerweile ein besonderes Bauherrenkonstrukt aus der Taufe gehoben worden: Der Deutsche Mieterbund Bonn/Rhein-Sieg/Ahr und Haus & Grund Bad Godesberg haben dafür gemeinsam die Zusammenstehen eG gegründet. Diese ist nicht nur aufgrund der beiden Projektpartner, die eigentlich unterschiedliche Akteure auf dem Wohnungsmarkt vertreten, ungewöhnlich. Sie ist auch deutschlandweit einmalig. „Es ging uns von Anfang an ausschließlich um die gemeinsame Sache. Und da wir alle lösungsorientiert arbeiten und uns sehr gewogen sind, kann ich nur sagen: Besser geht’s nicht“, bringt es Nikolaus Decker auf den Punkt. Er ist nicht nur Nachfolger von Pitt Hoffmann im Amt des Vorsitzenden von Haus & Grund Bad Godesberg, sondern auch Architekt des spannenden Wohnprojektes. Gemeinsam mit Peter Kox, Geschäftsführer des Bonner Mieterbundes, bildet er den Vorstand der Zusammenstehen eG.

Sie hat vor Kurzem den Grundstückskaufvertrag mit der Stadt Bonn unterzeichnet und den Bauvorbescheid erhalten. „Dies bietet uns nun eine verlässliche Grundlage für die konkreten Planungen und die Aufstellung der Kalkulation“, berichtet Nikolaus Decker. Vorausgegangen war alldem eine Zeit der jahrelangen, intensiven Kommunikation mit allen Beteiligten – besonders mit der Stadt Bonn. Sie hat der Genossenschaft nicht nur das Grundstück verkauft, sondern diese auch mit dem Bau das Kindergartens betraut. „Rückblickend gesehen war dies ein sehr interessanter wohnungsbaupolitischer, für alle sehr lehrreicher Diskurs, der sich letztlich gelohnt hat“, sagt Bernhard von Grünberg, der Aufsichtsratsvorsitzende der Zusammenstehen eG.

Finanziert wird das rund 16 Millionen Euro teure Bauprojekt zum größten Teil mit Wohnraumfördermitteln des Landes NRW. „Sie werden uns zu sehr günstigen Konditionen und mit einem 35-prozentigen Tilgungsverzicht zur Verfügung gestellt“, erklärt Vorstand Peter Kox. Wesentlich zur Anschubfinanzierung des Projektes „Wohnen unter der Godesburg“ beigetragen haben neben
Haus & Grund und Mieterbund auch der Caritas-Verband sowie das Diakonische Werk Bonn und Region. Beide haben in erheblichem Umfang Genossenschaftsanteile erworben, hinzu kommt eine Handvoll Privatinvestoren. Dass dies alles unter Berücksichtigung des rechtlichen Rahmens sowie der Förder- und Finanzierungsbedingungen auf den Weg gebracht werden konnte, ist auch der großen Unterstützung des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen zu verdanken, hebt Nikolaus Decker hervor: „Auch für den Verband war es ein Novum, eine Baugenossenschaft ausschließlich für geförderten Wohnungsbau zu gründen.“

Hoffnung auf Nachahmer
Läuft alles nach Plan, soll der Baubeginn im dritten Quartal 2023 erfolgen. Entstehen soll ein Wohnungsmix mit „gesunder Mischung“: Neben 25 Prozent Großwohnungen mit bis zu fünf Zimmern soll es ebenso viele Drei-Zimmer-Wohnungen geben sowie vor allem Zwei-Zimmer-Wohnungen in verschiedenen Größen (für Alleinstehende und Paare). „Außerdem planen wir rollstuhlgerechte Einheiten für Alleinstehende sowie Familien mit einem behinderten Familienmitglied“, berichtet Nikolaus Decker. Künftige Mieter*innen müssen im Besitz eines Wohnberechtigungsscheins sein – das trifft in Bonn aktuell auf 50 Prozent der Bevölkerung zu. „Alle unsere Mieter*innen werden künftige Genoss*innen, die einen Pflichtanteil erwerben müssen sowie je nach Wohnungsgröße noch ein bis zwei Anteile anstelle einer Kaution“, erläutert Vorstand Peter Kox: „Somit machen wir alle zu Gemeinschaftseigentümer*innen, was allen eine Sicherheit bezüglich Mieterhöhung und Eigenbedarfskündigung gibt, aber auch alle in eine starke Mitverantwortung und Mitwirkung nimmt.“

Die Vorstände und Aufsichtsräte der Zusammenstehen eG, die allesamt für ihr einzigartiges Projekt „brennen“, wünschen sich schon jetzt zahlreiche Folgeprojekte. Zum einen in Bonn, schließlich sollen alle über das Godesburg-Wohnprojekt erzielten Überschüsse in weitere genossenschaftliche, öffentlich geförderte Wohnungsbauten fließen. Zum anderen hoffen die engagierten Genoss*innen aber auch auf Nachahmer*innen in anderen Kommunen. „Daher sind wir gerne bereit, interessierten Akteur*innen Auskunft zu geben und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, denn für sie sind unsere Erfahrungen sicher wertvoll“, ist sich Bernhard von Grünberg sicher.

Anja Scheve

www.zusammenstehen-bonn.de


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