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Im Fokus: Luft | Veröffentlicht am 12.06.2020

Voll in ihrem Element

Ob im Gelände, in Gewässern oder auch der Luft: Die PGNU beschäftigt sich in vielfältiger Weise mit Arten- und Naturschutz. Sie erstellt Gutachten, Landschaftspläne und noch etliches mehr. So komplex wie das Zusammenspiel von Fauna, Flora und Umwelt ist, so facettenreich sind die Leistungen der Planungsgesellschaft in Frankfurt am Main. Ihr Mitarbeiter-Team hat 2018 eine Genossenschaft gegründet – und ist auch damit nachhaltiger Teil eines großen Ganzen.

Diversität prägt die Natur. Das gilt für die Einsatzbereiche der PGNU gleichermaßen. Die „Planungsgesellschaft für Natur und Umwelt mbh“ hat ein äußerst breites Spektrum. Sie erfasst und begutachtet vorhandene Vögel-, Insekten- oder auch Fledermausarten vor dem geplanten Bau von Bahntrassen, neuen Autobahnkreuzen sowie beispielsweise Siedlungen. Sie gestaltet Grün- und Freiraumflächen und entwarf bereits einen Wasserlehrpfad in Frankfurt am Main. Die PGNU befasst sich darüber hinaus mit Landschaftsplanung und -pflege, erstellt Konzepte zur Biotop-Entwicklung sowie bodenkundliche Gutachten. Und sie führt zudem ökologische Baubegleitungen durch, hat die umweltverträgliche Umsetzung rechtlicher Anforderungen zum Natur-, Boden-, Wasser- sowie Artenschutz im Blick. Keine Frage, von ihr wird ein weites (Tätigkeits-)Feld bestellt.

PGNU – hinter diesen vier Buchstaben stecken mehr als 30 Jahre Expertise, die sich im Rhein-Main-Gebiet, in ganz Hessen und weiteren Bundesländern entfaltet. Die Planungsgesellschaft für Natur und Umwelt mbh ist in vier Sach- und Fachgebieten aktiv, erbringt vielseitige Gutachter- und Planungsleistungen. Dafür braucht es zweifelsohne ein interdisziplinäres Team. Zu 31 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesellen sich rund zehn studentische Hilfskräfte.

Biologen, Geographen, Landschaftsarchitekten, Landschaftsplaner, Ökologen sowie Forstwirte sind bei unterschiedlichsten Projekten und Aufträgen voll in ihrem Element. Sie verknüpfen nicht nur Know-how und Kompetenzen, alle vereint „eine große Naturverbundenheit“, erzählt David Roderus von der PGNU: „Wir arbeiten mit großer Freude und Spaß im Team zusammen. Uns verbindet der gemeinsame Wille, in Planungsprozessen oder bei anstehenden Bauvorhaben das Beste für Mensch und Natur herausholen zu können.“

Eine eG zum weiteren Erhalt

Seit 2018 wird der gemeinschaftliche Zusammenhalt noch weiter bestärkt: Die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben innerhalb der GmbH die „PGNU Team eG“ gegründet, um die Unternehmensnachfolge zu sichern. 24 Mitglieder zählt die Genossenschaft, die derzeit an der Planungsgesellschaft (noch) einen Anteil von einem Achtel hat. „Unser Ziel ist es, wenn die Teilhaber der PGNU mbH in den nächsten Jahren sukzessive ausscheiden, die Mehrheit der Anteile zu übernehmen“, berichtet Diplom-Biogeograph David Roderus. Gemeinsam mit Objektplanerin Katrin Kretschmann zeichnet er als Vorstand der eG verantwortlich. Das große Ganze haben beide auch hierbei im Fokus: „In Zukunft wollen wir die Planungsgesellschaft als arbeitnehmergeführtes Unternehmen weiterleiten.“ Das dient dem Erhalt der Arbeitsplätze sowie der geschaffenen Werte – auch immaterieller Art. Ein „respektvolles Verhältnis untereinander und der große familiäre Zusammenhalt“ kennzeichnet laut David Roderus das Miteinander im Team, macht die Arbeit bei der PGNU zu etwas Besonderem.

