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Im Fokus: Genossenschaftliche Bildung – praxisnah und leistungsstark | Veröffentlicht am 10.06.2021

„Bildung ist für uns von großer personalstrategischer Bedeutung“

Die Corona-Pandemie wirkt sich vielfach als Entwicklungsbeschleuniger aus. Das gilt auch für das Thema Bildung. GENiAL befragte die Leiter der GenoAkademie Eppo Franke und Udo Urner, wie sie sich auf die neuen Herausforderungen und die Zukunft einstellen.

Udo Urner

Wie wichtig ist gute Aus- und Weiterbildung für die genossenschaftliche Gruppe?
Udo Urner: Aus-, Fort- und Weiterbildung haben eine große Bedeutung für unsere Gruppe. Das zeigen schon die Zahlen unseres letzten Geschäftsjahres: mehr als 170.000 Teilnehmertage, 4.700 Veranstaltungen (ohne BankColleg, Berufsakademie und GenoKolleg) und zirka 4.000 Webinare (inklusive BankColleg und Berufsakademie).

Die starke Nachfrage bezieht sich auf alle Angebote und wird durch Zielgruppen von A bis A, also vom Azubi bis zum Aufsichtsrat, in Anspruch genommen. Bildung hat in der genossenschaftlichen Gruppe eine lange und große Tradition: Die Regionalakademien gibt es im Schnitt seit 50–60 Jahren und die Akademie Deutscher Genossenschaften seit mehr als 40 Jahren.

Eppo Franke: Bildung ist für uns von großer personalstrategischer Bedeutung. Dafür gibt es drei Gründe: Genossenschaften sind für viele potenzielle Mitarbeiter*innen – obschon sachlich nicht begründbar – nicht immer „first choice“. Deshalb ist es umso wichtiger, durch strukturierte und qualitätsgesicherte Programme eine Entwicklung der vorhandenen Kompetenzen zu gewährleisten. Das leisten unsere Akademien, allen voran die GenoAkademie. In der Bankenbranche gibt es das vergleichbar nur bei den Sparkassen.

Die Bindung von Mitarbeiter*innen, zum Beispiel durch eine zielgerichtete und transparente Personalentwicklung (PE), ist enorm wichtig, um Potenzialträger*innen an ein genossenschaftliches Unternehmen zu binden. Dabei ist auch die Fort- und Weiterbildung eine wesentliche Säule.

Genossenschaften müssen neue Wege gehen. Das erfordern die rasanten Veränderungen der Märkte und der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen. Genossenschaftliche Weiterbildung muss diese Entwicklung fokussiert begleiten.

Wie sehen Sie beim Thema Bildung die Rolle und Bedeutung der GenoAkademie?
Udo Urner: Wir sind fest davon überzeugt, dass erfolgreiche Genossenschaften einen starken und verlässlichen Begleiter bei der Personal- und Organisationsentwicklung (PE und OE) benötigen. Und genau das ist die Rolle der GenoAkademie. Als größte genossenschaftliche Bildungseinrichtung entwickeln wir leistungsfähige Angebote sowohl im Standardgeschäft als auch im Individualgeschäft, die immer auf den Bedarf der Kund*innen ausgerichtet sind. Wir sind Bildungs- und PE-Spezialist sowie Sparringspartner für unsere Genossenschaften und unterstützen sie nachhaltig vor Ort.

Darüber hinaus haben wir den Anspruch, die Digitalisierung in der genossenschaftlichen Weiterbildung voranzutreiben. Mit einer der modernsten Online-Lern-Plattform, der Vernetzung mit dem Personalmanagement-System der Genossenschaftsbanken und einer technischen Infrastruktur für viele digitale Bildungsformate – von Online-Seminaren über Streaming-Veranstaltungen bis zu Lernvideos und Web-Based-Trainings – schaffen wir die notwendige professionelle Bildungs-IT für unsere Mitglieder und deren Mitarbeiter*innen. Als GenoAkademie sind wir übrigens auch ein großer Produzent von digitalen Lernmedien. Mit unseren Spezialist*innen für Lerndidaktik und den Expert*innen für Präsenz- und Online-Lern-Formate entwickeln wir individuell für uns, aber auch für unsere Mitglieder und Kund*innen Bildungsangebote.

