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Im Fokus: Infrastrukturgenossenschaften | Veröffentlicht am 11.09.2018

Bauernhof-Kindergärten nach genossenschaftlichem Konzept: ein Gewinn für Kleine und Große

Die Kita Natura eG unterstützt seit letztem Jahr Interessierte bei der Gründung von Bauernhofkindergärten in ganz Deutschland. Kinder, Eltern, Erzieher, Landwirte und Kommunen profitieren vom Natura-Kindergartenkonzept, besonders in strukturschwachen Regionen.

© Ingo Wandmacher

Bei uns nehmen die Wurzelkinder jeden Tag am Bauernhofleben teil“, sagt Biolandwirtin Anne-Marie Muhs, 52, aus Krummbek in Holstein. Die umtriebige Ökotrophologin, Montessori-Pädagogin und Betriebswirtin des Handwerks gründete zur Jahrtausendwende den ersten Bauernhofkindergarten. Aufgrund der guten Nachfrage rief sie 2017 zusätzlich eine genossenschaftliche Trägereinrichtung ins Leben.

Das Konzept dieser Bauernhofkindergärten ist bisher einmalig. Auf ihrem Familienbetrieb in Holstein, den sie zusammen mit ihrem Mann Rainer bewirtschaftet, erfahren 18 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren spielerisch die Natur zwischen Strohballen und Weiden und helfen beim Versorgen von Hühnern, Kühen und Schweinen.

„Der Bedarf an Bauernhofkindergärten mit Kontakt zu Tieren ist hoch, warum gibt es nicht mehr davon?“, hatte sich die fünffache Mutter irgendwann gefragt und dann tatkräftig beschlossen, dies zu ändern. Die Idee, andere interessierte Menschen bei der Gründung eines Bauernhofkindergartens professionell zu begleiten, war schnell geboren. Da dafür jedoch ein anerkannter Träger der Jugendhilfe nötig ist, gründete die Bäuerin zusammen mit der Kindheitspädagogin Larissa Schweizer im Juni 2017 die gemeinnützige Kita Natura eG und wurde in den Vorstand gewählt. „Wir müssen viel Aufklärungsarbeit bei den Behörden leisten, um sie von den Vorteilen unserer Rechtsform zu überzeugen“, stellt Muhs fest. „Das genossenschaftliche Modell ist in der Trägerlandschaft von Kindergärten noch selten.“

© Ingo Wandmacher

Im Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft kommt viel Fachkompetenz zusammen: Hier arbeiten Sozialpädagogen mit einer Sozialmanagerin sowie einem Landwirt zusammen. Der Vorstand kümmert sich um Fördergelder, Bauanträge, Hygiene- und Sicherheitspläne sowie das Erziehungskonzept. Die Kita Natura mit Sitz in Schönberg (Holstein) berät außerdem bundesweit Kindergärten, die sich nach dem Natura-Konzept (siehe Kasten) auf Bauernhöfen gründen wollen. Hierbei bringt die Genossenschaft interessierte Bauern mit interessierten Eltern und Erziehern zusammen. Inzwischen hat sie 55 Mitglieder, Eltern, Erzieher und Förderer, die von der Idee überzeugt sind und mit ihrem Genossenschaftsanteil dazu beitragen, dass weitere Bauernhofkindergärten entstehen. Die Einrichtungen der Kita Natura eG finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen, Darlehen, Landes-, Kreis- und Kommunalzuschüssen sowie den Elternbeiträgen.

Familiengenossenschaften

Ob Kindergärten, Schulen oder Seniorenheime: Genossenschaften bieten Lösungen für alle Generationen, den Alltag zu meistern. Die Vielfalt ist groß und Genossenschaften finden sich in allen Regionen. Allein unter den neun Schulen, die im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen Mitglied sind, finden sich Genossenschaften unter anderem im Saarland, in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und in Schleswig-Holstein.


Nachfrage ist groß
Inzwischen betreut die Kita Natura bundesweit 35 Gründungsanfragen. Vier Kindergärten in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sind bereits in Gründung. „Der Bauernhofkindergarten in Passade im Kreis Plön arbeitet seit vergangenem Oktober auf einem konventionell arbeitenden Milchviehbetrieb“, berichtet die Landwirtin vom ersten Erfolg.

Die Arbeit der Kita Natura hat viele gesellschaftliche, aber auch ökonomische Vorteile: Die Kommunen bekommen dringend benötigte Kindergartenplätze. Außerdem schafft ein Bauernhofkindergarten drei bis vier Arbeitsplätze in strukturschwachen Gegenden. Der Landwirt hat durch die Kita Natura eG zusätzliche Pacht- und Mieteinnahmen. Noch wichtiger als das Finanzielle ist für Muhs jedoch der intensive Kontakt zu den Eltern und Kindern. „Authentischer als in unseren Bauernhofkindergärten kann man das Leben mit der Natur nicht erfahren“, sagt die Bäuerin. „Hierdurch steigt die Wertschätzung für die Landwirtschaft und die in ihr produzierten Lebensmittel. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit für den grünen Berufsstand gibt es nicht.“

https://kita-natura.de/

Das Natura-Konzept

Das naturnahe pädagogische Natura-Konzept orientiert sich an den Naturkreisläufen und konzentriert sich auf tierhaltende Bauernhöfe. Meist wird der Kindergarten eingruppig mit einer Anzahl von 18 bis 20 Kindern betrieben. Die Kindergartenbeiträge sind mit denen anderer Kitas vergleichbar. Die Mädchen und Jungen halten sich zu allen Jahreszeiten vorwiegend draußen auf. Sie versorgen täglich die Nutztiere und nehmen teil an der Arbeit des Bauern. Sie lernen die Grundlagen der Ernährung und den Weg vom Acker zum Teller kennen. Auch das Zubereiten der aus Tier und Pflanze gewonnenen Lebensmittel ist Bestandteil des ganzheitlichen Konzeptes. Selbst ernten, selbst kochen und in großer Runde genießen, so kann Wertschätzung von Lebensmitteln entstehen.



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