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Im Fokus: Geschlechtergleichheit | Veröffentlicht am 28.10.2021

Finanzfitness für Frauen

(Alters-)Armut ist weiblich. Während die Politik seit Jahrzehnten untätig zuschaut, machen sich seit vier Jahren engagierte Genossinnen für Frauen und ihre Finanzen stark – miteinander, füreinander, untereinander. Die Wohlstandsgenossenschaft – BerufsErfolg & AltersReichtum eG hilft mit Tipps und Taten, mehr aus dem eigenen Geld zu machen sowie Armutsrisiken aufzudecken, zu vermeiden oder zu senken.

Das Thema ist alles andere als hip und sexy, aber es ist gesellschaftspolitisch so enorm wichtig“, sagt Elisabeth Kolz. Schließlich (be-)trifft es enorm viele Menschen und vor allem so viele Frauen: Armut, insbesondere im Alter. Elisabeth Kolz treibt es seit vielen Jahren um. „Schon als Kind und Jugendliche und später dann im Studium habe ich gesehen, dass auch wir in unserer reichen Gesellschaft dieses Thema nicht angehen, aber dringend angehen müssen“, so die 68-Jährige. Die studierte Politikwissenschaftlerin, Ethnologin und Soziologin ist seit 1998 Geschäftsführerin und Vorständin des Mainzer Vereins E.U.L.E (Erfahrung unterstützt lebendige Existenzgründung) und leitet zudem als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mainzer Kompetenz Initiativen ein Frauenprojekt.
Vor rund sieben Jahren machte sie sich mit einigen Mitstreiterinnen auf den Weg, um Armut gezielt ins gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Bewusstsein zu rücken und ihre Ursachen zu bekämpfen. Als „Fan von Genossenschaften“ sowie der Raiffeisen-Gründungsidee „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam“ gründete sie nach dreijähriger, intensiver Planungsarbeit im Mai 2017 mit 22 engagierten Mitgründer*innen in Mainz „Die Wohlstandsgenossenschaft – BerufsErfolg & AltersReichtum eG“.

Wertvolle Wissensplattform

Heute gehören der gemeinnützigen Genossenschaft 91 Mitglieder an, die vornehmlich aus dem Rhein-Main-Gebiet, aber auch aus anderen Ecken Deutschlands kommen. Sie alle sind Teil eines überregionalen Netzwerkes, das sich gegenseitig trägt und andere (be-)stärkt. „Wir bieten eine Plattform, in die alle ihre Erfahrungen und Expertisen einbringen und anderen zur Verfügung stellen können. Unser Anliegen ist es, soziales und kulturelles zu ökonomischem Kapital zu machen“, sagt Elisabeth Kolz. Als 1. Vorsitzende bildet sie gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Annette Schmidt und Beisitzerin Isabel Grammes ehrenamtlich den Vorstand der Wohlstandsgenossenschaft eG, die die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich schließen möchte. Dazu bündelt die eG die Energie und das Finanzwissen vieler, um so jede*n Einzelne*n wirtschaftlich stark zu machen. Alle profitieren gleichermaßen vom Know-how der anderen. Dies gilt nicht nur für die Mitglieder, sondern für all jene, die die Veranstaltungen der Genossenschaft besuchen – ob vor Ort oder in Pandemiezeiten virtuell – und die die unterschiedlichen Angebote nutzen.
Dazu zählen der Money-Blog auf der Website www.wohlstandsgenossenschaft.de, der Livestream-Talk mit Bestsellerautor Patrick Dewayne über sein neues Buch „Geld kann jeder & Du jetzt auch“ oder verschiedenste Workshops, Podiumsdiskussionen und Vorträge. Alle Aktivitäten eint das Ziel, vornehmlich Frauen verschiedenster Altersgruppen fit in Sachen Finanzen zu machen. Dabei geht es um Themen wie Alters- und Vermögensaufbau, um Rentenlücken oder auch nachhaltige Geldanlagen und Investitionen. „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, denn eine der Ursachen der Altersarmut ist die fehlende Wirtschaftskompetenz“, weiß Elisabeth Kolz.

Dringende Forderungen

Dass Frauen von Armut und besonders von Altersarmut betroffen sind, hat vielerlei Gründe: Über 50 Prozent der Frauen arbeiten hierzulande in Teilzeit – damit ist Deutschland führend in Europa –, viele sind alleinerziehend. Zudem wählen sie zum Großteil per se schlecht bezahlte Berufe im Pflege-, Büro- oder Dienstleistungssektor. Sie kümmern sich erst um die Kinder, später dann um die pflegebedürftigen Eltern. „All diese Pro-
bleme fasst die Politik nicht an, weil sie dazu extrem viele systemrelevante Faktoren ändern müsste“, hebt die 1. Vorsitzende hervor. Sie fordert daher dringend, dass die politisch Verantwortlichen „an diese heiligen Kühe gehen, denn die Frauen alleine schaffen es nicht“. Zu den Forderungen der Wohlstandsgenossenschaft zählt unter anderem:

  • Aufhebung der noch immer ungleichen Bezahlung von Frauen und Männern
  • ein frauenfreundlicheres Rentensystem
  • bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • bessere und qualifiziertere Kinderbetreuungsmöglichkeiten und -zeiten
  • Anreize für eine attraktivere Aufteilung der Kinderbetreuung
  • flexiblere Arbeitszeiten
  • Mädchen animieren, verstärkt andere Berufe zu wählen
  • bessere Bezahlung in systemrelevanten Berufen

Was sich die engagierten Genossinnen außerdem wünschen, ist ein stärkerer Support ihrer eigenen Arbeit. „Alle finden es toll, was wir machen, aber das war es dann schon“, formuliert es Elisabeth Kolz. Damit meint sie nicht nur das Ausbleiben monetärer Hilfen in Form von Spenden, sondern auch in Form von ideeller Unterstützung. Trotz guter Vernetzung und wertvoller Angebote ist es bisher beispielsweise nicht gelungen, eine prominente Schirmherrin für die Wohlstandsgenossenschaft zu gewinnen.
Darüber sowie über viele weitere Mitglieder würden sich die Mainzerinnen sehr freuen. Der Mindesteinsatz liegt bei 100 Euro und entspricht einem Anteil. Jedes Mitglied profitiert nicht nur von den Erfahrungen, dem Wissen und den Kompetenzen der anderen, sondern kann all dies auch selber einbringen und teilen – und so sinnvoll und nachhaltig für später vorsorgen, sowohl für sich als auch für die kommenden Generationen.Anja Scheve

www.wohlstandsgenossenschaft.de


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