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Im Fokus: Luft | Veröffentlicht am 29.06.2020

Was guckst du?

Was einst der Titel einer erfolgreichen Comedy-Sendung im deutschen Fernsehen war, verstehen Stefan Munzinger und seine Mitstreiter als Frage mit Aufforderungscharakter. Ihr Wunsch ist es, dass möglichst viele Naturliebhaber sämtliche Tiere und Pflanzen zu Wasser, Erde und Luft nicht nur alleine bestaunen, sondern auf der Internetseite naturgucker.de in Wort und Bild melden. Hier teilen nicht nur viele Gleichgesinnte ihre Beobachtungen mit- und untereinander, sondern liefern gleichzeitig auch wichtige Daten für Wissenschaft und Forschung.

Wer mit Gaby Schulemann-Maier spricht, bekommt Erstaunliches zu Gehör. Nicht nur, weil die Kommunikationsbeauftragte von naturgucker.de viel Spannendes aus den mittlerweile zwölf Jahren der gemeinnützigen Genossenschaft zu erzählen weiß. Jeweils zur vollen Stunde piept‘s bei der 47-Jährigen, genauer gesagt: Es zwitschert. Allein an ihrer „Vogeluhr“ wird deutlich, dass Gaby Schulemann-Maier ein Faible für Vogellaute und deren Produzenten hat. Die Natur und ihre unterschiedlichsten Lebewesen haben es ihr generell und seit jeher angetan – seien es Vögel, Schmetterlinge, Insekten oder Pilze. Über Umwege ist die studierte Physikerin vor knapp vier Jahren dann auch beruflich dort gelandet, wofür ihr Herz zuvor schon seit Langem geschlagen hat: Die Wissenschaftsjournalistin ist Sprecherin der gemeinnützigen Genossenschaft naturgucker.de. Sie sammelt nicht nur Daten für den Naturschutz, sondern will vor allem Menschen für die Natur und deren Beobachten begeistern.

Den Anstoß zu dieser einzigartigen Genossenschaft gab Stefan Munzinger. Der Biologe ist seit Jahrzehnten an Naturbeobachtungen interessiert und im Naturschutz engagiert. 2006 hatte er zusammen mit zwei anderen die Idee, eine Meldeplattform mit einer geringen Zugangshürde anzulegen. Wichtig war ihm dabei, dass die dort eingegebenen Daten im Hintergrund gut strukturiert verarbeitet werden, um sie somit gezielt einsetzen zu können. Nach monatelanger Vorarbeit war es dann im Juli 2007 so weit: Die gemeinnützige eG naturgucker.de gegründet und zwei Monate später ins Genossenschaftsregister eingetragen. Im Dezember desselben Jahres ging dann die dazugehörige Homepage https://naturgucker.de/ probeweise ans weltweite Netz. Der offizielle Startschuss für die Plattform erfolgte am 7. Februar 2008.

Apollofalter

11 Millionen Beobachtung und 1,7 Millionen Bilder

Seither schnellen die Einträge in die Höhe: Aus den anfänglich 727 Aktiven, die sich im ersten Jahr auf naturgucker.de angemeldet und ihre Beobachtungen dort hochgeladen haben, sind mittlerweile über 77.000 geworden. Weit mehr als 11 Millionen Beobachtungen sowie 1,7 Millionen Bilder wurden bislang übermittelt. Der überwiegende Teil davon – mehr als 9,7 Millionen – zu Tieren, gefolgt von Pflanzen und Pilzen. „Die Eintragungen steigen kontinuierlich, worauf wir sehr stolz sind“, sagt Gaby Schulemann-Maier. Dabei gibt es saisonale Schwankungen, die bestimmten Naturereignissen geschuldet sind, wie zum Beispiel dem Kranichzug im Herbst. Indes: Die Bandbreite der Meldungen ist riesig und bildet das gesamte Ökosystem ab. Algen, Schmetterlinge, Fische, Pilze und Insekten: Sie alle finden sich zu Tausenden im sozialen naturgucker.de-Netzwerk. Nicht zu vergessen die Vögel als „Einstiegsdroge vieler Naturbeobachter“, wie Gaby Schulemann-Maier schmunzelnd meint. Mitmachen kann jede und jeder: Nach der Registrierung mit seinem Klarnamen kann man sich direkt einloggen und loslegen. Viele nutzen die Plattform zum Hochladen ihrer Beobachtungen, aber auch zum Austausch mit Gleichgesinnten.

