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Im Fokus: Luft | Veröffentlicht am 12.06.2020

Ganz entscheidend sind Kommunikation und Beteiligung

Foto: Sandra König

Dr. Julia Verlinden ist energiepolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und vertritt als Bundestagsabgeordnete die Wählerinnen und Wähler im nordöstlichen Niedersachsen. In ihrem Heimatort Lüneburg hat sie Vertreterinnen und Vertreter der Energiegenossenschaften zum „Politik trifft Praxis“-Gespräch getroffen. GENiAL war mit dabei.


Ungefähr 80 Prozent der Menschen in Deutschland sind pro Windenergie. Trotzdem ist der Widerstand bei neuen Anlagen groß. Wie schafft man es, noch mehr Akzeptanz zu bekommen?
Julia Verlinden: Ganz entscheidend sind Kommunikation und Beteiligung. Wenn die kommunal Verantwortlichen und die Projektplaner frühzeitig auf die Menschen vor Ort zugehen, deren Wünsche und Bedenken aufnehmen und Beteiligungsmöglichkeiten aufzeigen, hilft das ungemein, Sorgen und Widerstände abzubauen. Denn die Mehrheit der Menschen möchte, dass auch in der eigenen Region ein Beitrag für Klimaschutz geleistet wird. Wenn sie dann auch noch mitmachen können – zum Beispiel im Rahmen einer Bürgerenergiegenossenschaft –, dann umso besser.

Das „Clean Energy Package“ der EU betont, wie wichtig Bürgerenergiegesellschaften für die Energiewende sind. Was muss bei der Umsetzung in deutsches Recht berücksichtigt werden?
Die Bundesregierung muss endlich wieder die Vielfalt und das Engagement der vielen Energiewende-Interessierten unterstützen und mehr Beteiligungsmöglichkeiten schaffen. Dazu gehören zum Beispiel Bürgerprojekte für Wind- und Solarenergie jenseits von Ausschreibungen. Aber auch im Effizienzbereich sollten mehr Projekte mit Bürgerbeteiligung initiiert werden. Das kann von der Sanierung öffentlicher Gebäude in der Kommune bis hin zu Energiespar-Wettbewerben reichen.

Das EU-Paket sieht unter anderem „Energy Sharing“ vor, das bedeutet, dass Energiegemeinschaften gemeinsam erzeugte erneuerbare Energie regional teilen. Was sind für Sie dabei die wichtigsten Punkte, wie können sie rechtssicher und zeitnah umgesetzt werden?
Die Bundesregierung muss das Recht auf eine gemeinschaftliche Energieversorgung verankern. Und sie muss praxistaugliche Kriterien festlegen, damit die unterschiedlichen regionalen Konzepte – von der Energiegenossenschaft bis zum Mieterstrom – sauberen Ökostrom gemeinsam und direkt nutzen können, ohne Umwege über komplizierte Vermarktungsverfahren. Es ist höchste Zeit, die Energiewende wieder dezentral und bürgernah zu denken. Dafür bieten die EU-Vorgaben den passenden Anlass.

Sie sind selbst Mitglied in drei Genossenschaften. Warum?
Ich finde die Idee absolut überzeugend, gemeinsam für eine saubere Energieversorgung vor der Haustür zu sorgen und so immer unabhängiger vom Import von Kohle, Öl und Gas zu werden. Gleichzeitig stärken die Genossenschaftsprojekte kleine Betriebe vor Ort. Und sie verbinden Menschen mit einem gemeinsamen Ziel. Das ist sehr motivierend und schafft ein neues Gemeinschaftsgefühl.

Was treibt Sie an, sich als Politikerin und Privatperson für die erneuerbaren Energien einzusetzen?
Ich bin in die Politik gegangen, weil ich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen und für mehr Gerechtigkeit kämpfen will. Die Klimakrise ist eine riesige Bedrohung für uns alle. Aber besonders werden Menschen in ärmeren Regionen und die kommenden Generationen darunter leiden. Daher ist die Begrenzung der Erderhitzung für mich nicht zuletzt eine zentrale Gerechtigkeitsfrage. Und die lösen wir eben nur mit sauberer Energie aus erneuerbaren Quellen.


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