Mit großem Enthusiasmus widmet er sich als Vorstand der Weiterentwicklung der Mitarbeiter-Genossenschaft und genauso seinem speziellen Fachgebiet. Artenschutz ist das „Steckenpferd“ und die Berufung des Diplom-Biogeographen. David Roderus erforscht die geographische Verbreitung von Tieren und Pflanzen. Sein Spezialgebiet sind heimische Vogelarten. Er ist viel an der frischen Luft, beobachtet vieles nicht nur in der Luft. In seiner sogenannten „Home Range“, dem Aktionsradius von Lebewesen, kennt er sich bestens aus. Über 150 Vogelarten kann er an den Stimmen unterscheiden, erkundet ihre Brut- und Nistplätze. Das gehört sozusagen zu seiner beruflichen Grundausstattung und ist Teil eines noch breiteren Spektrums. Das Team der PGNU ist in einer Reichweite von über 200 Kilometern rund um Frankfurt/Main auf die heimische Fauna und Flora spezialisiert.

Gutachten vor Windrad-Bau

Der Fachbereich Natur- und Artenschutz erstellt Lebensraumtypen- und Biotop-Kartierungen, übernimmt Bestandsaufnahmen für botanische und zoologische Fachgutachten. Wenn zum Beispiel ein Unternehmen Windräder plant, kommen die PGNU und somit David Roderus sowie seine Teamkollegen zum Zuge. Denn bei solchen Vorhaben sind diverse unabhängige Gutachten Pflicht: zu Flora und Fauna, zum Boden und zum Landschaftsbild. „Von unserem Bereich Artenschutz wird dann zuvor das gesamte Areal aufwändig erfasst, um zu schauen, ob dort beispielsweise auch Windkraft-sensible Arten wie Großvögel vorkommen“, erläutert er. Finden sich Horste gefährdeter Rotmilane, könnte dies aus Naturschutzsicht ein K.o.-Kriterium für einen Windkraftstandort sein.

Sei es beim Straßenbau, sei es beim Siedlungsbau sowie der Errichtung neuer Wohnquartiere wie im Stadtteil Frankfurt-Nordwest – der „Artenschutz muss bei allen genehmigungspflichtigen Planungs- und Zulassungsverfahren berücksichtigt werden“, erklärt David Roderus. „Die PGNU tritt hier im Auftrag von Unternehmen, Städten, Gemeinden, Kommunen oder auch Privatleuten als unabhängiger Gutachter auf.“ Im Artenschutz-Team finden sich etliche weitere Spezialisten: für Reptilien, Amphibien, verschiedene Insektengruppen sowie für Säugetiere wie Fledermäuse. Letztere gilt es beispielsweise auch zu erfassen, wenn leerstehende Gebäudekomplexe abgerissen werden sollen. Bei allen möglichen Eingriffsformen in Lebensstätten von Tieren und Pflanzen steht eine Artenschutzprüfung an.

Umsiedlung bedrohter Arten

Artenschutzrechtliche Fragestellungen sowie weitere Leistungen der PGNU kommen bei unterschiedlichsten Projekten zum Tragen, wie dieses Beispiel zeigt: Auf einer größeren Brachfläche eines Industriegebietes im nordfränkischen Alzenau hatten sich streng geschützte Arten wie Zauneidechsen und Schlingnattern angesiedelt. Für die geplante Bebauung der Fläche entwickelten die Experten der PGNU ein Vermeidungs- und Kompensationskonzept. Sie sorgten im Rahmen der Umweltbaubegleitung dafür, dass Ausgleichsflächen für die Reptilien gefunden und diese erfolgreich umgesiedelt wurden.

„Wir arbeiten bei uns in vielerlei Hinsicht interdisziplinär zusammen und können so unseren Auftraggebern ein umfassendes Leistungspaket aus einer Hand bieten“, sagt der Vorstand der PGNU Team eG. Die Übergänge zwischen den einzelnen Fachgebieten der Planungsgemeinschaft seien fließend. Sie bestehen nicht selten in der Kombination von Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung, Natur- und Artenschutz sowie ökologischer Baubegleitung.

„Wir sind ebenso bei reinen Naturschutzprojekten, zum Beispiel in sogenannten FFH-Gebieten, als Dienstleiter dabei“, berichtet David Roderus. Für solche Flächen werden von der PGNU nach der Kartierung auch spezielle „Pflegepläne“ erstellt. So unterschiedlich die Aufträge und Aufgaben des Teams auch sind, eines ist allen gemein: „Wir laufen immer mit offenen Augen durch die Landschaft.“

Anja Pieper


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