Ziel ist, Menschen für die Natur zu begeistern

Damals wie heute verfolgen die Macher von naturgucker.de – neben vier festangestellten Teilzeitkräften gibt es rund 30 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die übrigens allesamt Teil der großen Community sind – ein Ziel: Die Menschen für die Natur, deren Vielfalt zu begeistern und ihre genaue Betrachtung zu gewinnen. „Naturgucken macht Spaß und schafft Wissen“ ist daher mehr als ein schlichter Slogan. Einmal im Jahr laden die Naturgucker Mitstreiter sowie andere Naturbegeisterte zu einem dreitägigen Kongress ein. Neben dem gemeinsamen Austausch und Miteinander stehen hier Vorträge zu unterschiedlichsten Themen im Fokus – von der Stimmanalyse bei Kranichen bis zum Beitrag der konventionellen Landwirtschaft zum Naturschutz.

Mittlerweile ist naturgucker.de im deutschsprachigen Raum das führende soziale Netzwerk für Naturbeobachter und Anlaufpunkt für alle, die wissen wollen, wo sich aktuell etwas beobachten lässt. Dabei gibt es, so haben Nachforschungen ergeben, den typischen Nutzer: Er (die Männer sind nur sehr leicht in der Überzahl) ist Mitte bis Ende 50, beruflich etabliert, geht mit offenen Augen erfreut durch die Natur, hat sich seine kindliche Begeisterung bewahrt und pflegt einen respektvollen Umgang. „Das Staunen verlernt man nie“, weiß Gaby Schulemann-Maier. Viele der Aktiven engagieren sich auch vor Ort, sei es beim Gehölzschnitt oder im heimischen NABU-Ortsverband. Apropos NABU: Seit Dezember 2016 ist der Naturschutzbund strategischer Partner der gemeinnützigen Genossenschaft, was für viel Aufmerksamkeit und Rückenwind sorgt. Zudem gibt es weitere Kooperationen mit 70 verschiedenen Naturschutzvereinen und Naturschutzprojekten.

Millionen Datensätze für die Forschung

Viele Naturschutzverbände, aber auch Forscher sind an den Millionen an naturgucker.de-Datensätzen interessiert und nutzen sie für ihre Auswertungen und Untersuchungen – ob zu einer bestimmten Libelle oder einer speziellen Wanzenart. Zudem unterstützen die Naturgucker den NABU bei bestimmten Projekten und steuern dazu ihr Know-how bei, wie beispielsweise zur Zählaktion „Insektensommer“. Seit einiger Zeit bieten die naturliebenden Genossen auch verschiedene Natur-Apps an.

Finanziert wird naturgucker.de mithilfe der Unterstützung verschiedener Kooperationspartner, durch Gelder von Sponsoren, aber auch von Privatpersonen. Derzeit ist das Team dabei, Förderanträge auf den Weg zu bringen und auch darüber künftig finanziellen Support zu erhalten. Und auch sonst gibt‘s viele Pläne. So soll die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst, der schon jetzt auf ihre Daten zurückgreift und sie mit den eigenen meteorologischen verquickt, fortgesetzt werden. In Kürze startet zudem die Entwicklung der mobilen naturgucker.de-Webseite im responsiven Design. Und im Sommer planen die Macher von naturgucker.de eine Motivationsstudie unter ihren Aktiven, um zu erkunden, was diese an- und umtreibt.

Anja Scheve

Steinkauz


Schau hin und mach mit!

Auf naturgucker.de erhalten Besucherinnen und Besucher freien Zugang zu allen veröffentlichten Beobachtungen, Naturbildern und Beobachtungsgebieten weltweit und damit interessante Einblicke in die enorm vielseitige Welt der Natur. Jede(r) Interessierte kann sich hier zudem einfach sowie kostenlos anmelden und mitmachen. Dabei sind Bilder aus möglichst vielen Perspektiven am besten. Über die „Freundefunktion“ können sich Nutzer auf Wunsch mit Mitbeobachtern zusammentun und viele Features gemeinsam nutzen. Wer mit der Naturbeobachtung ganz neu beginnen will, dem raten die Experten, sich zunächst erfahrene Mentoren zu suchen – entweder auf naturgucker.de oder in örtlichen Naturschutzgruppen.


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