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Im Fokus: Genossenschaften – innovativ für Stadt und Land | Veröffentlicht am 05.03.2021

„Kooperative, eigenverantwortliche Lösungen sind eine gute Ergänzung“

Ralph Brinkhaus, MDB, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Der Politiker Ralph Brinkhaus unterstützt die Genossenschaft Kloster Wiedenbrück. GENiAL sprach mit dem CDU/CSU-Bundesfraktionsvorsitzenden über die Chancen, die kooperative Lösungen von und für Bürger*innen bieten.

Wir stellen in dieser Ausgabe das Kloster Wiedenbrück aus Ihrem Wahlkreis vor. Die Genossenschaft wurde Anfang 2020 gegründet und schafft dort einen sozialen und kulturellen Begegnungsort für Bürger*innen. Wieso haben Sie sich für das Projekt engagiert? Was ist das Besondere an der Klostergenossenschaft?
Ralph Brinkhaus: Im Kern geht es bei Genossenschaften um „Hilfe zur Selbsthilfe“. Menschen schließen sich zusammen und bauen gemeinsam ein Projekt auf, das sie alleine nicht hätten stemmen können. Gleichzeitig haben sie als Genossenschaftsmitglieder mit ihrer Stimme einen erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung und Ausgestaltung ihres Förderprojekts.

Das Besondere an der Klostergenossenschaft Wiedenbrück ist, dass es zwar einerseits ein wirtschaftliches Projekt ist, um das Kloster zu erhalten und weiterführen zu können, aber andererseits für die Mitglieder auch ihre emotionale Verbundenheit zu ihrer Heimat bekundet. Man kann also verschiedene Zwecke nützlich miteinander verbinden – und die Region profitiert von einem Wahrzeichen, das neben den Bürger*innen auch viele Tourist*innen zu schätzen wissen. Vor diesem ehrenamtlichen Engagement habe ich großen Respekt. Daher an dieser Stelle ein besonders dickes Dankeschön an alle Aktiven in der Klostergenossenschaft.

Was ist in Ihren Augen der Aspekt, der beim Kloster besonderen Vorbildcharakter für weitere Projekte hat?
Die Verbindung von Tradition, Religion, Heimatliebe, von bürgerschaftlichen und kulturellen Zwecken ist in diesem Fall wirklich sehr gelungen. Gleichzeitig sucht die Genossenschaft eine breite Einbindung von Bürger*innen in das Projekt. Einen Genossenschaftsanteil – oder auch mehrere – kann sich jede*r gut leisten. Das senkt die Hürde, mit einzusteigen.

Viele Kommunen in Deutschland haben eine angespannte Haushaltslage. Das führt unter anderem dazu, dass kommunale Einrichtungen schließen und kulturelle Infrastruktur verschwindet. Inwiefern können kooperative Lösungen aus der Bürgerschaft hier Abhilfe leisten?
Bei Haushaltsengpässen wird oft auch in Bereichen eingespart, die für die Menschen eine besondere Bedeutung haben. Wenn zum Beispiel kulturelle Einrichtungen geschlossen werden müssen, die es seit vielen Jahren gibt und die den Menschen viel Freude und schöne Stunden bescheren, dann ist das natürlich traurig. Und wenn die Einrichtungen erst einmal weg sind, kommen sie auch in besseren Zeiten nicht so schnell wieder. Aus diesem Grund halte ich kooperative, eigenverantwortliche Lösungen von Bürger*innen für eine gute Ergänzung. Das entbindet natürlich nicht die Politik – vor allem die Länder und Kommunen – davon, sich Gedanken über eine attraktive Infrastruktur und ein lebenswertes Umfeld für die Bürger*innen zu machen. In wirtschaftlich knapperen Zeiten ist Kreativität umso mehr gefragt.

Und wieso gibt es nicht mehr solcher Projekte?
Ich denke, viele Menschen wissen nicht, dass so etwas möglich ist und wie sie solche Projekte konkret auf die Beine stellen können. Insofern hilft ein Beispiel wie das Kloster Wiedenbrück, um andere zu eigenen Ideen zu animieren. Hier haben wir noch viel Potenzial und ich kann nur jeden ermutigen, sich „nach vorne“ zu trauen und die Dinge beherzt anzupacken.

In welchen anderen Bereichen sehen Sie Chancen für solche innovativen Konzepte?
Hier sind dem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt. In allen Bereichen, in denen sich Bürger*innen auch sonst gerne privat engagieren und die sie für unterstützenswert erachten: Sport, Musik, Kunst, Soziales, Naturschutz, Bildung …

Welche Rahmenbedingungen müssten Ihrer Meinung nach geändert werden, um noch mehr Bürger*innen für ein gemeinschaftliches Engagement zu gewinnen?
Wir haben hier in den letzten Jahren bereits sehr viel auf den Weg gebracht, um bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen. Das betrifft zum einen die Erhöhung der Ehrenamtspauschalen, das betrifft aber beispielsweise auch eine Vereinfachung der Vorschriften zur Mittelverwendung und zur Rücklagenbildung bei gemeinnützigen Körperschaften und vieles mehr. Was vielleicht noch fehlt, ist mehr Aufklärung darüber, was überhaupt möglich ist und wie man das angeht.
Natürlich darf man auch den Aufwand, der mit der Gründung einer Genossenschaft einhergeht – ich denke da an Mitgliederwerbung, Konzepterstellung, Startkapitalfindung, Vertragsabschlüsse, – nicht geringschätzen. Hier bin ich für jede Rückmeldung dankbar, wo sich vielleicht noch etwas vereinfachen lässt. Wir beschäftigen uns als Politik fortlaufend damit, die Stellen zu identifizieren, an denen sich unnötige bürokratische Hürden abbauen lassen.

Nach Ihren guten Erfahrungen mit der Klostergenossenschaft Wiedenbrück, in welchem Bereich könnten Sie sich außerdem vorstellen, Genossenschaften zu unterstützen?
Das ist natürlich die individuelle Entscheidung jedes Einzelnen, wofür er sich engagieren mag und welche Einrichtungen sie oder er unterstützt. Ich bin dankbar für jedes Projekt, das unsere schöne Stadt bereichert und das ihr vielleicht sogar etwas Einzigartiges gibt, was sich anderswo so nicht findet.

Felix Reich

Zur Person:
Ralph Brinkhaus

Der gebürtige Ostwestfale Brinkhaus ist Mitglied des Bundestages und aktueller Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Geboren 1968 in Wiedenbrück, blieb er seiner Heimat stets verbunden: Er ist aktuell zum dritten Mal in Folge der direkt gewählte Abgeordnete des Bundestagswahlkreises Gütersloh I. Dieser umfasst unter anderem die Stadt Rheda-Wiedenbrück mitsamt der Klostergenossenschaft. Der heimatverbundene Katholik ist ein Unterstützer der Genossenschaft.


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