Eppo Franke

Wie hat sich Ihr Weiterbildungsgeschäft durch die Pandemie verändert?
Eppo Franke: Auch in der Bildung hat die Corona-Pandemie elementare Veränderungen ausgelöst. Quasi von einem Tag auf den anderen waren wir und unsere Mitglieder gefordert, Bildung „anders“ umzusetzen. Das bezieht sich auf die Durchführung von Bildungs-/PE-Maßnahmen, die Kommunikation mit unseren Teilnehmer*innen und Mitgliedern, aber auch auf unsere internen Prozesse. Dabei hat uns die Pandemie gezeigt, dass digital deutlich mehr machbar ist, als wir vorher für möglich hielten. Evolutionär wären wir beim digitalen Lernen längst noch nicht so weit. Diese eruptiven Veränderungen konnten wir nur in einem engen Schulterschluss mit unseren Mitgliedern bewerkstelligen. Dabei hat uns die gute regionale Verankerung in den 14 Bundesländern unseres Geschäftsgebietes geholfen.

Auch für unsere Mitarbeiter*innen haben sich neben der rasanten Digitalisierung die Arbeitsmodelle und -prozesse fundamental verändert, zum Beispiel durch flächendeckendes mobiles Arbeiten. Eine große Herausforderung für alle Kolleg*innen, aber auch für unsere Führungskräfte.

Wie werden Sie die Akademie auch weiterhin zukunftsfähig aufstellen?
Udo Urner: Die größte Herausforderung ist sicherlich, die rasanten, in dieser Dimension noch nie dagewesenen Veränderungen auch für die Akademie zu adaptieren und daraus bedarfsgerechte Leistungspakete für die Mitglieder zu entwickeln. Unsere Welt ist nun einmal VUCA (englische Abkürzung für volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig). Das bedeutet, dass wir die Menschen in der GenoAkademie, unsere Prozesse – auch hinsichtlich der Kommunikation mit unseren Mitgliedern und deren Mitarbeiter*innen – und unsere Formate (Stichwort Digitalisierung) auch im Gleichklang weiterentwickeln müssen.

Dabei wird es darauf ankommen, dies im Gleichklang mit den anderen Regionalakademien und der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) zu tun, um somit den Genossenschaftlichen Bildungsverbund stärker als bisher als Einheit in der genossenschaftlichen Gruppe zu positionieren. Die Art und Weise, wie wir arbeiten, wird sich noch einmal deutlich verändern müssen. Nur so können wir den Ansprüchen der Mitglieder und Mitarbeiter*innen an uns als innovativen, effizienten und zukunftsorientierten PE-Dienstleister gerecht werden. Von althergebrachten Mustern, zum Beispiel in der Organisation und Führung, werden wir uns dabei sicher verabschieden.

Wie sieht Ihre Vision genossenschaftlicher Bildung aus?
Eppo Franke: Das ist eine gute Frage! Für uns, und da schließe ich meinen Kollegen Udo Urner ein, wird genossenschaftliche Bildung im Kern zukünftig von den relevanten Playern, den Regionalakademien wie auch der Akademie Deutscher Genossenschaften aus einem Guss angeboten, idealerweise auch aus einer Hand. Nur so können wir die Synergiepotenziale für die Mitglieder bestmöglich heben. Dabei wird die digitale Weiterentwicklung massiv vorangetrieben und als Ziel die digitale Akademie verwirklicht. Neben digitalen Formaten wird es eine Vielzahl von hybriden Veranstaltungen geben. Aber auch die klassische Präsenzveranstaltung wird für bestimmte Inhalte und Zielgruppen noch weiter existieren. Selbstgesteuertes und kollaboratives Lernen ist, unterstützt durch eine performante technische Infrastruktur, eine Selbstverständlichkeit geworden. Der Mensch wird dabei aber weiter im Mittelpunkt stehen.


Sabine Bömmer


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