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Pediküre für Rinder

© Klauenpfleger eG Sachsen

Zeigt her eure Füße: Um Fehlbildungen, ungleichen Stand oder Krankheiten zu vermeiden, sorgt die Genossenschaft für optimale Klauenform sowie passende Pflege – und stutzt Paarhufern seit 45 Jahren den „Hornschuh“ zurück. Mehr als 100.000 Kühe werden derzeit von der Klauenpfleger eG Sachsen betreut. Sie ist bundesweit und auch in Europa die größte ihrer Art.

Was 1974 mit 33 Klauenpflegern in der DDR begann, um deren Selbstständigkeit zu wahren, ist längst zu Europas größtem Klauenpfleger-Betrieb erwachsen. 72 Beschäftigte, darunter 65 Mitglieder, zählt die Klauenpfleger eG Sachsen inzwischen. Ihre Größe ist beeindruckend, genauso wie ihr einzigartiges Leistungsspektrum. Von der Gemeinde Lohmen aus bestellt die Genossenschaft ein weites Betätigungsfeld rund um professionelle Klauenbearbeitung. Im Ort, der das Tor zur Sächsischen Schweiz ist, ist seit Langem auch das „Erste Kompetenzzentrum für Klauenpflege in Mitteldeutschland“ ansässig.

Der Name ist Programm. Denn hier wird jede Menge Erfahrung und Know-how gebündelt, die Genossenschaft hat sich der ständigen Weiterentwicklung verschrieben: Sei es bei der Aus- und Weiterbildung, sei es bei der Herstellung eigener Pflegeprodukte und Geräte oder bei der kompetenten Beratung. Allen voran ist die Unterstützung und gezielte Förderung der Klauenpfleger Trumpf. Aktuell sind es derer 63. „Wir sind eine Produktivgenossenschaft; jedes Mitglied ist Mitarbeiter und Teilhaber in einer Person“, so Holger Plowka vom Vorstandsteam der Genossenschaft. Der Geschäftsbetrieb ist seit 45 Jahren voll und ganz auf Mitgestaltung ausgerichtet. Den Grundstein dafür legte Mitbegründer Michael Kloò, der die Genossenschaft erfolgreich vor und nach der Wende führte. Bis 2015 war er Vorstandsvorsitzender sowie produktiver Ideengeber. Auch jetzt steht er immer noch mit Rat und Tat zur Seite.

Geprüfte Spezialisten
Die Mitglieder, die allesamt über einen staatlichen Abschluss als Klauenpfleger verfügen, sind vorwiegend bei Milchviehhaltern im Einsatz. Im Durchschnitt kommen auf einen Spezialisten rund 2.000 Rinder. Aber auch bei Schafen oder Exoten wie Wasserbüffeln werden die Klauen gestutzt. „Unsere Klauenpfleger arbeiten von ihrem Wohnort aus. Ihre Einsatzgebiete erstrecken sich von Sachsen über Ostthüringen bis hin zum Spreewald in Südbrandenburg“, berichtet Marion Diener vom Vorstand: „Insgesamt werden 326 Landwirtschaftsbetriebe von uns betreut; die Zusammenarbeit basiert auf Pflegeverträgen.“

Das sorgt für Sicherheit: zum einen bei den Klauenpflegern, deren Arbeit über das ganze Jahr vertraglich abgesichert ist. Und zum anderen bei den Landwirten, die eine regelmäßige Klauenpflege ihrer Tierbestände sicherstellen. Denn: Erfolgt die Klauenpflege von Milchkühen, die viel im Stall stehen, nicht regelmäßig, kann es zu Fehlbildungen, abnormalen Klauen und infolgedessen zu Schiefständen oder auch zu Krankheiten kommen. Damit das nicht passiert, steht zweimal jährlich „funktionale Klauenpflege“ an. Mit Zangen, Messern, Scheren oder elektrischen Schleifgeräten geht es an das überflüssige Hornmaterial. Das ist körperlich anstrengende Arbeit, die neben Tierliebe als Grundvoraussetzung viel Geschick und reichlich Erfahrung erfordert. „Oberstes Gebot ist es, Stress für die Kühe zu vermeiden“, sagt Holger Plowka.

Viele Tausende Male pro Jahr wird von den Klauenpfleger-Profis der sogenannte natürliche „Hornschuh“ der Milchkühe auf Normalmaß gekürzt und abgeschliffen, die Außen- und Innenklauen der Paarhufer angeglichen. „Je nach Kundenwunsch führen unsere Fachmänner zusätzliche Klauenbehandlungen durch; sie versorgen und therapieren klauenkranke Tiere“, erläutert Marion Diener. Dafür hat die Genossenschaft eine Sondergenehmigung. Auch das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Dazu zählen ebenso die Herstellung und der Verkauf von Eigenmarken, wie der selbst entwickelte „Klauenpflegestand Typ Sachsen“.

Mechanisches Hilfsmittel
In seine ausgeklügelte Konstruktion floss – genauso wie bei selbst produzierten Hygieneprodukten wie dem „Sächsischen Klauenbad“ – jede Menge Praxiswissen ein. „Unser Durchtreibestand für die elektromechanische Klauenpflege sorgt dafür, dass sich weder Tier- noch Klauenpfleger verletzen können“, erklärt Kerstin Losinski vom Vorstand. Im Prinzip besteht der kippsichere Stand aus einem Gestell aus Stahlprofil mit seitlichen Blechen und einem abschließenden Kotschutz. Hierin lassen sich nach dem Eintreiben der Kuh jeweils die Hinter- sowie Vorderbeine fixieren und mechanisch anheben, damit die Klauen frei zugänglich sind. „Mit unserem Stand schaffen wir optimale Voraussetzungen für qualitätsgerechte Arbeit“, erklärt Kerstin Losinski.

Das sozusagen für die „Pediküre“ von Milchkühen konstruierte Fixiergerät verbessere die Arbeitsbedingungen erheblich – und besitzt zudem ein Prüfzertifikat der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Oftmals sind die Klauenpfleger am „Typ Sachsen“ zu zweit im Einsatz. Im Team brauchen sie für zehn bis zwölf Kühe zirka eine Stunde. Rund 180 Durchtreibestände hat die Genossenschaft stationär bei Landwirten im Einsatz; knapp 20 sind als mobile Stände für kleinere Tierbestände bestimmt. Auch andernorts findet das patentierte Arbeitsgerät zur Klauenpflege etliche Käufer. Es wird von der Lohmener Genossenschaft hergestellt, vertrieben und in der eigenen Werkstatt auch instand gesetzt.

Zusätzliches Standbein
Nicht nur der Handel ist ein wichtiges Standbein. Großen Stellenwert genießt vor allem auch die Aus- und Weiterbildung: „Die Klauenpfleger eG Sachsen ist anerkannte Ausbildungsstätte“, hebt Marion Diener hervor. Neben Grundlehrgängen zur Klauenpflege für Berufsneulinge wie Herdenmanager und Tierhalter werden im Kompetenzzentrum auch Qualifizierungen zum geprüften Klauenpfleger mit staatlichem Abschluss angeboten. Regelmäßige Weiterbildungskurse für die Mitglieder komplettieren das Programm. Die Genossenschaft kooperiert zudem mit der Universität Leipzig. Dabei steht der Austausch von Wissenschaft und Praxis im Fokus. Denn das Know-how der genossenschaftlichen Kollegen, die jeden Tag an der Klaue sind, ist gleichermaßen bei Veterinärmedizinern wie Studierenden gefragt.
Anja Pieper


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