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Im Fokus: Handwerk

„Gegen Fachkräftemangel müssen alle an einem Strang ziehen“

Carola Zarth, die neue Präsidentin der Handwerkskammer Berlin, sprach im Interview über Handwerk, Netzwerken, Fachkräftemangel und echte Karrierechancen auch ohne Studium.

Sie sind Kfz-Unternehmerin und kürzlich als erste Frau an die Spitze der Berliner Handwerkskammer gewählt worden. Glückwunsch auch von uns. Wie ist es, als Frau in einer Männerdomäne zu bestehen?
CAROLA ZARTH: Vielen Dank für die Glückwünsche. Reine Männerdomänen gibt es kaum noch, immer mehr Frauen erobern das Handwerk, erlernen einen handwerklichen Beruf und legen die Meisterprüfung ab. Das liegt sicherlich auch daran, dass sich die Berufe gewandelt haben. In Berlin zum Beispiel gibt es sehr viele Tischlerinnen. Das galt früher auch eher als ein Männerberuf.
Natürlich: Dort, wo es körperlich anstrengend ist, wie bei den Gerüstbauern oder im Hoch- und Tiefbau, gibt es weniger Frauen. Aber ich möchte Frauen ausdrücklich ermutigen, sich die sogenannten Männerberufe genauer anzusehen und sich auszuprobieren. Dann kann man immer noch entscheiden, ob der Beruf zu einem passt oder nicht. Ich stelle immer wieder fest, wie spannend und interessant handwerkliche Berufe sein können.
Die Probleme und Herausforderungen der kommenden Jahre werden wir nur gemeinsam meistern können. Daher bin ich leidenschaftliche Netzwerkerin. Das Netzwerken hat ja im Handwerk eine lange Tradition. Wenn Sie so wollen, wurde es sogar im Handwerk erfunden – denken Sie nur an die Innungen, die zum Teil schon seit Hunderten von Jahren bestehen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde schließlich die „Rohstoffassoziation für Tischler und Schumacher“ gegründet – ein Vorläufer der heutigen Genossenschaften und ein weiteres gutes Beispiel für erfolgreiches Netzwerken im Handwerk.

Mit welchen Problemen haben Handwerksbetriebe wie Ihre zu kämpfen?
Hierzu zwei Stichworte: Nachwuchsgewinnung und Fachkräftemangel. Handwerksunternehmen sind vorwiegend kleine und mittlere Betriebe. Und nicht nur in Berlin stehen die Handwerksbetriebe im Wettbewerb mit zahlreichen anderen Akteuren. Das hat natürlich direkte Auswirkungen auf die Azubi- und Fachkräftesituation. Die jüngste Umfrage der Handwerkskammer Berlin hat gezeigt, dass die Betriebe zwar sehr zufrieden mit der momentanen Situation sind, dass aber auch die Hälfte der Betriebe Azubis und/oder Fachkräfte sucht und zunehmend Schwierigkeiten hat, diese Stellen zu besetzen. Hier müssen alle – Betriebe, Verbände und Politik – an einem Strang ziehen, um praktikable Lösungen zu finden.

Stichpunkte Fachkräftemangel und Unternehmensnachfolge: Was sind Gründe dafür?
Wir betrachten seit Jahren einen zunehmenden Akademisierungstrend und wir sehen diesen Trend mit Sorge. Jungen Menschen wird eingetrichtert, dass sie unbedingt studieren müssen, um später eine erfolgreiche Karriere machen zu können. Auch das führt dazu, dass immer mehr Ausbildungsplätze im Handwerk nicht besetzt werden. Dieser Trend beginnt schon in der Schule: Dort wird leider fast kein Werkunterricht mehr angeboten. Wir müssen deutlich machen, dass eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb eine echte Alternative zum Hörsaal ist, dass man auch im Handwerk gute Karriere- und Aufstiegschancen hat. Erste wichtige Schritte wurden hier schon getan: Ich denke da an das Berufsabitur, das seit vergangenem Jahr in Berlin angeboten wird.
Der Mangel an Azubis und Fachkräften führt natürlich auch dazu, dass es immer problematischer wird, geeignete Unternehmensnachfolgerinnen und -nachfolger zu finden. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen.

Wie stehen Sie zur Anerkennung und Förderung der beruflichen und akademischen Ausbildung als gleichwertigen Bildungswegen?
Akademische und berufliche Ausbildung müssen als gleichwertige Wege ins Berufsleben anerkannt werden, da gibt es für mich keine Zweifel. Klar ist auch, dass wir allein mit Akademikern die Zukunft nicht meistern können. Die Politik will das ja ändern und die berufliche Ausbildung attraktiver machen.
Yvonne Reißig


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