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Im Fokus: Genossenschaftliche Kirchenbanken | Veröffentlicht am 24.04.2018

Anlegen und finanzieren mit christlichen Werten

Foto: Pax-Bank

Mittlerin zwischen ethischem Anspruch und Rendite: Die Pax-Bank mit Sitz in Köln ist Vorreiterin bei ethischen Geldanlagen.

Vor 100 Jahren von katholischen Priestern gegründet, ist die Pax-Bank auch heute stark an christlichen Werten orientiert. „Wir haben ein gemeinsames christliches Wertefundament. Wir haben es als Bank, unsere Kunden haben es und unsere Mitarbeiter haben es“, sagt Dr. Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Bank. Kernklientel sind kirchliche Einrichtungen wie Bistümer, Stiftungen, Krankenhäuser, Altenheime oder die Jugendhilfe. Alle zeichnet sie aus, dass sie den karitativen Auftrag haben, den Menschen zu dienen. Der ideelle Anspruch, für die Menschen da zu sein, ist das, was die Kunden verbindet. Die Bank sorgt durch ihre Kreditvergabe so für bessere Lebensbedingungen für viele. Die Einlagen stammen unter anderem von Orden, Stiftungen und Bistümer. Aber auch Privatpersonen können bei der Bank Kunden werden. „Wir öffnen uns für alle, die unsere Werte teilen“, sagt Schraudner. Der Hauptsitz der Bank befindet sich in Köln. Von den sieben Filialen, Köln, Aachen, Essen, Trier, Mainz, Erfurt und Berlin starten die Berater als Finanzpartner für die kirchlichen und karitativen Einrichtungen zu ihren institutionellen Kunden; zudem unterhält die Bank eine Repräsentanz in Rom. Im Privatkundengeschäft bietet sie neben der Vorort-Präsenz ihre Leistungen bevorzugt als Direkt- oder Fernbank an und setzt dabei zunehmend auf digitale Techniken, zur Unterstützung der Betreuung ihrer Kunden.

Die Pax-Bank ist eine eingetragene Genossenschaft, Mitglieder sind kirchliche Institutionen, Priester und Privatkunden. Durch die Rechtsform ist sichergestellt, dass der Charakter der Bank erhalten bleibt. „Die eG ist für uns die einzig richtige Rechtsform. Jede andere Rechtsform müssten wir so ausgestalten, dass sie wie eine eG funktioniert“, sagt Schraudner. Sein Vorstandskollege Hans-Bernd Kloth sieht eine deutliche Wertegleichheit zwischen den Genossenschaften und der Bank: „Wir fühlen uns der kirchlichen Soziallehre verpflichtet. Die Wirtschaft soll dem Menschen zum Wohle sein. Solidarität, Subsidiarität und Personalität sind drei Prinzipien der katholischen Soziallehre. Wir sind gemeinsam unterwegs, wir unterstützen einander. Hilfe zur Selbsthilfe setzen wir vor Fremdhilfe und das Individuum steht im Mittelpunkt, nicht das System. Das sind Werte, die wir in der genossenschaftlichen Idee genauso wiederfinden wie in der christlichen Soziallehre“, sagt Kloth.

Dabei profitiert die Bank sehr von ihrer Einbindung in den genossenschaftlichen Finanzverbund, kann aber auch eigenes Spezialistenwissen den Verbundpartnern zur Verfügung stellen. Sie bietet gerne auch anderen Banken Unterstützung bei Lösungen an, die passgenau auf die Kernzielgruppe zugeschnitten sind. Sie liefert hier Lösungen, die bedarfsweise zusammen mit der Bank passgenau auf die Kernklientel zugeschnitten werden können.

Ausbau digitaler Zukunftsprojekte

Perspektivisch möchte die Bank zusammen mit der Fiducia & GAD IT AG und anderen Kirchenbanken auch im institutionellen Kundengeschäft ihr digitales Leistungsangebot spürbar weiterentwickeln. Verträge mit dem Kunden auf einer gemeinsamen Plattform abzulegen, digital zu unterschreiben und freizugeben, das ist derzeit noch Zukunftsmusik. Als Bank für Kirche und Caritas lebt sie den Anspruch, finanzielle Entscheidungen mit christlichen Werten zu vereinen und eine Balance zwischen Rendite und Gemeinwohl zu finden. Damit verbindet sich auch die Weiterentwicklung bequemer und Nutzen stiftender Zugangswege für Bankleistungen, um die Kunden für ihren Dienst am Menschen zu entlasten. Beispielhaft für innovative Ideen in einem digitalen Umfeld, die für die kirchlichen Kunden von besonderem Nutzen sein können, seien der digitale Klingelbeutel oder das Taschengeldkonto angeführt.

Es bedeutet großen Aufwand für die kirchlichen Finanzverwaltungen, Bargeld aus Spenden oder Kollekten zu verbuchen. Eine Spende mittels Karte oder per Smartphone wäre hier eine Erleichterung. Bereits jetzt werden Taschengeldkonten z.B. für Klienten von Wohnheimeinrichtungen digital angeboten. Die Bewohner können so mittels Karte am Automaten oder an der Kasse im Supermarkt über ihr Budget verfügen. Bislang waren viele Einrichtungen häufig mit der Bargeldverwaltung beschäftigt. Die Digitalisierung vereinfacht hier vieles. Um Projekte in Vereinen oder gemeinnützigen Vereinigungen zu ermöglichen, hat die Pax-Bank genau wie andere genossenschaftlich organisierte Banken zudem eine eigene Crowdfunding-Plattform ins Leben gerufen. Unter w2oder3.de können Interessierte ihr Projekt eintragen oder Projekte unterstützen.

Bereits seit Ende der 1980er Jahre bietet die Pax-Bank zudem eigene Investmentfonds an. In Sachen nachhaltige Geldanlage ist sie dabei ein Vorreiter. Die ethischen Kriterien wurden dabei im Laufe der Jahre immer wieder geschärft. Unternehmen aus der Rüstungsindustrie oder Tabakunternehmen sind tabu. Seit 2002 unterstützt ein Ethik-Beirat die Bank dabei, ihre Wertebindung in Bezug auf die unternehmerischen Gestaltungsbereiche zu konkretisieren und anwendbar zu machen. Ihm gehören sowohl kirchliche als auch weltliche Vertreter an. Vorsitzende ist aktuell Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Universität Freiburg. Unter Einbeziehung des Ethik-Beirats hat die Bank auch einen Ethik-Kodex erarbeitet. Werte, Normen und Grundeinstellungen, an die sich Vorstand und Mitarbeiter der Bank aufgrund ihres gemeinschaftlichen christlichen Bekenntnisses im Wirtschaftsleben binden, sind dort beschrieben.Bei allen ethischen Maßstäben geht es bei der Bank auch um die Zukunftsfähigkeit. Auf die Frage, was die Bank dieses Jahr bewegt, zählen die Vorstände neben der Regulierung und der Umstellung der Banksoftware auf agree21den digitalen Ausbau der Vermögensverwaltung auf.


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